Dies ist ein Beitrag zum Thema Rechte gibts genug, sie werden aber nicht ausgeführt! im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo abend,
ich verstehe den Beitrag von Kohlenklau nicht wie Sie.
Ich denke es ist wichtig zu unterscheiden woher bestimmte ...
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#11 |
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Gesperrt
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 14,097
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Hallo abend,
ich verstehe den Beitrag von Kohlenklau nicht wie Sie. Ich denke es ist wichtig zu unterscheiden woher bestimmte Problemlagen kommen und sicherlich will hier niemand - bestimmt nicht Kohlenklau so wie ich ihn aus seinen bisherigen Beiträgen "kennengelernt" habe-einen anderen davon abhalten diese zu benennen. Allerdings muss jeder manchmal überlegen ob er sich mit einer globalen Zielrichtung nicht auf einen Kampf gegen Windmühlen einlässt, der nie auf die Schnelle gewonnen werden kann. Es geht nichts ums Recht haben sondern darum ein Problem zu verstehen und dann zu lösen. Gruss. M. Mohr |
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#12 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 28.03.2008
Ort: NRW
Beiträge: 2,086
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Hallo abend,
ich bin nicht sprachlos darüber, immer wieder mit ansehen und anhören zu müssen, daß Betreuern, Sozialarbeitern und anderen, im sozialen Bereich Tätigen qua definitione das Elend der Welt aufgebürdet wird. Dies geschieht meist im genauen Wissen um die Unmöglichkeit, bestimmte Probleme zu lösen (deren Verursacher man im übrigen auch gar nicht ist) und hat dann den erwünschten Effekt, einen Sündenbock an der Hand zu haben. Dieses Prinzip nennt man funktionalen Dilletantismus. Wenn man solche Mechanismen nicht durch eine Rechtfertigungshandlung oder Annahme des Vorwurfs akzeptiert, sondern offensiv relativiert und die Verantwortung für Mißverstände reflektiert, hinterfragt und auch wieder dahin verlagert, wo sie hingehören, dann kommen genau solche Reaktionen, die Du hier an den Tag legst, nämlich Empörung. Empörung darüber, daß man nicht in Sack und Asche geht. Ich kann gut mit dieser Empörung leben. Ich habe die Betreuerin in meine Aufzählung mit aufgenommen, d.h. nicht aus der Verantwortung entlassen, aber ich habe den Problemkreis ergebnisoffen etwas erweitert. Wenn Du schon von Einschüchterung sprichst, dann mach Dir klar, daß Du mit Deinen Aussagen die Betreuer einschüchtern willst, in dem Du nämlich ihre altruistischen Motive ansprichst. Jeder hat das Recht und die Pflicht, sich zu empören und Mißstände anzusprechen. Als nächsten Schritt und als ersten Schritt zur Lösung eines Problems, erwarte ich aber auch die Bereitschaft, mal über den Tellerrand hinauszuschauen und auch andere Sichtweisen zu akzeptieren. Ansonsten verharren wir im Dreck und suhlen uns im Mitleid. Mir ist das zu wenig. Gruß vom perfiden Kohlenklau
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Ich trinke nur an Tagen, die auf 'g' enden, und mittwochs They tried to make me go to rehab, but I say no - no - no (Amy Winehouse) |
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#13 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 12.05.2009
Ort: Mörfelden-Walldorf
Beiträge: 214
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Hallo Kohlenklau,
deine Antwort ist nicht perfide, sondern nur fast perfekt ![]() Neben die Empörung würde ich persönlich lediglich noch den Begriff der Scham setzen - für den Bereich, wo man merkt, dass man am "Elend der Welt" (Bourdieu gelesen?) auch beteiligt ist... Gruß M.
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I need a fistfull of medication just to keep it in my pants (Monstermagnet) |
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#14 |
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Angehörige
Registriert seit: 24.02.2007
Beiträge: 112
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Lieber Kohlenklau,
gegen einen Blick über den Tellerrand und danach zu fragen, wer an welchen Stellen anders handeln könnte, habe ich gewiss nichts einzuwenden. Ich bin die Letzte, die nicht argumentieren würde, dass alle in einer Gesellschaft schauen müssen, welchen Beitrag sie leisten können, bestimmte Zustände nicht entstehen zu lassen. Allerdings zielte deine Argumentation gegenüber twingo darauf, konkrete Verantwortlichkeiten nicht mehr benennen zu dürfen und damit auch nicht an die Öffentlichkeit gehen zu sollen. Es sind ja aus deiner Sicht quasi alle an allem Schuld. Genau aber damit schaffst du den Eindruck, dass es um einen Kampf gegen Windmühlen geht. Konkret Verantwortliche sind ja dann nicht mehr zu greifen. Wieso die konkreten Verantwortlichkeiten und Pflichten bei den verschiedenen Akteuren, die bestimmte Berufsrollen freiwillig und bewusst übernommen haben, nicht benannt und eingefordert werden dürfen, bleibt mir allerdings schleierhaft. Deiner Argumentation folgend kann jeder machen was er will, sogar innerhalb seiner Berufsrolle. |
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#15 |
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Angehörige
Registriert seit: 24.02.2007
Beiträge: 112
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Mich würde auch noch folgende Frage interessieren bei denjenigen, die hier die generöse systemische Perspektive vertreten.
Wie würde gehandelt, wenn man selbst durch das konkrete Handeln eines anderen zu Schaden kommt? Angenommen, man wird auf dem Nachhauseweg von einem Jugendlichen überfallen und niedergestochen. Oder, um nicht am Beispiel einer vorsätzlichen Schädigung zu kleben, man würde fahrlässig angefahren von einem Autofahrer. Beim Jugendlichen haben im Vorfeld mit Sicherheit ne Menge Leute versagt: Eltern, Lehrer, usw.. Der Autofahrer hatte vielleicht gerade einen schwierigen Tag, grad seinen Arbeitsplatz verloren, Krach mit der Ehefrau, und hat daraufhin einen gehoben. Wieder eine Menge zusätzliche Schuldige. Und? Würde man aufgrund dieser Überlegungen darauf verzichten, die Tat zur Anzeige zu bringen oder Schadensersatz geltend zu machen usw.? Würde man es unangenehm finden, wenn eine Zeitung über diesen Vorfall berichtet? Und wenn man die Taten tatsächlich auf sich beruhen ließe, bliebe immer noch die Frage: Was, wenn derjenige das Gleiche noch mal tut? Und natürlich hoffe ich, wer derart zu Schaden kommt, wird nicht noch belächelt für seine Empörung über das, was ihm widerfahren ist. |
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#16 |
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Berufsbetreuerin / Rechtsanwältin
Registriert seit: 01.04.2009
Beiträge: 580
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Wenn jemand durch die Schuld - im Sinne von Vorwerfbarkeit - eines anderen zu Schaden kommt, ist der Täter zur Verantwortung zu ziehen. Ob man das in einem Gerichtsverfahren tut oder bestimmte Medien, die auf bestimmte Stories gerne anspringen, mit der eigenen subjektiven Sicht der Dinge dazu bewegen kann und will, das zu übernehmen, was früher der Pranger war, richtet sich in erster Linie wohl danach, ob es um Recht oder um Rache geht.
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#17 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 28.03.2008
Ort: NRW
Beiträge: 2,086
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Hallo abend,
Deine Beispiele mit Jugendlichen und Autofahrern beschreiben ganz deutlich Verantwortlichkeit und "Schuld". Es ist uninteressant, ob jemand eine schwere Kindheit hatte oder Probleme an der Arbeitsstelle. Man attackiert andere Menschen nicht und man fährt nicht betrunken mit dem Auto. Das sind formale Straftatbestände und Grenzübertretungen. Im Ausgangsfall stellen sich die Zusammenhänge aber nicht so eindeutig dar. Was hat die Betreuerin konkret falsch gemacht? Ein Gericht richtet eine Betreuung über einen Menschen ein, die Betreuerin wird informiert, daß sie die rechtliche Vertretung übernehmen soll, sie sagt zu und fängt an zu recherchieren. Sie stellt fest, daß ein Verbleib in der Wohnung nicht möglich ist und sucht und findet eine Einrichtung für demenzerkrankte Menschen. Die Einrichtung hat eine Betriebserlaubnis und man muß davon ausgehen können, daß alles ok ist. Die Dame wird dort untergebracht und die Betreuerin muß davon ausgehen, daß sie dort die im Heimvertrag und in der Leistungsvereinbarung beschriebenen Leistungen erhält. Der MDK prüft regelmäßig. Die Betreuerin hat nach der Umstellung auf die pauschale Vergütung von der Politik die Vorgabe bekommen, ihre Abrechnungen auf "Mischkalkulation" umzustellen und kann sich um die weniger intensiven Betreuungsfälle, nämlich die in einer Einrichtung untergebrachten Menschen, nun nicht mehr regelmäßig kümmern, d.h. besuchen. Diese sind ja auch in staatlich geprüften Einrichtungen in den besten Händen. Gegen welche Bestimmungen im Betreuungsrecht oder in ihren Aufgabenkreisen hat die Betreuerin verstoßen? Wo liegt ihre "Schuld"? Viel Spaß beim Gang in die Öffentlichkeit. Und hier setzt Ronjas Hinweis auf 'Recht' und 'Rache' ein. Die Betreuerin wird höchstwahrscheinlich den Schwarzen Peter behalten. Aber 'Recht' ist das nicht, weil sie sich rechtlich nämlich nichts hat zuschulden kommen lassen. Sie wird als Sündenbock an den Pranger gestellt, mehr nicht. Mit meinen Fragen habe ich genau das Gegenteil von dem versucht, was Du mir in Deinem vorletzten posting vorwirfst. Erst wenn man sich die komplexen Hintergründe und Zusammenhänge klar macht, kann man überhaupt mal daran denken, Verantwortlichkeiten und "Schuldige" zu benennen. Die soziale Welt ist komplizierter, als es die Ursache-Wirkung-Vereinfacher uns weismachen wollen. Für Dich steht der Täter schon fest (und das Urteil wohl auch), während ich noch anderen Spuren nachgehe, die aber möglicherweise einen erfolgversprecherenden Weg aufzeigen. Du suchst nach dem schwächsten Glied in der Kette der möglichen Verursacher, ich suche eher nach der "Wahrheit". Trotzdem einen schönen Gruß Kohlenklau
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Ich trinke nur an Tagen, die auf 'g' enden, und mittwochs They tried to make me go to rehab, but I say no - no - no (Amy Winehouse) |
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#18 |
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Berufsbetreuer
Registriert seit: 11.05.2009
Beiträge: 649
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Hallo,
merkt Ihr eigendlich, dass bei der ganzen Diskussion nicht mehr der eigendliche Grund im Vordergrund der Unterhaltung steht, sondern nur noch die Art und Weise, Euerer gegeseitigen Beiträge kritisiert wird. Es wurden doch seitens der Betreuerin ganz offentsichtliche schwere Versäumnisse begannen, die nicht einfach wegdiskutiert oder unerwähnt bleiben können. - das Wohl der Betreuten steht im Vordergrund - dem Willen der Betreuten ist nachzukommen - keine Wohnungsauflösung gegen den Willen der Betreuten und ohne Anhörung des Gerichts - eventl. Einholung eines Gutachtens über eigenen freien Willen - vorherige Überprüfung der Einrichtung durch Betreuerin Wo kommen wir denn hin, wenn jeder nach gutdünken handeln kann. Wofür haben wir Gesetze. Nicht als Anhalt, sondern um sie zu beachten. Gerade die Betreuung ist ein so einschneidenter Eingriff in die Persönlichkeit des Menschen, dass diese, zurecht, besonders schützenswert ist. Betreuer dürfen ihre eigenen Ansichten und Lebensverhalten nicht über die der Betreuten stellen. Sie müssen nur hilfreich zur Seite stehen. Nicht um ihre Vorstellungen zu verwirklichen, sondern die der Betreuten. Ich wünsche allen einen schönen Tag ![]() Gruß Heiner |
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#19 |
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Angehörige
Registriert seit: 24.02.2007
Beiträge: 112
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Das schwächste Glied in der Kette, lieber Kohlenklau, ist wohl immer noch der Betreute und nicht etwa der Betreuer.
Deine Argumentation hinkt aus meiner Sicht gewaltig: Jeder Bürger muss eine Berechtigung haben, auf ihm unhaltbar erscheinende Zustände und Vorgänge hinzuweisen und diese auch zu thematisieren, auch zu veröffentlichen. Er muss eben nicht gleichzeitig in der Lage sein, die Rolle eines Richters auszufüllen, der konkrete Verantwortlichkeiten und Schuldhaftigkeiten benennt und zuordnet (und auch keine anspruchsvolle Gesellschaftsanalyse abliefern) – nicht zuletzt, weil derart detaillierte Kenntnisse über Vorgänge gar nicht vorhanden sein können. Selbst wenn ich mutmaße, dass da ein Betreuer versagt hat, wird es dann doch andere Instanzen geben müssen, die analysieren, was da bei einer Sache und warum tatsächlich schief gelaufen ist. Was ist dagegen einzuwenden? Und du glaubst doch nicht, dass diejenigen, die unhaltbare Zustände benennen, etwas dagegen haben, wenn aus diesem Anlass die untragbaren Arbeitsbedingungen bestimmter Berufsgruppen thematisiert werden. |
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#20 | ||||
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Gast
Beiträge: n/a
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Hallo allseits, hallo Heiner,
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Oh, ich höre schon den Aufschrei über soviel Sarkasmus. Meine Worte mögen überzogen sein. Aber auch diese schwarz getrübt Brille darf neben der rosaroten der fürsorglichen Wohlfahrtsbrille des Betreuungsrechts erlaubt sein. Heinz |
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