Dies ist ein Beitrag zum Thema 18 jähriges Pflegekind und weiter?? im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
für die vielen Informationen und Ratschläge.
In der momentanen Situation will ich weder jemandem Recht geben noch irgendwessen Meinung ablehnen. ...
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#41 |
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Einsteiger
Registriert seit: 21.09.2009
Ort: Freiberg / Sachsen
Beiträge: 19
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für die vielen Informationen und Ratschläge.
In der momentanen Situation will ich weder jemandem Recht geben noch irgendwessen Meinung ablehnen. Aber irgendwie hat "Abend" den Finger drauf. Es scheint, als kenne er/sie das Mädel? Folgendes hat sich zugetragen: Sie ist Gestern auf Arbeit gefahren, hat alle begrüßt und ist wieder gegangen! Rief gegen 8 Uhr ihre Freundin an und erzählte ihr, dass sie ihre Arbeitsschuhe vergessen hätte und was sie denn tun könnte. Die Freundin riet schnellstens neue zu kaufen und sofort zurück auf Arbeit zu gehen. Sie dankte für den Rat und sagte noch "mache ich". Gegen 14 Uhr erfahre ich per Anruf von der Ausbilderin, dass sie nur 5 Minuten da war und dass sie heute unbedingt kommen müsse, weil sie sonst gekündigt werde! OK, ich habe ihre Mutter angerufen, ihre Schwester und Bescheid gesagt. Habe auch sie versucht mehrfach anzurufen, aber sie geht bei mir nicht ran! Bei ihrer Schwester war sie angekommen und hat dort erzählt, dass sie ihre Kochmütze vergessen hätte und deswegen nicht arbeiten dürfte! Vgl. mit oben! So, hoch und heiliges Versprechen der Schwester sich um sie zu kümmern und mit ihr zu sprechen. Sie wolle auch mit ihrem Freund reden und die Lage erklären. Und was denkt ihr? Nein, sie ist nicht auf Arbeit angekommen!!! Kurz nach 11 Uhr kam der Anruf der Ausbilderin und damit auch das Ende der Ausbildung. Ich sehe das so: Ihre Worte von "Freunde bleiben" war nur hohler Müll, Hinhaltetaktik oder Ablenkung. Tatsächlich hat sie tiefe psychische Probleme, kommt aus ihrem selbst gewählten Weg nicht mehr raus. Und ich kenne sie, Problemlösung gibt es bei ihr nicht, immer nur wegrennen. Und auch das hat sie wieder gemacht. Und sie wird es wieder tun. (Aussage ihres bisherigen Psychologen) Gut, sie wird irgendwann - wenn sie ganz tief in der Schei... sitzt - sich daran erinnern das ich ja immer alles erledigt habe für sie. Aber mehr nicht. Ich werde dann nur zum "Retter", aber wohl weniger zum Freund? Gut, das erstmal als Fakt. Vom Betreuungsgericht noch keine Info, keine Ahnung was da nun läuft. Ich danke Euch allen aber für Euer Interesse und die Denkwege zur Sache. Lutz |
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#42 |
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Einsteiger
Registriert seit: 21.09.2009
Ort: Freiberg / Sachsen
Beiträge: 19
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Heute ist die Einstellung gekommen!
War zu erwarten denke ich? In der Begründung ließt sich das so: "Die Selbstbestimmung ist ein höheres Gut als eine unvernünftige Entwickung und Selbstständigkeitswerdung". Gut, ich nehme das so hin - obwohl es mir nicht gefällt - und werde damit leben müssen. Letztendlich ist es für mich die Absicherung, alles mögliche getan zu haben um ein Abrutschen ihrer Person zu verhindern. Mehr kann ich nicht tun. Ich danke allen, die ihre Gedanken und Ideen hier mit beigetragen haben. Lutz |
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#43 |
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Forumsikone
Registriert seit: 30.06.2005
Ort: Hilden (bei Düsseldorf, NRW)
Beiträge: 3,285
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Hallo Lutz,
das ist eine tragische Entwicklung! So wie ich dich verstehe, ist das Band zwischen dir und deiner Pflegetochter noch nicht zerrissen. So besteht die gute Chance, daß sie eines Tages deine Hilfe annehmen kann..., auch wenn diese Perspektive derzeit kein Trost für dich sein kann. Liebe Grüße Jörg
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#44 |
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Einsteiger
Registriert seit: 21.09.2009
Ort: Freiberg / Sachsen
Beiträge: 19
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Hallo Jörg,
du hast das offensichtlich ganz richtig erkannt. Im Moment will sie von mir und auch ihrer Familie nichts wissen, lehnt jede Kommunikation ab. Aber ihr Psychologe und noch paar andere Leute sagen schon jetzt, wenn sie ordentlich auf die Schnau... gefallen ist, steht sie wieder da und sucht Hilfe. Zusätzlich dazu hat mich mein Anwalt mit einer 22-jährigen Frau bekannt gemacht, die nahezu den identischen Weg mit den gleichen Vorzeichen wie bei meiner Pflegetochter durchgemacht hat. Das war unglaublich lehrreich für mich und ich bin dieser jungen Frau sehr dankbar! Aber auch sie bestätigte mir, dass sie in 1 oder 2 Jahren wieder zurück kehrt um neu beginnen zu können. Sie muss erst ganz unten ankommen um sich zu besinnen. Traurig, aber offensichtlich wahr. |
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#45 | |
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Gesperrt
Registriert seit: 04.04.2004
Ort: NRW
Beiträge: 2,294
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Hallo,
Zitat:
Du hast alles versucht, es liegt nicht mehr in Deinen Händen. Möglichweise wird sich Deine Tochter irgendwann, wenn nichts mehr geht, an Dich wenden. Lass sie los, aber die Tür weiterhin geöffnet und vertraue auf das was ihr dem Mädel mitgegeben habt. Das wird mit Sicherheit nicht völlig weg sein, es ist momentan nur durch andere Dinge verschüttet. Man weiß nie was passiert, wenn die Kinder aus dem Haus gehen, u.U. muss man es aushalten, dass sie sich zunächst in eine völlig andere Richtung entwickeln, aber das muss längst noch nicht das Ende bedeuten. Je mehr man dagegen ankämpft, desto mehr Widerstand kann es evtl. auf der anderen Seite geben. Was man liebt, muss man loslassen. Kommt es zurück, war es nie fort, bleibt es weg, gehörte es Dir nie. Diesen Spruch beim Auszug meines Sprößlings vor Augen gehabt und es ist viel Wahres dran... Ich wünsche Dir alles Gute und vielleicht berichtest Du uns ja mal irgendwann von einer postiven Entwicklung.
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#46 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 05.08.2009
Ort: Siegburg
Beiträge: 64
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Lieber Lutz,
es tut mir leid zu lesen, wie es mit Deiner Pflegetochter weiter verlaufen ist und dennoch zählt es zu den Freiheiten, die man sich in dieser Gesellschaft nehmen kann. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Dich diese Erfahrung -zunächst so viel investiert zu haben und nun das Gefühl der Machtlosigkeit zu erleiden- nicht zu sehr verbittert; ich wünsche für Dich und vor allem für Deine Pflegetochter dass ein Stück in Deinem Herzen frei bleibt und Du ihr wieder auf die Beine helfen kannst, wenn Sie zurück kommt. Mag sein, dass sie sich noch im freien Fall befindet -dann hat sie wohl wirklich keine Möglichkeit wahrzunehmen und nachzudenken- aber wenn sie [unten] angekommen ist wird sie wissen und würdigen können, was sie [an Dir] gehabt hat; manche wissen erst die "Dinge" zu schätzen, wenn sie gewissermaßen Vergleichsmöglichkeiten haben. Ganz liebe Grüße an Dich, Giesela
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..¯¨¨˜“ª¤.... Alles was man über das Leben lernen kann, ist in drei Worte zu fassen: Es geht weiter! ..¯¨¨˜“ª¤.... |
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#47 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 08.06.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 227
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Hallo Lutz; also, daß Du Dir Sorgen über Dein Pflegekind machst, das kann ich gut verstehen. Ein Pflegekind über mehrere Jahre in der Familie zu haben, bindet und ich finde es ganz klasse; auch scheinst Du sie sehr zu mögen.
Nun, mit 18 ist sie volljährig und somit alleinverantwortlich. Eine Rolle einer Pflegefamilie (Du bleibst es ja, denn als Pflegefamilie steht Eure Beziehung unter GG Art. 6 Abs. 2) und jetzt wird sich Deine Pflegetochter vielleicht erst einmal aggressiv von Dir lösen um sich vielleicht freiwillig und liebend (heimlich) wieder an Dich binden. Habe Geduld ! Auch wenn es schwer fällt. Verstehe Deine Rolle als Angebot an sie. Mit Druck und z. B. mit einer Betreuung als Druckmittel kannst Du auch Schiffbruch erleiden, denn sie könnte Dich auch ablehnen .... Das wäre vermutlich noch härter für Dich. Der Erziehungsauftrag ist für Dich mit der Volljährigkeit im wesentlichen beendet. Ab jetzt kannst Du nur anbieten, bitten und vor allem, die Kommunikation halten. Sei ihr weiterhin eine gute PflegeFAMILIE, heiße sie willkommen, biete ihr eine weiterhin offene Türe an .... auch wenn Dir das Herz noch so blutet und Du zusehen mußt, wie sie sich "negativ" entwickelt. Auch das ist ihr Recht ! Lieben Gruß Ruediger Geändert von Ruediger99 (30.10.2009 um 16:03 Uhr) Grund: falsche Anrede ! Bitte berichtigen ! |
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#48 |
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Einsteiger
Registriert seit: 21.09.2009
Ort: Freiberg / Sachsen
Beiträge: 19
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Hallo und Danke für die Hinweise und den Beistand!
Ja, es bleibt wie es ist, also letztmalig beschrieben. Ihre Lehre wurde gekündigt, sie trinkt wieder und lässt sich komplett von ihrem Freund aushalten. Kontakte zum "alten Umfeld" gibt es nicht mehr. Im Betreuungsrecht ist sie damit nicht drin und damit bleibt mir wirklich nur abwarten. Wenngleich mich die sporadischen Information, die ich über ihr tun bekomme, nicht unbedingt glücklicher machen. Aber gut, rechtlich ist es derzeitlich nicht möglich helfend einzugreifen. Ich muss mich mit dem Stand der Dinge anfreunden, auch wenn es ihr und niemanden anderen nicht hilt. Danke für Eure Ratschläge und Hilfestellungen! Lutz |
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#49 |
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Forumsikone
Registriert seit: 30.06.2005
Ort: Hilden (bei Düsseldorf, NRW)
Beiträge: 3,285
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Paß bitte auf dich auf,
Lutz, damit du an der Situation nicht zerbrichst... Liebe Grüße Jörg
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#50 |
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Einsteiger
Registriert seit: 21.09.2009
Ort: Freiberg / Sachsen
Beiträge: 19
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Hallo Jörg,
du hast zweifelsfrei Recht. Damit das "zerbrechen" nicht passiert, gehe ich regelmäßig auf Weiterbildungstour zum Psychologen, d.h. er erklärt mir ihre internen Gefühls- und damit Schaltvorgänge. Von klarem Denken kann man ja insofern nicht reden. Sowas hilft gewaltig, es verständlicht das tun und nährt irgendwo auch die Hoffnung auf baldiges wiederkommen. Ihr Freund erstickt langsam in seinen Schulden und da dürfte das Ende ihres Lebensstiles bald in Sicht sein. Zumal ja der Januar mit all seinen Versicherungszahlungen ansteht. Da bin ich schon jetzt gespannt was passiert. Das dumme ist nur, dass ich damit schon weit aus dem Betreuungsrecht raus bin und tief in der Psychologie stecke - die leider hier nicht hin gehört. Aber ich halte durch und hoffe auf Besserung der Situation, Lutz |
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