Dies ist ein Beitrag zum Thema Betreuer reagiert nicht im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo VB Saar,
Du schreibst:
Zitat:
dass doch die Überwiegende Zahl der Berufsbetreuer systemisch arbeitet.
Diese Feststellung halte ich für ...
|
Registrieren | Hilfe | Benutzerliste | Kalender | Suchen | Heutige Beiträge | Alle Foren als gelesen markieren |
![]() |
#21 | |||
ehem. Admin / Berufsbetreuerin
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 14,097
|
![]()
Hallo VB Saar,
Du schreibst: Zitat:
Ums mal knapp zu formulieren..... nicht jede Familie ist automatisch ein Segen und es ist nicht Betreueraufgabe dies zu erforschen, zu wandeln oder gar zu therapieren. Oh nein, nicht schon wieder ![]() Zitat:
Ganz grundsätzlich: was notwendig ist und was nicht entscheidet jeder Mensch für sich selbst. Damit moralisierend zu wedeln, naja....wem nützt das? Zitat:
Gruss Michaela
__________________
diese kommunikation wurde im rahmen der überwachungsgesetze auf ihre kosten dauerhaft gespeichert und wird jederzeit weltweit gegen sie verwendet werden. danke für ihre kooperation. |
|||
![]() |
![]() |
![]() |
#22 |
Gesperrt
Registriert seit: 06.07.2011
Beiträge: 10
|
![]()
Hallo,
nun die Bezeichnung systemisches Arbeiten bezieht sich auf die Einbeziehung der familiären Strukturen. Es ist im Übrigen nicht die Aufgabe eines rechtlichen Betreuers zu entscheiden ob eine Familie ein Segen ist oder nicht. Sozialwissenschaftlich betrachtet ist Familie wichtig auch dann wenn negative Einflüsse entstehen. Eines dürfte aber doch auch klar sein und das gibt auch die wissenschaftliche Debatte her, eine rechtliche Betreuung ist , wenngleich zumeist notwendig in der Instalation, ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte eines Menschen. Und klar ist doch auch, dies auch ein Ergebnis nicht nur meiner Exploration, dass es nicht nur Betreuer gibt die in sich ruhen. Wir finden auch sehr viele Betreuer die es gut finden im geschützen Rahmen des Gesetzes Macht auszuüben. Vorstehendes beruht im Übrigen auch auf eigene empirische Bereiche. Es muß hier auch nicht das Berufsfeld der Betreuer verteitigt werden es gibt eine höhere Anzahl hervorragend , fachlich arbeitender Betreuer als umgekehrt. Dennoch ist es wichtig auch in solchen Foren auch realistisch auf die zu schauen die es nicht so ernst nehmen mit der Professionalität. Menschen die Foreen betreten und Hilfe suchen sollten auch das Gefühl haben ernst genommen zu werden und dies auch von denen die die Fragen betreffen. Zu Ende möchte ich noch erwähnen, dass ich nicht davon ausgehe, dass ein rechtlicher Betreuer therapeutisch tätig sein soll, genau dies gibt das Betreuungsrecht nämlich nicht her da wir von einer rechtlichen Betreuung reden. Systemisches Arbeiten kann aber sehr wohl mit dem Grundsatz der persönlichen Betreuung interpretiert werden. Also nicht aufregen das ist nicht mein Ziel, ganz im Gegenteil, sondern in den fachlichen Diskurs eintreten. |
![]() |
![]() |
![]() |
#23 | |||||||||
ehem. Admin / Berufsbetreuerin
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 14,097
|
![]()
Hallo,
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Die Betrebungen der unterschiedlichen Verbände (ich sag jetzt mal nix ![]() Zitat:
Zitat:
Vorstehendes beruht im Übrigen auch auf eigene empirische Bereiche. Zitat:
Zitat:
Zitat:
![]() Zitat:
![]() Der jetzt kommende Diskurs? wird bestimmt/hoffentlich spannend. Gruss Michaela
__________________
diese kommunikation wurde im rahmen der überwachungsgesetze auf ihre kosten dauerhaft gespeichert und wird jederzeit weltweit gegen sie verwendet werden. danke für ihre kooperation. |
|||||||||
![]() |
![]() |
![]() |
#24 | |
Einsteiger
Registriert seit: 05.06.2011
Ort: Hoch droben im Norden Deutschlands
Beiträge: 18
|
![]() Zitat:
Ich möchte dich bitten, mir noch einen kleinen Wunsch zu erfüllen: Könntest Du deine Behauptung (oben farbig markiert) auch mit einigen eindeutigen Links untermauern? Anton
__________________
"Wir haben alles richtig gemacht . . . und aus unseren Fehlern lernen wir." |
|
![]() |
![]() |
![]() |
#25 |
Forums-Geselle
Registriert seit: 08.06.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 227
|
![]()
Hallo alle zusammen,
Habe eine Abhandlung gefunden von Carola von Looz : "Das neue Richterbild in Betreuungssachen". In dieser Abhandlung sagt sie 'was zu Erwartungen an das Betreuungsgericht Besonderheiten des Betreuungsverfahres Distanz und Nähe Gklärte innere Haltung Formulare Anhörung Faires Verhalten Zeitmangel Zeitinvestition Respekt vor den Bindungen der Kliegel Sachkenntnis Lebensvorstellung der betroffenen Menschen Quelle: Soziale Arbeit 7-8.2006 google: Carola von Looz Gruß Ruediger99 |
![]() |
![]() |
![]() |
#26 |
Dipl.Soz.Päd. / Berufsbetreuer
Registriert seit: 03.10.2007
Beiträge: 4,381
|
![]()
Senf:
Mal zur Klarstellung: Systemisches arbeiten bedeutet keinesfalls die Einbeziehung der Familie. Der systemische Blick ist der Blick auf die Beziehungen - auf alle Beziehungen eines Menschen. Der systemische Ansatz stellt ferner einen eigenen therapeutischen Blick dar. Im Gegensatz z.B. zur Psychoanalyse ist er nicht an Defiziten orientiert, sondern an Ressourcen. Die systemische arbeit zeichnet sich durch eine "eigene" Gesprächsführung aus. Berühmt hier z.B. die "Mailänder Schule" mit der wunderfrage oder zirkulären Fragen (die dann eher in der Familientherapie zu hause sind). Der systemische ansatz geht davon aus, daß jedes Verhalten einen Sinn macht, und zwar in dem Kontext, in dem es gezeigt wird (Überleben und Kontakt herstellen). Ferner gehört dazu, daß nicht der "Symptomträger" automatisch der Mensch eines systems sein muß, der den höchsten Behandlungsbedarf hat, d.h. Angehörige sind oft stärker belastet als der Symptomträger. Hmöostase: Verändert sich ein Teil des systems, so verändern sich auch andere Teile bzw. sind bemüht, Veränderungen zu verhindern. Es gilt das Prinzip, daß das System stets erhalten bleiben muß (und wie viele Ehefrauen haben ihrem endlich trockenen Mann schon "Ich wünschte, Du würdest wieder saufen" an den Kopf geklatscht?). Ich schenke mir die Ausführungen zur Generation von Realität usw. "Systemisch arbeiten" meint wohl eher, den Blick auf alle Bezugskomponenten zu haben - ausgehend davon, daß wenn sich etwas ändert auch andere Bezugsmomente Auswirkungen zeigen. Grundsätzlich ist das hübsch, vielleicht richtig, in jedem Fall eine moderne und verbreitete Schule. Nutzt aber in Betreuungen nicht so viel. Das BGB sieht eindeutig eben nicht vor, das der Betreuer therapiert. Das wäre auch eine unprofessionelle Verstrickung (und systemisch untragbar, da der Betreuer als Handelnder ja Teil des systems ist = double-bind). Das BGB sieht auch nicht den Langeweilebär im Betreuer. Eine Vermischung von sozialer Betreuung und rechtlicher Vertretung halte ich auch für Unfug, der sich nicht daran orientiert, daß der Betreuer doch eine sehr eigene Stellung hat und tatsächlich auch mal "über den Kopf" entscheiden muß. Soziale Betreuung haben so ca. 40% meiner Nicht-Heimfälle. Oft ist es nämlich unerwünscht und die Szene näher. Das ist völlig okay. Zum Glück habe ich keinen Missionarsauftrag und darf die Menschen lassen. Mein Blick auf den Menschen ist psychiatrisch-analytisch, die Wahrnehmung der Beziehungen systemisch und das Denken und Handeln juristisch. Ich mache Angebote, die aus meiner Wahrnehmung und erfahrung resultieren. Im Betreuerausweis steht "vertrit gerichtlich und außergerichtlich". D.h. ich handele an Stelle des Betroffenen, z.T. in Absprache, z.T. aus Routine (Fortzahlungsanträge), z.T. aus Verpflichtung. Ich stelle Anträge, führe Prozesse, beauftrage Rechtsanwälte oder Sozialarbeiter, habe auch schon in Therapie vermittelt, entscheide darüber, ob der Richter Zwang genehmigen soll und ich die Genehmigung dann umsetze, fetze mich mit Vermietern, verkaufe Häuser, leite Insolvenzen ein usw. Ich mache das, was der B. nicht alleine kann. Therapeutische Interventionen sollten eigentlich nicht vorkommen. Die Frage nach der Familie beschränkt sich daher i.d.R. auch auf die rechtlichen aspekte oder ob Wohnungssuche dran ist. Mein Bild behalte ich für mich. Ich denke auch, daß ich meinen Betreuten viel Raum lasse ihre Selbstheilung zu entfalten und bemüht bin, ihre Fähigkeiten zu erkennen. Das ist aber oft nicht mehr möglich - genausowenig wie ein sinnvolles Gespräch. Ich fasse mich dann auch knapp. Ist etwas zu klären, so habe ich mir auch schon mal 2 h genommen - was eigentlich zu viel ist, aber Rücksicht auf die oft nicht ganz linearen Denkprozesse nimmt. Und letztlich hatte ich erst einen Betreuten, der Familienvater war. Wenn eine Betreuung eingerichtet wird, dann üblicherweise weil keiner es machen will und fam. Unterstützung nicht mehr ausreicht. Bin ich z.B. für einen älteren Menschen bestellt, so sind meine entscheidungen (Heim o.ä.) nicht von gefühlen getragen, sondern vom Haftungsrisiko. Üblicherweise bin ich schneller als die Tochter und probiere nicht ewig rum - oder im Gegenteil, baue ein System auf, in dem der Mensch zurecht kommt und zufrieden ist, aber vielleicht nicht so sauber wie im Heim ist. Geändert von Tomas11 (25.08.2011 um 01:46 Uhr) |
![]() |
![]() |
![]() |
Lesezeichen |
Themen-Optionen | Thema durchsuchen |
Ansicht | |
|
|