Forum Betreuung

Diskussionsforum zum Thema

gesetzliche Betreuung

 

Umgang mit der Wut der Angehörigen

Dies ist ein Beitrag zum Thema Umgang mit der Wut der Angehörigen im Unterforum Forum für Angehörige und betreute Menschen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo, ich habe kürzliche für meine Mutter Betreuung angeregt, die schwer erkrankt und hoch verschuldet ist, wodurch es zu Sturzgefahr ...


Zurück   Forum Betreuung > Offenes Forum gesetzliche Betreuung > Forum für Angehörige und betreute Menschen

Registrieren Hilfe Benutzerliste Kalender Suchen Heutige Beiträge Alle Foren als gelesen markieren
Alt 26.08.2013, 08:27   #1
MIP
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Umgang mit der Wut der Angehörigen

Hallo,

ich habe kürzliche für meine Mutter Betreuung angeregt, die schwer erkrankt und hoch verschuldet ist, wodurch es zu Sturzgefahr und ausbleibenden Zahlungen von Miete, Krankenkasse, etc. kommt. Inzwischen hat sie einen Brief vom Gericht erhalten, der ihr die Sachverhaltsprüfung ankündigt.

Natürlich ist sie über diesen Schritt nicht besonders glücklich, um nicht zu sagen sehr wütend.

Wie geht man damit um, auch mit dem Gefühl nicht sicher zu sein, ob es eine gute und richtige Entscheidung gewesen ist? Auch wenn ich hoffentlich doch im Sinne meiner Mutter gehandelt habe, so habe ich doch auch Schuldgefühle.

Ich habe einen unabhängigen Betreuer beantragt, und kein Mitglied der Familie, auch um da etwas Neutralität hineinzubringnen. Und natürlich habe ich meine Mutter informiert um ihr die Hintergründe dieser Entscheidung zu erklären.

Welche Erfahrungen haben Sie hier? Wie sind Sie mit den Zweifeln und den wütenden Reaktionen ihrer Angehörigen umgegangen?

Vielen Dank für Ihre Antworten.
MIP
 
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 26.08.2013, 08:48   #2
Gesperrt
 
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 14,097
Standard

Guten morgen MIP,

soweit die Infos zu einer Beurteilung ausreichen ist alles ganz genau richtig gelaufen und gemacht worden.
Es ist völlig normal denke ich, dass fast jeder stinkesauer ist wenn eine Betreuung für ihn angeregt wurde. Gerade unter Verwandten besteht ja oft auch die unsinnige Hoffnung wenn der eine sich nur mal richtig bemühen würde, dann käme der andere schon fast alleine wieder flott.Manchmal kann das so sein aber wenns richtig verfahren ist und die Einsicht in Notwendigkeiten fehlt, da ist mit Gutmütigkeit nichts zu retten.

Bei der geschilderten Situation liegen gute Gründe für den Betreuungsschritt vor, was sonst hätte man machen sollen? Auch die Idee dass ein neutraler dritter sich kümmern soll ist goldrichtig.

Mit der Zeit, und vor allem wenn die Muter sieht dass Dinge sich regeln, wird sicher der Zorn auch wieder verschwinden. Dazu muss man die nötige Zeit und Geduld aufbringen- was natürlich schwerfällt. Also keine Bange, die Entscheidung war sicher die Richtige und der Rest und Ärger wird sich in einigen Wochen oder Monaten auch wieder entspannt haben und verschwunden sein.

Gruss Michaela
michaela mohr ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 26.08.2013, 08:56   #3
Gibt einen aus
 
Registriert seit: 24.04.2013
Ort: Bayern
Beiträge: 222
Standard

Hallo MIP,

mit einer negativen Einstellung gegenüber einer Betreuung und auch Wut muss sich ein Betreuer öfter zu Beginn der Betreuung auseinandersetzen. Das ist auch verständlich. Der Betreute hat bestimmte Vorstellungen und Befürchtungen von Eingriffen in sein Leben, die auf ihn zukommen. Er sieht sich häufig bevormundet und ausgeliefert.

Da hilft nur Verständnis und die Erklärung, was der Betreuer wirklich darf und welche Rechte der Betroffene hat.

Für Selbstzweifel besteht m.E. kein Anlass. Auch wenn das Ergebnis wäre, dass eine Betreuung nicht nötig sein wird, können die Gutachten der Betreuungsstelle und des Psychiaters Hinweise geben, welche Hilfe für Ihre Mutter zu veranlassen ist und was in die Wege zu leiten ist.

Alles Gute für den weiteren Weg
BineP
BineP ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 26.08.2013, 19:38   #4
Admin/Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,632
Standard

Hallo MIP

Verständlich, dass es für Dich schwer ist, mit Vorwürfen und Ärger umzugehen: Du hast Dir bzw. Deiner Mutter nicht mehr anders zu Helfen gewußt und es nicht mehr ausgehalten, dem immer schlimmer werdenden Drama zuzusehen.
Deshalb ist Deine Entscheidung auch richtig gewesen.
Bei einer Entscheidung zwischen unterschiedlichen Lösungswegen kannst Du nicht alle Wege gleichzeitig beschreiten (deshalb entscheidest Du Dich ja auch) und schon gar nicht alle Leute glücklich machen.
Ärger ist da immer vorprogrammiert, aber der wird sich in dem Maße legen, wie Deine Mutter merkt, wie die Hilfen auch anschlagen.
Durchaus möglich, dass sie irgendwann einmal in der Lage ist, Dir dafür zu danken. Das wird aber eine Weile dauern. Und so lange mußt Du den Knaatsch aushalten.

Mit dem Wissen, dass Deine Entscheidung richtig war, geht das Aushalten aber auch besser.

Die nötige Geduld wünscht

Imre
__________________
Fehler sind dazu da, um sie zu machen
und daraus zu lernen.
Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen.
Imre Holocher ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2013, 17:44   #5
MIP
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Wie geht es weiter?

Zunächst vielen Dank für die netten Antworten. Bisher habe ich nichts weiter gehört, ausser das die zuständige Betreuungsstelle mit meiner Mutter gesprochen hat im Rahmen der Sachverhaltsprüfung. Diese lehnt eine Betreung ab. Wie geht das alles jetzt weiter?

Und vorallem, wie geht es weiter, wenn keine gesetzliche Betreuung bewilligt wird? Als Familienangehörige ist man irgendwie ratlos.

Einen schönen Sonntag.
 
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2013, 18:00   #6
Admin/Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,632
Standard

Hallo MIP

Wie es weitergeht? Lass Dich überraschen, wir können hier keine wilden Szenarien entwerfen, die dann doch nicht zutreffen.

Falls das Gericht meint, keine Betreuung einrichten zu müssen, dann muss Deine Mutter zeigen, dass sie ihre Sachen alle auch alleine erledigen kann. Wenn sie es nicht schafft, dann fällt sie gründlich auf die Nase und es gibt doch eine Betreuung.
Aber es wird ihre Nase sein, die den Schmerz und den Bedarf an Betreuung auch an ihr Hirn weitergeben muss.

Für Angehörige ist das üblicherweise nur schwer auszuhalten. Trotzdem muss den Angehörigen klar sein, dass sie in dem Ausmaß, wie sie versuchen die immer mehr werdenden Defizite auszugleichen, eine Betreuung hinauszögern und gleichzeitig immer mehr Schuldgefühle und Vorwürfe (ich helfe zu wenig, du hilfst zu wenig, ihr helft zu wenig) auf die eigenen Schultern laden.

Viel Glück wünscht

Imre
__________________
Fehler sind dazu da, um sie zu machen
und daraus zu lernen.
Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen.
Imre Holocher ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2013, 21:28   #7
Gesperrt
 
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 14,097
Standard

Zitat:
Und vorallem, wie geht es weiter, wenn keine gesetzliche Betreuung bewilligt wird?
das ist eine sehr verständliche aber auch schwer zu beantwortende Frage. Wie es weitergeht hängt nämlich in erster Linie von den Fähigkeiten deiner Mutter ab alles doch evtl. noch mal in gute Bahnen zu lenken aber vor allem- und das ist das Fiese daran- auch daran, dass dann die Angehörigen sich absolut aus allem konsequent heraushalten sollen und müssen.
Wenn das, oft natürlicherweise, weitere Probleme verursacht dann sollte man das unbedingt immer an die Betreuungssstelle und/oder das Betreungsgericht weitergeben- damit erkannt werden kann, dass es ohne Betreuung doch nicht geht. Höt sich ziemlich gemein an aber ist der einzig realistische, und vor allem kürzeste Weg damit evtl. doch noch eine Betreuung eingerichtet wird.

Viel Durchhaltevermögen, Gruss.
Michaela
michaela mohr ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2013, 13:05   #8
Ich bin neu hier
 
Registriert seit: 09.09.2013
Beiträge: 7
Standard

Die Wut, wenn sie denn Wut sei (Nachtigall, ick hör` dir...), ist natürlich mehr als berechtigt - immerhin darf gg. den Willen des Betroffenen keine Betreuung eingerichtet werden. Wenn dann so "ein unabhängiger Gutachter kommt" und einfach den freien Willen abspricht... lädt man da nicht enorme Schuld auf sich als Angehöriger?

Also: noch alle Fünfe beiandander, die Dame, da logische Reaktion...
Manul ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2013, 14:12   #9
Ehrenamtlicher Betreuer
 
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,843
Standard

Zitat:
Zitat von Manul Beitrag anzeigen
Die Wut, wenn sie denn Wut sei (Nachtigall, ick hör` dir...), ist natürlich mehr als berechtigt - immerhin darf gg. den Willen des Betroffenen keine Betreuung eingerichtet werden. Wenn dann so "ein unabhängiger Gutachter kommt" und einfach den freien Willen abspricht... lädt man da nicht enorme Schuld auf sich als Angehöriger?

Also: noch alle Fünfe beiandander, die Dame, da logische Reaktion...
Aha, jeder mit logischer Reaktion ist also normal...

Gruß

Andreas
AndreasLübeck ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2013, 21:40   #10
Ich bin neu hier
 
Registriert seit: 09.09.2013
Beiträge: 7
Standard

Zitat:
Zitat von AndreasLübeck Beitrag anzeigen
Aha, jeder mit logischer Reaktion ist also normal...
Öhm...

Aber wir wissen ja, wie das läuft: hätte die Betroffene keine Wut, sondern würde meinetwegen Dankbarkeit an den Tag legen, wäre für alle alles schick, und so dürfte sie halt als uneinsichtig gelten, spielt also rechtlich kaum eine Rolle, eher rechtsphilosophisch bzw. ethisch.
Manul ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Stichworte
anregung zur betreuung, reaktion angehörige

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are an
Pingbacks are an
Refbacks are an

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 01:29 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.11 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2026, vBulletin Solutions, Inc.
Template-Modifikationen durch TMS

SEO by vBSEO 3.2.0

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40