Dies ist ein Beitrag zum Thema Rechte gibts genug, sie werden aber nicht ausgeführt! im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Meine 84 jährige Bekannte wird seit Februar 2008 von einer Berufsbetreuerin betreut, Grund der Betreuung ist eine demenzielle Erkrankung die ...
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Gesperrt
Registriert seit: 14.06.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 8
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Meine 84 jährige Bekannte wird seit Februar 2008 von einer Berufsbetreuerin betreut, Grund der Betreuung ist eine demenzielle Erkrankung die sich seit 2007 zeigte. Veranlaßt wurde die Betreuung von einer langjährigen Freundin meiner Bekannten. Seit Februar 2008 wurde sie in ihrer Wohnung von einer Hauskrankenpflege versorgt.
Ende November 2008 stürzte Sie, niemand weis wo, es gibt unterschiedliche Aussagen, auf der Straße, in der Wohnung usw.. Als ich sie Anfang Dezember 2008 vermisste, erhielt ich die Auskunft sie sei im Krankenhaus und hätte sich den Arm gebrochen. In welchem Krankenhaus sagte man mir nicht, da ich nicht verwandt bin. Ende Dezember 2008 erfuhr ich dass sie in einer demenz WG untergebracht ist. Bei meiner Bekannten handelt es sich um eine intelligente, liebenswürdige und äußerst saubere Frau. Die in einer schick eingerichteten 2 Zimmer Wohnung wohnte und einen Schrebergarten besitzt den sie fast täglich aufsuchte. Als ich sie Ende Dezember 2008 in der Wg besuchte war sie total aufgebracht, man hat sie dort in ein Zimmer untergebrach in dem lediglich 1 Bett, 1 Tiolettenstuhl und 15 blaue Müllsäcke in der Ecke, in denen ihre persönlichen Sachen waren. Ihr Arm war in Gips und die sonst so schnell und sicher laufende Frau, hinkte vor sich hin und drohte immer zu stürzen. Ich teilte der Betreuerin mein Entsetzen telefonisch mit und verlangte eine sofortige ärztliche Untersuchung des Beines. Da ich nur eine Bekannte bin, hielt mich die Betreuerin bis zum 4. Februar 2009 hin. Dann fand in der Wg eine Besprechung Zwischen der Betreuerin, der Pflegedienstleiterin und mir statt. Da ich meine Bekannte seit Dezember 2008 1-2 mal die Woche in der WG besuche habe ich bemerkt das sie unter Medikamente gesetzt wurde, sie war an manchen Tagen kaum in der Lage aus ihren Sessel aufzustehen. In der Besprechung war die Verletzung an ihrem Bein, die Medikamenten Gabe, die Unterbringung ohne Möbel und die Auswahl der Einrichtung Grundlage des Gesprächs. Da diese WG für nicht ortskundige nur schwer zu finden ist, fiel mir folgendes auf. Die Betreuerin rief 4 mal in meinem beisein in der Einrichtung an und fragte nach dem Weg beim fünften Anruf fand sie den Eingang nicht - von da an wußte ich die Betreuerin konnte noch nie in dieser Einrichtung gewesen sein sonst hätte sie den Weg gekannt - das heißt sie hat ihre Betreute in eine Einrichtung verbracht die sie noch nie vorher gesehen hat - wahrscheinlich telefonisch veranlaßt, denn die Betreiber der Wg sind die selben Pflegekräfte die sie bereits zu Hause hatte. Die Betreuerin versprach sich um diese Mißstände zu kümmern und dafür zu sorgen das meine Bekannte noch mal in eine andere Einrichtung umziehen kann. Bei den anderen 9 Bewohner dieser WG ist die Demenz bereit so weit fortgeschritten, dass sie zu keiner normalen Unterhaltung mehr in der Lage sind, sie müssen gefüttert, gewickelt werden. Meine Bekannte ist die einzigste die in der Lage ist sich ihre Nahrung selbst zuzubereiten, sie kann sich selbstständig waschen, ankleiden und wir gehen regeläßig auswärts in Restaurants und Cafes und sie kann auch selbständig eine Toilette aufsuchen. Die Betreuerin hat ohne sie zu fragen ihre Wohnung aufgelöst und alles entsorgt. Meine Bekannte hatte nicht ein mal ein paar Schuhe, ich habe ihr ein paar gekauft damit wir überhaupt die WG verlassen konnten, die Betreuerin fühlte sich nicht zuständig. Nach Absprache mit den Freundinnen von meiner Bekannten habe ich am 9. Februar 2009 per Einschreiben um einen Betreuerwechsel gebeten und mich als ehrenamtliche Betreuerin vorgeschlagen. Da in der Zwischenzeit durch den Umzug meiner Bekannten in die WG das Betreuungsgericht gewechselt hat, verzögerte sich die Angelegenheit bis März 2009. In der Zeit versuchte die Betreuerin den Schrebergarten meiner Bekannten zu verkaufen. Darüber war die Betreute so empört dass sie der Betreuerin einen Brief schrieb und ihr den Verkauf des Gartens untersagte. Ich telefonierte dann mit der Richterin des neuen Betreuungsgericht, sie sagte nur kurz angebunden ich bekäme schriftlich Bescheid. Die Freundinnen, ich und die Betreute hatten mit Absprache der Betreuerin mehrere andere Einrichtungen besichtigt und eine gefunden die in Frage käme, es wurde auch schnell ein Platz frei. Nun bekam ich vom Amtsgericht ein Schreiben das die Betreuerin diese Einrichtung für nicht geeignet hält und die Betreute zieht nicht um und es bleibt alles so wie es ist.Keine Anhörung kein gar nichts. Ich ging dann mit meiner Bekannten zu einer Betreuungsrechtsanwältin, diese überzeugte sich davon das meine Bekannte nicht in der WG bleiben möchte und das sie Ihren Garten behalten möchte. Die Anwältin schrieb die Betreuerin an. Es kam keine Antwort. Jetzt wurde die Antwort angemahnt. Das Ende ist noch offen. Anzumerken ist noch dass ich dem Gericht bereits konkrete Vorschläge gemacht habe wie man meiner Bekannten den Schrebergarten als Therapiestätte erhalten könnte mit ehrenamtlichen Kräften die bereit sind den Garten in Schuß zu halten und sie vor Ort zu beaufsichtigen. Ich würde sie dort hinbringen und wieder abholen. In der jetzigen Wg finden keinerlei Therapien statt die Bewohner sitzen den ganzen Tag herum und starren die Wände an. Ich kann weder die Betreuerin noch die Richterin verstehen sollte es jetzt wieder zu keiner Einigung kommen, werde ich mich an die Öffentlickeit wenden. Hat jemand eine Idee? Geändert von twingo 13 (29.06.2009 um 20:48 Uhr) |
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Angehörige
Registriert seit: 24.02.2007
Beiträge: 112
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Liebe twingo,
in dieser Situation würde ich vor allem schauen, dass es möglichst schnell zu einem Betreuerwechsel kommt. Deine Bekannte kann sich doch offenbar noch klar äußern, was sie wünscht, eben auch diesen Betreuerwechsel und dich als Betreuerin? Und sie hat ja nun auch eine Anwältin. Und für deine Eignung als Betreuerin spricht Einiges - dein bereits bestehendes Engagement für deine Bekannte und deine Erfahrungen mit einer bereits schon mal geführten Betreuung. Wenn man dann noch sieht, dass für deine Bekannte offenbar Vieles nicht vernünftig geregelt wird und wurde, sollte einem Betreuerwechsel nichts im Wege stehen. Ich würde noch mal schauen, ob zu diesen Aspekten auch ausführlich und überzeugend genug argumentiert wurde gegenüber dem Gericht. Und dann sollte es eigentlich schleunigst zu einer Anhörung in Sachen Betreuerwechsel kommen. Ich finde dein Engagement einfach toll und wünsche dir, dass bald mehr Ruhe einkehrt für dich. Denn selber für das Wohl eines Betreuten sorgen zu können ist weniger belastend als immer wieder gegen eine nicht vernünftig erscheinende Fremdbestimmung ankämpfen zu müssen. Was die Medikamentierung angeht, finde ich es immer wieder unsäglich zu lesen, welch offenkundiger Missbrauch mit Psychopharmaka betrieben wird. Wenn eine demenzkranke Person aus ihrer vertrauten, schönen Umgebung gerissen wird und in ein Zimmer mit 15 blauen Müllsäcken verfrachtet wird, ist es wohl kein Wunder, wenn es dann vielleicht zu Unruhe oder Aggressionen bei diesem Menschen kommt. Man wäre in der Pflicht, erst diese Ursache anzugehen, bevor man zu Psychopharmaka greift. Es ist leider immer wieder dasselbe. Ich wünsche dir viel Glück! abend |
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#3 |
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Angehörige
Registriert seit: 24.02.2007
Beiträge: 112
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Noch etwas: Unter der Rubrik Web-Tipps in diesem Forum findest
du eine Liste mit Notruftelefonen/Beschwerdestellen. |
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#4 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,812
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Hallo twingo,
wie wäre es mit einer Anrede und einem kleinen Gruß am Ende des Beitrages ? Und eine Aufteilung in mehrer Absätze wäre auch nicht schlecht, Lesbarkeit ist wichtig. SO ist es eine Zumutung. Wenn ich Ihren Beitrag richtig zusammenfasse, wollen Sie, und auch die Betreute, eine andere Unterkunft und eine andere Betreuerin. Eine Anwältin haben Sie schon angeschrieben, mit dem Gericht stehen Sie auch in Kontakt. Jetzt wollen Sie auch noch evtl. an die Öffentlichkeit gehen, und hier wollen Sie auch Rat haben. Ich denke, Sie haben alles getan, damit der Betreuten geholfen werden kann, und um sich bei Gericht unbeliebt zu machen. Sie müssen jetzt nur noch die Entscheidung des Gerichtes abwarten. Mein Vorschlag: Schreiben Sie Ihre Frage(n) nochmal neu. Stichpunktartig. Z. B. - Unterbringung in einem ungeeigneten Heim - Betreuerin kümmert sich um nichts - Betreuerin soll gewechselt werden, es geht nicht voran, Anwältin ist konsultiert und zwar bezogen auf die aktuelle Situation. Gruß Andreas |
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#5 |
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Angehörige
Registriert seit: 24.02.2007
Beiträge: 112
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Schwer zu ertragen, Ihr abwatschender Ton, Herr Lübeck.
Aber vielleicht bin da ja nur ich empfindlich. Im Übrigen habe ich auch mal eine Berufsbetreuerin abgelöst. Und da gab es im Vorfeld auch von meiner Seite Beschwerden beim Gericht über die Vorgehensweisen der Betreuerin. Offensichtlich hat mir das Gericht das nicht übel genommen. |
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#6 |
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Berufsbetreuerin / Rechtsanwältin
Registriert seit: 01.04.2009
Beiträge: 580
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Ich habe nicht so wirklich den Eindruck, dass eine persönliche Anrede und Namensunterzeichnung einen Beitrag lesbarer - in mehrfacher Hinsicht - und freundlicher macht.
Wer aufgeregt und empört ist, und das mit Recht, achtet nicht immer auf stilistische Feinheiten. Ich kann das gut verstehen. Während der besseren Lesbarkeit habe ich jetzt ein paar Absätze eingefügt, sonst wäre mein Beitrag Fließtext gewesen. |
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#7 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,812
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Hallo Frau abend,
meinen Ton kann ich ändern, daran soll es nicht liegen. Aber wie soll ich helfen, wenn ich es einerseits gerne möchte, andererseits ein hoher Energieaufwand für mich notwendig ist, um diesen Text aufzubröseln ? Im Laufe der Zeit habe ich in diesem Forum gelernt, dass es Situationen im Betreuungswesen gibt, die eigentlich nicht einmal ansatzweise vorkommen dürften. Aber ehe sich jetzt alle notorischen Querulanten (grins, auch die gibt es) bestätigt fühlen: das ist zum Glück wirklich selten. Obwohl, selbst eine Betreuung, die so aus dem Ruder läuft, ist eine zu viel. Ich habe ja auch den Sachverhalt nicht bestritten. Sondern bei dieser "Bleiwüste" die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. (Bleiwüste: Ausdruck aus der Zeit, als die Zeitung noch mit Bleilettern gesetzt wurde, langer Text ohne Einschiebung, Absatz usw., Synonym für "schwer zu lesen"). Mein Wunsch ist im Moment eine kurze Schilderung der Sachlage, wie sie sich momentan darstellt. Gruß Andreas |
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#8 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 28.03.2008
Ort: NRW
Beiträge: 2,086
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Hallo, Klitschko hat wie immer gewonnen und es war so langweilig wie immer. Genauso kennen wir doch unser Andreas und ganz unrecht hat er doch trotzdem nicht.
Ich schaue noch mal auf twingos Frage Ehrlich gesagt, ich nicht. Es ist ein Anwalt eingeschaltet und dann müßten doch alle Möglichkeiten vor Ort ausgeschöpft werden. Ich kann mich eigentlich nur abend anschließen und Unverständnis über die Vorgehensweise äußern. Mit solchen Sachen wird der guten Arbeit der meisten Betreuer kein Dienst erwiesen und es werden die gerne gepflegten Vorurteile der Öffentlichkeit bestätigt. Gruß Kohlenklau
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Ich trinke nur an Tagen, die auf 'g' enden, und mittwochs They tried to make me go to rehab, but I say no - no - no (Amy Winehouse) |
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#9 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 28.03.2008
Ort: NRW
Beiträge: 2,086
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Hallo twingo,
noch eine Gegenfrage. Wen möchtest Du eigentlich durch den Gang in die Öffentlichkeit anprangern? Die Freundin der Betreuten, die die Betreuung angeregt hat, aber nicht bereit oder in der Lage war, diese Aufgabe selber wahrzunehmen? Die Einrichtung, die Menschen unter unwürdigen Umständen ihren Lebensabend verbringen läßt? Den Arzt, der untätig zusieht, wie seine Patienten mit Medikamenten ruhig gestellt werden? Den Richter, der die Augen vor den Mißständen verschließt? Die Politik oder die Öffentlichkeit, die trotz Sozialstaatsgebot solche Zustände zuläßt? Die Presse, die den sozialen Bereich nur tagesaktuell, skandalheischend und mit Blick auf die eigene Auflage betrachtet und ihrer Aufgabe als 4. Gewalt nicht nachkommt? Die Betreuerin, die nicht um die ihr anvertraute Klientin kämpft und sich in das Schicksal eines Zuständigkeitsgestrüps ergibt? Oder Dich selber, weil Du auch fast ohnmächtig vor einer menschlichen Ungerechtigkeit stehst und unfähig bist, eine akzeptable Lösung durchzusetzen? Vielleicht sind diese Fragen ja geeignet, noch einmal eine Idee zu formulieren. Gruß Kohlenklau
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Ich trinke nur an Tagen, die auf 'g' enden, und mittwochs They tried to make me go to rehab, but I say no - no - no (Amy Winehouse) |
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#10 |
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Angehörige
Registriert seit: 24.02.2007
Beiträge: 112
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Hallo kohlenklau,
deine Fragen finde ich fast schon perfide. Indem du jedem einzelnen, der an den Vorgängen nur irgendwie unmittelbar oder mittelbar beteiligt ist, ein irgendwie geartetes Versagen zuschreibst und vorwirfst, sogar der Posterin eine "Unfähigkeit" vorwirfst, eine akzeptable Lösung herbeizuführen (was sie angesichts ihrer umfangreichen Bemühungen wohl nur als Hohn empfinden kann), relativierst und banalisierst du das Versagen derer, die aufgrund ihrer qua Amt zugewiesenen Funktionen eine tatsächliche und zentrale Verantwortung und Pflicht zu verantwortungsbewusstem Handeln haben. Und der Presse sprichst du mal so nonchalent jegliche für eine Demokratie unabdingbare Funktion in Sachen Meinungsbildung ab. Für mich sind das Mechanismen der Einschüchterung, allemal der Verunsicherung, die einen engagierten Menschen davon abhalten sollen, seine Empörung über bestimmte Vorgänge in der Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen. Ich bin sprachlos. |
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