Dies ist ein Beitrag zum Thema Betreuungsvermeidende "andere Hilfen" im Unterforum Off Topic Bereich , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Persönlichkeitsrechte hin oder her:
Ich arbeite in 2 Landkreisen. In beiden Landkreisen hat sich in den letzten Jahrzehnten das Klima ...
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#11 |
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Dipl.Soz.Päd. / Berufsbetreuer
Registriert seit: 03.10.2007
Beiträge: 5,164
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Persönlichkeitsrechte hin oder her:
Ich arbeite in 2 Landkreisen. In beiden Landkreisen hat sich in den letzten Jahrzehnten das Klima abgekühlt. Aufsuchende Hilfe gibt es nicht mehr. Der SpDi ist zum Verwalter und Aktenführer geworden, Bezirkssozialarbeit ausgestorben. Die Anforderungen an das amb. betr. Wohnen (Compliance) werden angehoben. Als "Betreute" drängen zunehmend junge Erwachsene auf den "Markt", die oft mit 25 schon eine tolle Karriere mit Wohnungslosigkeit usw. abgelegt haben, die psychiatrisch kaum zu fassen sind aber nix auf reihe bekommen. Da sehe ich schon ein erziehungs- und gesellschaftliches Versagen, denn es ist Aufgabe der Jugendhilfe, der Schulen und natürlich der Eltern, die Kids auf´s Leben vorzubereiten. Der Sparwahn schafft sich seine eigene Nahrung, verlagert sich nur. Wie wäre es mit dem Unterrichtsfach "lebenspraktische Fähigkeiten", "Stellen von Sozialhilfeanträgen" usw.? Mehr Kontrolle an Schulen, was für Pfeifen da von meinen Steuergeldern leben. Lehrer nicht verbeamten sondern einer ständigen Kontrolle zu empathischen, fördernden usw. Fähigkeiten unterziehen. Wie wäre es, wenn Familiengerichte nicht derart konsequent die mütterliche Erziehung bevorzugen würden? Sicherlich ist es auch betreuungsvermeidend, wenn Eltern nicht so viel arbeiten müssen daß Kinder emot. verwahrlosen. Alkoholsteuer anheben. Klappt ja bei Nikotin auch. Dürfte langfristig betreuungsvermeidend wirken. Zurück zu den LKH´s mit Langzeitbereichen. Ärztliches Attest, richterlicher Freiheitsentzug wie früher. Weg von der Ambulantisierung. Mann, jede Gesellschaft bekommt die Außenseiter, die sie sich selbst erschafft - sei es durch Verschärfung der Sozialgesetze, durch übermächtige Leistungsorientierung, durch "Individualisierung" oder Wegfall einfacher Tätigkeiten, die aber ein Überleben ermöglichen o.ä. In meiner Jugend gab es noch Möglichkeiten einfache Arbeiten zu verrichten, diese Menschen werden jetzt in der LH kaserniert, die LH (kann, will und darf) nicht alles erledigen und flups, ist der Betreuer dringend erforderlich. Neubestellung last summer: Die B. ist 81 Jahre alt und seit 1,5 a im APH. Was da vorfiel weiß ich nicht. Sie ist NICHT in der KV und bezog keine Altersrente. Die DRV ging mit ihr (und auch mit mir, aber nur kurz) etwas ruppig um, leugnete den Rentenanspruch. Den setzte ich dann durch. D.h. sie erhielt über 16 Jahre nicht die unterstützung, sich gegen die DRV zu wehren, die Kommune zahlte die Behandlungen über mind. 25 Jahre, jetzt auch noch die Pflege usw. Wo blieb die "Beratung und Unterstützung", die im SGB I festgeschrieben ist. Was hat dies "Sparhaltung" der DRV die Kommune und das Land letztlich gekostet? Übrigens bekommt sie für eine Frau ihres Alters ein fast noch gute Rente von 700 €. Letztlich wurde die Betreuung sogar gegen den erklärten Willen eingerichtet. Die Sache mit der KV war natürlich irgendwann vor 20 J. "durch", ebenso wird die Rente erst ab Antrag gewährt. Die Politik und die Justiz haben diese Gesellschaft erschaffen. Die Folgen sind Betreuer. Geändert von Tomas11 (23.01.2016 um 11:17 Uhr) |
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#12 |
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Routinier
Registriert seit: 17.01.2015
Beiträge: 1,882
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#13 |
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Club 300
Registriert seit: 19.01.2014
Beiträge: 331
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Das is ne witzige Diskussion.
Es gibt doch gar nicht genug Angebote. Für mehr Angebote ist ja wohl auch kein Geld da. Selbst völlig fitte Leute sind doch kaum in der Lage, sich Hilfe zu suchen. Bei der Schuldnerberatung wartet man Monate, noch länger wartet man bei Therapeuten, Fachärzten oder in Kliniken. Kranke Leute schaffen das erst Recht nicht. Zumal die auch gar nicht das Duchhaltevermögen haben, um ewig lange auf Termine zu warten. Die resignieren - wenn sie es bis zu den richtigen Stellen geschafft haben - doch schon ob der langen Wartezeiten. Wie soll denn jemand, der nicht einmal die einfachsten Sachen hinbekommt, und schon im normalen Alltag nicht klar kommt, sich auch noch Hilfe suchen. Und da bin ich erst bei den Leuten, die wenigstens noch einsehen, dass sie Hilfe brauchen....das ist aber bei vielen Betreuten auch gar nicht der Fall |
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#14 |
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Dipl.Soz.Päd. / Berufsbetreuer
Registriert seit: 03.10.2007
Beiträge: 5,164
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![]() Den muß man nicht nur haben, sondern auch behalten können. Gerade das Klientel der Schuldnerberatung wird oft nach kurzer Zeit gekündigt, da die zahlungen ausbleiben. Und wenn doch scheitert es immer an den fehlenden Unterlagen. Und wenn die einigermaßen zusammen sind: ich tippe, so ca. 30 % sehen den Sinn gar nicht. Und insbesondere die hiesige SB ist mir ein Dorn im Auge, da sie eine etwas sehr eigenwillige Arbeit leistet ... und von den Betroffenen jede Menge Mitarbeit fordert inkl. einer "Zuweisung", eines Antrags auf Beratungshilfe, des Weges zur Bank (P-Konto), eine detaillierte und vollständige Gläubigeraufstellung (nee, machen die nicht!), das Anfertigen von Kopien (machen die auch nicht) von Inkassoschreiben und Vollstreckungsbescheiden, eine irrwitzige Haushaltsplanung usw. Nur zum Thema Schuldnerberatung. |
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#15 | ||
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Gesperrt
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 14,097
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Zitat:
Von der Logik her kann/konnte das nicht sein. Bescheid lesen war auch nicht wirklich hilfreich, also bei Rentenstelle angerufen und sich den Kram "übersetzen" lassen: ja, das sei wirklich unglücklich, wir nicht die ersten die deswegen anrufen usw. Klar, bekommt sie mehr- aber das war aus dem Bescheid wirklich nicht ersichtlich. Fazit: Sozialarbeiterbedarfvermeidend, Betreuungsvermeidend, um nicht zu sagen Bürgerfreundlich usw. wäre es wenn mal alles was im normalen Alltag gelesen, verstanden und gemacht werden muss endlich in einer normalen und logisch nachvollziehenden Sprache geschrieben stünde. Seltsamerweise könnte man durch einen Zusammenscluss von Ämtern, Behörden usw. in dieser Richtung ganz schnell was erreichen. Scheint nicht gewollt zu sein, das schöne Argument: die da oben, kommt immer so gut über die Lippen. Da packt man das halt mal lieber nicht an.![]() Deshalb kann ich mich Imre nur anschliessen mit seiner Bemerkung: Zitat:
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#16 |
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Dipl.Soz.Päd. / Berufsbetreuer
Registriert seit: 03.10.2007
Beiträge: 5,164
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Und dazu gesellen sich die vielen tatsächlich unrichtigen Bescheide, die unhaltbaren Auffassungen einiger Sachbearbeiter, geldgierige Vermieter (Bsp.: Miethaus verkauft, JEDER Mieter bekam ne -unhaltbare- Kündigung, jedes Jahr ist die BK-Abrechnung falsch und wird vom Sozi nicht akzeptiert), fehlgeleitete Überweisungen (der Behörden nämlich) - also, selbst beim abgeschlossenen Studium und einigen Tagen als Betreuer staune ich noch immer, muß gugeln, brauche mal nen RA, muß widersprechen etc, etc.
Ganz zu schweigen von den ständigen Mitwirkungspflichten (Bsp: die B. meint keine Betreuung zu brauchen, nahm nen Job ein, der SGB II-Bezug war NICHT beendet, Job endet, JC rechnet weiter an, da über Wochen und Monate nix ankommt und plötzlich sind 2 Mieten offen, der Kühlschrank leer, 1800 € Nachzahlung brachten dann Linderung). Wie soll das ohne Betreuung funktionieren? Und sie ist eine meiner "Fitteren". |
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#17 |
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Club 300
Registriert seit: 19.01.2014
Beiträge: 331
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Die meisten haben ja auch mehrere Baustellen...
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