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Cannabis auf Rezept - Erfahrungen?

Dies ist ein Beitrag zum Thema Cannabis auf Rezept - Erfahrungen? im Unterforum Gesundheitssorge - Arzteinwilligungen - Krankenkasse , Teil der Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts
Hallo. B. schwere MS mit starken Spastiken. Ihre Krankenhauskarriere ist lang , eben so ihr Medikamentenplan. Sie hat so ziemlich ...


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Alt 08.05.2018, 22:52   #1
Routinier
 
Registriert seit: 17.01.2015
Beiträge: 1,882
Standard Cannabis auf Rezept - Erfahrungen?

Hallo.

B. schwere MS mit starken Spastiken. Ihre Krankenhauskarriere ist lang , eben so ihr Medikamentenplan. Sie hat so ziemlich alles durch. Das einzige was hilft ist Cannabis. Erhält auch schon länger Cannabisspray. Dies löst jedoch einen Pilz im Mund aus, was zu zusätzlichen Medikamenten führt, welche wieder Nebenwirkungen im MagenDarmBereich mit sich bringen. Sie ist daher schon länger in die Illegalität gegangen. Alle 2 Tage und es geht ihr gut. Jetzt hatte sie 4 Tage aufgrund Geldmangel nichts mehr - heute kam der Notarzt, extreme Spastiken, Körper völlig verkrampft, Klinik.

Problem: in der Theorie gibt es seit März 2017 die Möglichkeit der legalen Verordnung, Einnahme durch verdampfen über einen Vaporisator. In der Praxis finden wir jedoch keinen Arzt, der sich an die Materie ran traut und ihr das Zeug verordnen würde. Ihr Neurologe sagt ganz klar: ja würde ihr helfen. Aber er sieht zu viele Rechtsunsicherheiten, kennt sich nicht aus, macht er nicht.

Ich bin wahrlich kein Freund von Drogen. Aber ich sehe in dem Fall live, dass es in Ausnahmefällen tatsächlich medizinisch sinnvoll sein kann.

Hat schon jemand Erfahrungen mit dieser Verordnung gemacht? Wo und wie findet man einen Arzt, der das macht? In Berlin scheint es massig Ärzte zu geben. Aber im kleinen Saarland hat offensichtlich noch keiner verstanden wie das geht.

Hat jemand Tipps oder Ideen?

LG
Boomer
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Die meisten Probleme lösen sich von selbst - man darf sie nur nicht dabei stören
Boomer ist offline  
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Alt 09.05.2018, 07:01   #2
Gesperrt
 
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 14,097
Standard

Hatte ich noch nie aber wenn es hilft...... dann erkundige dich über Krankenkasse und evtl. Ärztekammmer wer das anbietet. Ich gehe davon aus dass dazu, genau wie bei der Substitution eine besondere Zulassung benötigt wird.
michaela mohr ist offline  
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Alt 09.05.2018, 09:09   #3
Routinier
 
Registriert seit: 06.03.2018
Ort: Bürstadt, Hessen
Beiträge: 1,229
Standard

Da mich das Thema interessiert hat, habe ich eben mal gegoogelt. Dabei bin ich auf folgenden Artikel gestoßen:

Cannabis auf Rezept: Wer darf das Medikament bekommen?

Da heißt es unter anderem:

"Beim Schmerzzentrum am Universitätsklinikum des Saarlandes haben sie neuerdings zwei Ambulanz-Tage in der Woche, in denen es nur um Cannabis geht. „Die Leute rennen uns die Bude ein“, sagt Sven Gottschling, Chefarzt des Zentrums. „Darunter sind auch Menschen, als Patienten getarnt, die sich den Freizeitkonsum legitimieren oder gar bezahlen lassen wollen“, sagt er. Denn Ärzte können neben Medikamenten wie dem Mundspray von Bernd Eggink und Tabletten auch pure Cannabis-Blüten verschreiben - etwas, das Gottschling grundsätzlich nicht macht. Arzneien in Form von Spray oder Tabletten, niedrig dosiert, in jedem Fall unter der Rauschgrenze, reichten medizinisch meistens völlig aus."
Michael77 ist offline  
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Alt 09.05.2018, 12:49   #4
Routinier
 
Registriert seit: 17.01.2015
Beiträge: 1,882
Standard

".... grundsätzlich nicht macht " - ".... reichen meistens aus"

Und genau da liegt das Problem. Ja, reicht meistens aus. Aich im Falle meiner Klientin. Nur verträgt sie es nicht, hat Nebenwirkungen. Da wird ein Gesetz auf den Markt geworfen, aber die Ärzte machen es "grundsätzlich nicht" weil pauschal alle Anfragenden Junkies sind und pauschal der Rest "ausreicht" . Sehr schade für die Leute, die eben nicht unter "meistens" fallen. Denn genau für die ist diese neue Legalisierung gedacht. Die aber leider niemandem was bringt, wenn die Ärzte weiter von ihren pauschalen Vermutungen ausgehen.

Ich suche trotzdem mal weiter . Bisher stand ich dieser Dame und ihren Aussagen auch skeptisch gegenüber . Gebe ich zu. Aber nachdem ich sie gestern so gesehen habe - ehrlich, mit war nicht klar, zu welchen Verrenkungen ein Körper in einer akuten Spastik fähig ist - bin ich doch sehr geneigt, für sie bei diesem Anliegen zu kämpfen.
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Boomer ist offline  
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Alt 28.05.2018, 16:31   #5
Ich bin neu hier
 
Registriert seit: 07.02.2017
Ort: Göttingen
Beiträge: 3
Standard Dasselbe Problem habe ich auch,

da ich selber eine Betreute habe, der Cannabis helfen würde, um mit ihrem Leben klar zu kommen. Vorhandene Diagnosen würden die Verschreibung von Cannabis an meine Betreute unterstützen.

Habe dazu selber noch blöde MS, bei der CBD, teuer legal erwerbbar als Nahrungsergänzungsmittel, das super gegen meine Spastiken hilft, welches mir auf Nachfrage nicht von meinem Neurologen verschrieben werden würde.

Drücke alle Daumen, dass es bei dir besser läuft.
Valendra ist offline  
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Alt 02.09.2026, 09:52   #6
Forums-Geselle
 
Benutzerbild von Elphaba
 
Registriert seit: 30.05.2026
Ort: Stuttgart in Baden-Württemberg
Beiträge: 100
Beitrag Eigenbedarf Cannabis nun legalisiert

Nach der Legalisierung des Cannabis-Anbaus und Konsums für den Eigenbedarf könnten Betreuer mit dem entsprechenden Aufgabenkreis ihren Betreuten als Mitglied im Cannabis-Anbauverein anmelden und so ohne Arztrezept an das gewünschte natürliche Schmerzmittel kommen - wenn das dem Willen des Betreuten entspricht.

Eine Rücksprache mit dem Hausarzt empfiehlt sich auch in diesem Fall.
Elphaba ist offline  
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Alt 02.09.2026, 19:33   #7
Admin/Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,604
Standard

Moin moin


Die Idee ist lustig. Wie sieht denn der Aufgabenkreis aus?
Wenn ein betreuter Mensch einfach nur gerne kifft, dann sollte er auch in der Lage sein, sich die Leckerein selber zu besorgen.
Es ist definitiv kein Betreuerjob, sich um das Gras zu kümmern. Das im Garten der Betreuten mähen wir doch auch nicht.


Etwas anderes wäre es, wenn ein betreuter Mensch Cannabis aus medizinischen Gründenbenötigen würde. Da hätten wir ihn oder sie durchaus zu unterstützen, an Rezepte etc. zu kommen, wenn er oder sie das nicht selber tun kann.


Mit freundlichen Grüßen
Imre
__________________
Fehler sind dazu da, um sie zu machen
und daraus zu lernen.
Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen.
Imre Holocher ist offline  
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Alt 03.09.2026, 08:00   #8
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 18.04.2022
Ort: Schleswig-Holstein
Beiträge: 289
Standard

Moin,

meine Klientin, die wahrlich nicht aus medizinischen Gründen auf Cannabis angewiesen ist, besorgt sich Rezepte immer über Online-Plattformen und muss dafür nie persönlich vorsprechen. Keine Ahnung, wie das möglich ist. Aber es scheint legal zu sein. Das Netz ist (leider) voll mit solchen Plattformen.
__________________
Viele Grüße
Fridel
FridelE ist offline  
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Alt 03.09.2026, 13:20   #9
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 07.12.2018
Ort: Bayern
Beiträge: 129
Standard

Zitat:
Zitat von FridelE Beitrag anzeigen
Moin,

meine Klientin, die wahrlich nicht aus medizinischen Gründen auf Cannabis angewiesen ist, besorgt sich Rezepte immer über Online-Plattformen und muss dafür nie persönlich vorsprechen. Keine Ahnung, wie das möglich ist. Aber es scheint legal zu sein. Das Netz ist (leider) voll mit solchen Plattformen.
Solange es Selbstzahlerrezepte sind, ist eigentlich egal. Ärgerlich finde ich es, wenn die Kosten zulasten der gesetzlich Versicherten gehen würden.
Pigeon ist offline  
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