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Betreuung der Großmutter übernehmen?

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Alt 31.08.2006, 12:02   #1
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Registriert seit: 31.08.2006
Beiträge: 4
Standard Betreuung der Großmutter übernehmen?

Hallo allerseits!

Auf der Suche nach Informationen, die mir bei meiner Entscheidung helfen, bin ich auf dieses Forum gestoßen.
Wahrscheinlich kennen Sie alle ähnliche Geschichten zur Genüge, ich beschreibe mal trotzdem kurz die Situation:


Meine Großmutter ist 87 Jahre alt, leidet unter starker Arteriosklerose, Polyneuropathie und hat eine Alterspsychose mit deutlich paranoiden Tendenzen.
Sie lebt aber zur Zeit noch in einer eigenen Wohnung ohne weitere Betreuung, versorgt sich mehr schlecht als recht und die ganze Bude ist bis unter die Decke mit "Zeugs" vollgestellt.
Nicht schmutzig, aber halt bis auf kleine Mausegänge zugestellt.

Im Januar wurde für sie eine Amtliche Betreuerin eingesetzt, da unsere Familie aufgrund zahlreicher übler Vorfälle, die in erheblichem Maße von eben meiner Großmutter ausgingen, kein wirklich gutes Verhältnis zueinander hat.

Der letzte Tropfen war der Tod meines Vaters im März 2005. Meine Mutter rief in Tränen aufgelöst bei ihr an - nur wenig nach dem letzten Atemzug meines Vaters - und meine Großmutter sagte darauf nur ganz trocken "Fein. Und ich sterb auch bald."

Seid dem herrscht tiefster Frost.

Nun ist meine Großmutter schon immer ein sehr egozentrischer, durchaus aggressiver Mensch gewesen. Und die fortschreitende Demenz bringt leider vor allem ihre negativen Eigenarten zur Geltung und lässt die liebenswerten Züge immer mehr verblassen.

Entsprechend ist auch die Betreuerin heillos überfordert. Sie wird nicht in die Wohnung gelassen, mit "Dingen" beworfen und seit gestern sogar tätlich angegriffen.

Also sollen nun Zwangsmaßnahmen ergriffen werden.
Per psychiatrischem Gutachten soll die Betreuung erweitert und ein Einwilligungsvorbehalt eingerichtet werden.
In diesem Zuge soll eine Einweisung in eine Psychiatrie sowie anschließend der Zwangsumzug in ein Altersheim erreicht werden.

Aufgrund dieser Ereignisse fühle ich mich nun verpflichtet, da als Enkelin einzuschreiten.

Schließlich hat jeder Mensch ein Recht auf die Achtung seiner Menschenwürde, auf anständige Behandlung und auf die Wahrung seiner persönlichen Rechte.

Und da denke ich, diese Rechte sind nicht garantiert, wenn ich das weiterhin seinen "amtlichen" Gang gehen lasse.


Ich weiß aber leider nicht, wie viel Zeitaufwand ich für die Betreuung einkalkulieren müsste.
Also neben dem normalen "Schauen, ob alles ok ist, Urenkelkind vorführen, Schwätzchen halten, bis es zu stressig für alle Beteiligten wird."

Leider bin ich bei uns in der Familie diejenige, die ohnehin schon ein kleines Kind, eine eigene Firma, nen Haushalt und die Homepagebetreuung für das Geschäft meiner Mutter übernimmt.

Viel Zeit für eigene Hobbies hab ich ohnehin nicht mehr.

Aber ich würde mir wohl bis ans Ende meines Lebens nicht verzeihen, wenn die alte Dame ... naja, der alte Drache ) ... in ein fieses Heim käme und da nicht gut behandelt würde.

Kann mir da einer etwas zu sagen, was genau auf mich zukommen würde?
Paulina ist offline  
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Alt 31.08.2006, 13:39   #2
Heinz
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Paulina,

was hälst du denn von Kurzzeitpflege? Sich mal umzuschauen, welche Heime in Betracht kämen und fragen, wo mal für 3-4 Wochen ein Heimplatz frei wäre. Die Wohnung deiner Oma bliebe erhalten und sie käme auch wieder zurück. Es sei denn, ihr gefiele es so-o gut, wohl eher nicht...

Gleichwohl hätte sie und auch du die Möglichkeit, die `fiesen´ Heime auszusortieren und auch andere kennen zu lernen und eine Alternative in Erwägung zu ziehen.

Gewiss, das Leben im Heim ist nicht das Leben zu Hause. Und wenn deine Oma par tout nicht ins Heim will, wird sie mit den Nachteilen zu Hause leben müssen. Günstig wäre dann eine schriftliche, von ihrem Arzt gegengezeichnete Erklärung, dass sie auf gar keinen Fall in ein Heim will, sondern ausschließlich zu Hause leben will, auch wenn das ihren sicheren Tod bedeuten würde.

Anders ist die Situation, wenn sie sich oder andere gefährdet. Nach käme zumindest ein vorübergehende stationäre Behandlung in der Psychiatrie in Betracht, um sie zumindest medikamentös richtig zu versorgen. Die medizinische Versorung kann dann zuhause der Pflegedienst übernehmen.

Sollte sie jedoch ihren eigenen Willen durchsetzen wollen und weder Essen auf Rädern noch Haushaltshilfe noch Pflegedienst zulassen, kann es durchaus sein, dass eine zwangsweise Unterbringung wohl auch im Heim unvermeidbar wird. Das mitansehen zu müssen und nichts dagegen tun zu können, wird dein Problem sein.

Die Betreuung wird unter dieser Ausnahmesituation wohl nur von Berufsbetreuern geführt werden können. Das Gericht zu überzeugen, dass die Betreuung und damit die Entscheidung über den Aufenthalt der Oma bei dir besser aufgehoben ist, wird schwerlich möglich sein.

Also würde ich mich mit der Betreuerin verständigen, ob nicht die Kurzzeitpflege in Betracht käme oder wenn schon Altenheim, dann vielleicht eins mit besonderem Charakter wie schon mal konfessionell geführte.

Es ist eine wahrlich prikäre Situation. Viel Erfolg
Heinz
 
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Alt 31.08.2006, 17:48   #3
Ehrenamtlicher Betreuer
 
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,623
Standard ohne

Hallo,

nicht alle Heime sind fies. Aber von 10 Heimen, die ich kenne, wüßte ich vielleicht 2, in die ich einziehen würde.

Man darf aber auch die Augen vor der Realität nicht verschließen, und dann ist es immer besser, wenn man schon ein oder zwei Heime ausgeguckt hat, die in Frage kämen. Und wenn es plötztlich eilt ist es oft sehr schwer, auf die Schnelle einen Heimplatz zu finden.

Eine Bemerkung, die sich merkwürdig anhört, aber ernst gemeint ist: ich beurteile Heime als Erstes nach ihrem "Geruchsfaktor". Es ist normal, dass ein Pflegeheim etwas nach "Pipi" riecht, das ist eben so. Ich kenne aber auch Heime, wo es schon durchdringend müffelt.
Wenn aber ein Heim in der Lage ist, für gute Luft zu sorgen, dann frage ich mich, warum andere Heime das nicht können. Für mich ist das ein erster Anhalt, wie ein Heim geführt wird.

Gruss

Andreas
AndreasLübeck ist offline  
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Alt 31.08.2006, 19:23   #4
Ursula
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Paulina,

Ein Heim auszusuchen ist immer ein wenig schwierig und du brauchst viel Einfühlungsvermögen und Zeit dazu. Am ungeschminktesten siehst du die wirklichen Verhältnisse in einer Einrichtung, wenn du einfach mal an einem normalen Wochentag mitten am Vor-oder Nachmittag hereinschneist und dich ein wenig umsiehst. Sieh dir an, was die alten Leute so machen, wie sie ausschauen. Ob sie teilnahmslos irgendwo sitzen oder Kontakt miteinander haben, ob Pflegepersonal freundlich und zugewandt mit den Menschen spricht. Und dann stell dir deine Großmutter in diesen Räumen vor. Ich denke, wenn du dann zu Hause noch einmal über deine Eindrücke nachgedacht hast, wirst du zu einer Entscheidung kommen.
Nach dem Geruch würde ich persönlich weniger gehen. Es kann sein, daß ein Altenheim in dem nicht peinlichst auf Sauberkeit und Ordnung geachtet wird, mehr Achtung vor der Persönlichkeit eines alten Menschen zeigt und mehr Wert auf ein menschliches Miteinander legt. Allerdings sollte es nicht schmutzig und dreckig aussehen.
Ob konfessionell oder nicht, ich würde danach gehen, ob es in der Einrichtung auch Freiräume gibt, ob nur auf satt und sauber geachtet wird, oder ob auch eigene Wünsche und Bedürfnisse meiner Großmutter beachtet werden. Es gibt kleine private Heime, nicht teurer als die von großen Trägern, in denen gemeinsam gekocht wird, einer dem anderen unkompliziert helfen kann, Kinder und Hunde gern gesehen werden und alles eigentlich offen ist, bis auf die privaten Zimmer, in denen jeder seine Intimsphäre wahren kann.
Meiner Meinung nach kannst du die Beteuung beantragen ohne daß es für dich zu viel wird, wenn deine Großmutter in einem geschützten Raum lebt, in dem für sie gesorgt wird. Allerdings ist der Weg bis dahin zeitintensiv und kräftezehrend. Da mußt du schauen, was du dir zumuten kannst.
Wenn sie zu Hause bleibt, ist auf lange ´Zeit immer wieder mit neuen Problemen zu rechnen, die bewältigt werden müssen. Da scheint mir ist es sinnvoll eine andere Person mit als Betreuerin hinzuzuziehen, mit der du dich dann austauschen könntest, wenn ihr getrennte Bereiche habt, aber miteinander Kontakt haltet.

Viel Kraft für deine Aufgaben wünsche ich dir!

Gruß! Ursula
 
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Alt 03.09.2006, 09:21   #5
Gesperrt
 
Registriert seit: 31.08.2006
Beiträge: 4
Standard

Hallo allerseits

Danke für die Antworten!

Vorgestern habe ich mir den ganzen Abend erst mit meiner Schwester und dann mit meiner Mutter "um die Ohren" geschlagen - was mich erstmal mit reichlich deprimierter Laune versorgt hat.

Meine Schwester möchte am liebsten, dass meine Oma in ihrer Wohnung bleibt und dort ambulant versorgt wird... ob ich denn nicht dafür sorgen kann... Heim wäre doch gemein.
Aber viel Zeit dann selbst investieren, weil die "amtliche Versorgung" einfach nicht ausreichend ist für ne Frau, die selbst kaum noch stehen, gehen, klar denken kann? Nee, sie ist ja kinderlos und hat viele Freunde und einen guten Job ... auf keinen Fall!
Zuerst einmal hat sie mir ihre Urlaubspläne aufgeschrieben, also zu diesen Zeiten dürfte ich schonmal kein Gespräch mit der aktuellen Betreuerin, dem zuständigen Richter anberaumen - dabei sein wolle sie natürlich, damit nichts entschieden wird, was sie für nicht nett hält...
Na fein!

Meine Mutter hingegen, die ich direkt im Anschluss besuchte, erinnerte sich spontan daran, dass meine GroMu Ihr in den 50er Jahren als Kind das Leben oft sehr schwer gemacht habe.
Und dass sie ihr deshalb eigentlich überhaupt nicht helfen wolle.
Und auch nicht damit einverstanden wäre, wenn ich das tun würde.
Es würde mir auch in keiner Weise gedankt, und ich sei selbst schuld, wenn ich mir "sowas" ans Bein binden würde.
"Die" hätte eh nichts von Wert - das könnte ruhig die Caritas alles in nen Container schmeißen....
(Wow - an diese Dimension hatte ich bei meiner immer schon Minimalrente beziehenden Großmutter noch nie gedacht ...)

So - also hab ich inzwischen hinreichend ausschließen können, dass der Rest meiner Familie bereit ist da mit zu helfen.

Was die Auswahl des Altersheims angeht:
Meine Großmutter HASST alte Leute. Sie versucht sich selbst mit ihren fast 87 Jahren immer noch eher an der jungen Generation zu orientieren, auch in ihrer Kleidung damenhaft und gepflegt, schlank, mit etwas dezentem Make-up aufzutreten.
Sie ist peinlich sauber und legt großen Wert auf tadellose Marnieren.
Auch bei anderen.
"Müffeliger" oder "pipiartiger" Geruch wäre für sie ein Grund da abzuhauen.
Apathisch herumsitzende alte Menschen ebenfalls.
Und Krankenhaus-Atmosphäre wäre ganz furchtbar.

Perfekt wäre eine Art betreuter Wohngruppe, wo es die Möglichkeit gibt selbst zu kochen etc.
Sie kocht nämlich ganz hervorragend, hat in Ostpreussen auf nem großen Gut Hauswirtschaft gelernt, dann eine Karriere als Ballerina eingeschlagen und war schließlich jahrelang Hausdame und Unterhalterin für einen senioren Konsul.
Wenn sie "gut drauf" ist, unterhält sie die Leute mit Kartentricks, phantasievollen Geschichten und Erzählungen, die wie "1001 Nacht" anmuten.
Ganz wunderbar, ein bisschen spinnert und durchaus sehr niveauvoll.

Aber das ist leider in der Preislage, die wir uns leisten können, so gut wie aussichtslos.
Und ich fürchte halt, dass "das Amt" ihr irgendein unpersönliches Heim zuweist, wo der verbliebene Teil ihrer - eigentlich wirklich hohen - Intelligenz nicht wirklich gefördert und gefordert wird.
Weil das dann alles auf diesem "Senioren = große Kinder"-Niveau läuft.
Mit Volksmusik und Singspielen ... das würde sie sofort, weil völlig falscher Kulturkreis, verweigern und totunglücklich sein.

Ich fürchte, das Ganze ist eine absolut unlösbare Aufgabe

Aber falls jemand in Krefeld oder Umgebung ein Altersheim wüsste, das auch nur annähernd ein bisschen Kultur anbietet - die nicht auf Holzmichel-Ebene ist, ich wäre um jeden Tipp dankbar!

Danke
Paulina
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Alt 03.09.2006, 15:43   #6
Ursula
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Paulina,

schau dir mal diese Internetseite an :http://www.seniorplace.de/_senioren/...en_Krefeld.htm
vielleicht ist sie hilfreich.
Ich finde es übrigens ganz prima von dir, daß du dich um die weitere Lebensgestaltung deiner Großmutter kümmern willst. Das ist bewundernswert und sollte doch für jeden selbstverständlich sein.

Ganz herzliche Grüße und viel Erfolg bei deiner Suche! ursula
 
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