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Mal was anderes zu Corona

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Zitat: Zitat von Imre Holocher Wer jetzt sagt, dass die Zahlen der Infizierten oder der Verstorbenen auf die Einwohnerzahlen bezogen ...


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Alt 04.06.2020, 03:27   #11
FFB
Club 300
 
Registriert seit: 05.03.2018
Ort: Nürnberg
Beiträge: 317
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Zitat:
Zitat von Imre Holocher Beitrag anzeigen
Wer jetzt sagt, dass die Zahlen der Infizierten oder der Verstorbenen auf die Einwohnerzahlen bezogen werden müssen, und in Schweden nicht so viele einwohner sind, der liegt auch falsch: Schweden liegt da mit 0,4% bzw. 0,04% ungemein mittig:
die anderen europäischen Länder liegen zwischen 0,22% bzw. 0,01% (Deutschland als Streber...) und 0,52% bzw. 0,08% (Belgien).
Finnland (0,13% bzw. 0,01%) und Norwegen (0,16% bzw. 0,004%) sind hier auch wirklich klasse.
Aber die Zahlen und insbesondere die Relationen werden bei den Diskussionen nicht so oft genannt. Und erst recht nicht, dass Schweden ziemlich mittig angesiedelt ist. Das wegzulassen ist die beste Voraussetzung zum Gerüchteklopfen.
Schweden erscheint zwar noch "mittig", wenn man die kumulierten Gesamtzahlen über den gesamten Pandemie-Verlauf betrachtet. Weniger rosig sieht es dagegen aus, wenn man sich auf die aktuelle Situation konzentriert. Dazu habe ich mir aus den Johns-Hopkins-Daten mal die Todeszahlen je Einwohner der letzten zwei Wochen herausgesucht. Die sind in Schweden mehr als zehnmal so hoch wie in Deutschland oder wie in den anderen skandinavischen Ländern und auch noch doppelt so hoch wie in Italien oder Belgien. Nur Großbritannien hat derzeit ähnlich hohe Todesraten wie Schweden.

Code:
Todesfälle je 1 Mio. Einwohner, 20.-26.5. und 27.5.-2.6.2020

Sweden          37,82   33,96
Denmark          2,07    2,93
Norway           0,37    0,37
Finland          1,99    1,44
Germany          3,47    2,28
Italy           13,00    9,51
Belgium         19,50   14,75
Austria          1,22    2,89
United Kingdom  25,15   34,19
FFB ist offline  
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Alt 04.06.2020, 08:20   #12
Stammgast
 
Benutzerbild von mimi91
 
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Ort: Südwesten
Beiträge: 620
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Zitat:
Zitat von Imre Holocher Beitrag anzeigen
Das, was in Schweden anders ist, das ist die herangehensweise:
Dort hat man zunächst auf mehr Eigenverantwortung der Bürger gesetzt. Im Prinzip sogar auch zurecht, weil der allgemeine Umgang auch eher dazu paßt.
Das war wohl eher der eigentliche Kritikpunkt, den man sich hier nicht so laut auszusprechen getraut hat. Wird die Eigenverant-wortung in Deutschland doch so hochgehalten...
...dass bei jedem querliegenden Pups nach einem Gesetz gerufen wird. Als gäbe es hier so wenig davon.

Da fällt mir gerade die Katja Suding ein:


"Katja Suding, stellvertretende FDP-Vorsitzende, hat ihre Gedanken zur Corona-Krise auf Twitter geteilt: „Was ist das Leben wert, wenn wir uns die Freiheit zu leben nehmen lassen?“
Damit bezog sich die 44-Jährige auf die derzeit in ganz Deutschland herrschenden Ausgangsbeschränkungen.

Eine Allgemeinärztin, die jahrelang hauptberuflich als Notfallmedizinerin tätig war, antwortete prompt: „Hier die gute Nachricht: Wenn Sie tot sind, plagen Sie derlei Gedanken nicht mehr.“ (Merkur)


Ich bin weder Pandemie-Expertin noch Virologin, daher folge ich grundsätzlich deinem Rat, eher zuzuhören statt zu belehren und ich höre von meinen Freunden im Ausland wo auch immer: Wir wären so gern jetzt in Deutschland.
mimi91 ist offline  
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Alt 04.06.2020, 08:54   #13
Einsteiger
 
Registriert seit: 07.12.2018
Beiträge: 13
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Hier gibt es ein Interview mit einem deutschen Arzt, der in Schweden arbeitet:
https://www.merkur.de/politik/corona...-13754990.html
Pigeon ist offline  
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Alt 04.06.2020, 11:08   #14
Stammgast
 
Registriert seit: 29.10.2018
Beiträge: 525
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Ich sag es jetzt mal so:

Es gibt auch in deutschen Altenheimen genug Menschen, die keine Angehörigen mehr haben, keine sozialen Kontakte, einfach nur vor sich hin vegetieren und vielleicht einmal alle Jubeljahre mal den Pfleger sehen. Für viele von ihnen ist ein schneller Tod durch Corona tatsächlich erstrebenswerter als noch jahrelang in sozialer Isolation auszuharren oder, schlimmer noch, einen langen und qualvollen Leidensweg zu erleiden. Ich hatte selbst mal einen Angehörigen der an Prostatakrebs gestorben und man hat wirklich gesehen wie der über die Jahre gelitten hat.

Meine Erfahrung sagt: Die, die noch Angehörige haben, werden in der Regel in der häuslichen Umgebung gepflegt und sind dort vor Corona relativ sicher. Wer bei uns im Altenheim lebt, hat entweder völlig zerstrittene Angehörige (so nach dem Motto: "wenn man so eine Familie hat, braucht man keine Feinde mehr") oder eben keine mehr.


Größere Sorgen mache ich mir derzeit um den massiven Anstieg der häuslichen Gewalt während der Corona-Krise. Da wird in den nächsten Jahren eine ganze Generation traumatisierter Kinder heranwachsen die dann auch ihr ganzes Leben leiden werden. Ob das wirklich eine sinnvolle Abwägung ist, das Leben der Alten retten und dafür das der Jungen zerstören?
Pichilemu ist offline  
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Alt 04.06.2020, 19:13   #15
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 11.03.2019
Beiträge: 98
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Zitat:
Zitat von Pichilemu Beitrag anzeigen
Ich sag es jetzt mal so:

Es gibt auch in deutschen Altenheimen genug Menschen, die keine Angehörigen mehr haben, keine sozialen Kontakte, einfach nur vor sich hin vegetieren und vielleicht einmal alle Jubeljahre mal den Pfleger sehen.

Für mich eine verstörende Aussage. Du schließt aus deiner persönlichen Annahme, dass das gefühlte Fehlen von sozialen Kontakten oder von Dir als ungenügend empfundenen Lebensumständen so schlimm ist, dass sterben die bessere Lösung ist?
Wäre es nicht angemessen, wenn die Betroffenen das selber entscheiden dürfen?



Zitat:
Zitat von Pichilemu Beitrag anzeigen
Für viele von ihnen ist ein schneller Tod durch Corona tatsächlich erstrebenswerter als noch jahrelang in sozialer Isolation auszuharren oder, schlimmer noch, einen langen und qualvollen Leidensweg zu erleiden.

An einer Lungenerkrankung zu sterben ist weder schnell noch sanft oder in sonst irgendeiner Weise gnädig oder einfach für den Betroffenen.


Zitat:
Zitat von Pichilemu Beitrag anzeigen
Ich hatte selbst mal einen Angehörigen der an Prostatakrebs gestorben und man hat wirklich gesehen wie der über die Jahre gelitten hat.

Und was genau hat das mit allen anderen alten Menschen zu tun? Weder hat jeder Krebs noch ist deine eigene Erfahrung und vor allem deine Wahrnehmung der Situation auf andere Menschen anwendbar.




Zitat:
Zitat von Pichilemu Beitrag anzeigen
Meine Erfahrung sagt: Die, die noch Angehörige haben, werden in der Regel in der häuslichen Umgebung gepflegt und sind dort vor Corona relativ sicher. Wer bei uns im Altenheim lebt, hat entweder völlig zerstrittene Angehörige (so nach dem Motto: "wenn man so eine Familie hat, braucht man keine Feinde mehr") oder eben keine mehr.

Meine Erfahrung sagt: Das Versorgen von Schwerpflegebedürftigen zermürbt Angehörige bis diese selbst krank werden (meist Frauen) und belastet Familien über Gebühr.
Die Grundannahme, dass Familie=gut und Leben ohne Familie= nicht lebenswert, ist schon stark verallgemeinert.



Zitat:
Zitat von Pichilemu Beitrag anzeigen
Größere Sorgen mache ich mir derzeit um den massiven Anstieg der häuslichen Gewalt während der Corona-Krise. Da wird in den nächsten Jahren eine ganze Generation traumatisierter Kinder heranwachsen die dann auch ihr ganzes Leben leiden werden. Ob das wirklich eine sinnvolle Abwägung ist, das Leben der Alten retten und dafür das der Jungen zerstören?

Corona ist doch nicht ursächlich für häusliche Gewalt. Nur weil das Problem verstärkt sichtbar wird, heißt das weder, dass es für die Gewaltopfer vorher besser war, noch dass es ohne Coronamassnahmen auf Dauer für sie besser verlaufen wäre.
hanns ist offline  
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Alt 04.06.2020, 21:49   #16
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Zitat:
Nur weil das Problem verstärkt sichtbar wird,
Genau an der Stelle geht mir jetzt gewaltig der Hut hoch.


Durch die Corona Einschränkungen geschieht genau das Gegenteil. Misshandung wird "unsichtbar" statt sichtbar und die Eingriffsmöglichkeiten schwinden.
Lies dazu mal die statements der Familienbildungsstätten, Frauenzentren und übrigen "Verdächtigen".
__________________
diese kommunikation wurde im rahmen der überwachungsgesetze auf ihre kosten dauerhaft gespeichert und wird jederzeit weltweit gegen sie verwendet werden. danke für ihre kooperation.
michaela mohr ist offline  
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Alt 04.06.2020, 22:07   #17
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Beiträge: 98
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Zitat:
Zitat von michaela mohr Beitrag anzeigen
Genau an der Stelle geht mir jetzt gewaltig der Hut hoch.


Durch die Corona Einschränkungen geschieht genau das Gegenteil. Misshandung wird "unsichtbar" statt sichtbar und die Eingriffsmöglichkeiten schwinden.
Lies dazu mal die statements der Familienbildungsstätten, Frauenzentren und übrigen "Verdächtigen".



Sichtbar im Sinne von verstärkt in den Medien. Vorher war´s nur ein Thema von vielen. Jetzt ist es plötzlich präsent.

Geändert von hanns (04.06.2020 um 22:25 Uhr)
hanns ist offline  
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Alt 05.06.2020, 15:49   #18
Forums-Geselle
 
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Ort: Da, wo bald alles unter Wasser stehen wird.
Beiträge: 144
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Zitat:
Zitat von michaela mohr Beitrag anzeigen
Genau an der Stelle geht mir jetzt gewaltig der Hut hoch.

Wenn hier jedem, der eine andere Meinung vertritt als Andere gleich gewaltig der "Hut hochgeht", wird es schwer vernünftig miteinander zu diskutieren.
__________________
Ich verzichte aus Gründen der Lesbarkeit darauf, geschlechtsspezifische Formulierungen zu verwenden. Soweit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Männer, Frauen und Diverse in gleicher Weise.
Susi K ist offline  
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Alt 11.06.2020, 10:20   #19
Stammgast
 
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Zitat:
Zitat von michaela mohr Beitrag anzeigen
Genau an der Stelle geht mir jetzt gewaltig der Hut hoch.


Durch die Corona Einschränkungen geschieht genau das Gegenteil. Misshandung wird "unsichtbar" statt sichtbar und die Eingriffsmöglichkeiten schwinden.
Lies dazu mal die statements der Familienbildungsstätten, Frauenzentren und übrigen "Verdächtigen".

Um der Ausgewogenheit willen:


Allen Veröffentlichungen - hier in der Region - ist zu entnehmen, dass in den immer wieder zitierten Bereichen Gewalt gegen Frauen/Kindeswohlgefährdungen etc kein Anstieg aufgrund der Corona-Einschränkungen zu verzeichnen sei. Tatsächlich gebe es aber deutlich mehr Probleme bei Trennungsfamilien, in denen schon vorher - überwiegend von Frauen - versucht worden sei, Besuchsregelungen zu unterlaufen. Hier werde verstärkt das Virus vorgeschoben, um Treffen von Kindern mit dem getrennt lebenden Elternteil zu verhindern.



Nicht zu vergessen sind - aber leider immer noch der Fall - die von Frauen misshandelten Männer.
mimi91 ist offline  
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Alt 11.06.2020, 10:30   #20
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Naja, die Zahlen sagen dazu etwas anderes:
https://www.fr.de/meinung/corona-kri...-13757365.html
https://www.zeit.de/gesellschaft/202...enleben-studie
https://www.ndr.de/nachrichten/niede...gewalt110.html


An einem Wettbewerb wegen der vorgeblich ach so benachteiligten Männner möchte ich mich nicht beteiligen. Solche "Gegenüberstellungen" halte ich inhatlich für unsinnig.
__________________
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michaela mohr ist offline  
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