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Hetzerischer Beitrag bei "frontal"

Dies ist ein Beitrag zum Thema Hetzerischer Beitrag bei "frontal" im Unterforum Off Topic Bereich , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Zitat: Zitat von andy9118 @Garfield 2. Ich wollte und will keine politische Diskussion mit dir beginnen. Ich wollte lediglich eine ...


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Alt 21.08.2025, 20:50   #11
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Zitat:
Zitat von andy9118 Beitrag anzeigen
@Garfield

2. Ich wollte und will keine politische Diskussion mit dir beginnen. Ich wollte lediglich eine Gegenmeinung einstellen.

- Nein, wie ich schon schrieb ist das meine Meinung. Die ist nicht immer faktenbasiert, sondern basiert auf Erfahrung, aus dem was man so hört aus dem persönlichen Umfeld, Arbeit, Medien, etc. und vor allem aus meinem Bauchgefühl.
Das ist eigentlich einer der Grundpfeiler einer funktionierenden Demokratie.

Der Grundpfeiler einer funktionierenden Demokratie ist es, nicht-faktenbasiert nach unten zu treten um Böses über andere Menschen zu verbreiten, das man weder belegen will noch kann, weil man den Hass, den man verbreitet, für eine Meinung hält?
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Alt 21.08.2025, 21:25   #12
Berufsbetreuerin
 
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Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Auf der anderen Seite aber finde ich es mehr als fragwürdig, wenn sich Bürgergeldempfänger über die laufenden Leistungen einrichtet und sich eine kleine Nebentätigkeit sucht, die gerade so viel abdeckt, dass dadurch weitere Maßnahmen abgelehnt werden können.

Ein solches Verhalten wirst du nicht verhindern können, so lange solche Modell möglich sind. Das ist zutiefst menschlich und im evolutionären Sinne vernünftig.
Die Frage ist doch eher, warum diese Menschen sich auf einem derart niedrigen Level einrichten und wie man die, die mehr könnten, motiviert.
Ein Schritt dazu wäre eine deutliche Steigerung des Mindestlohns.


Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Ich bin seit Jahren in einigen Foren rund um SGB2/SGB12 unterwegs, wo ich beinahe schon eine "Persona non grata" darstelle, wenn ich der Meinung bin, dass wer einen Führerschein haben möchte, sich diesen aber (verständlich) nicht vom Bürgergeld leisten kann, der solle sich eine Nebentätigkeit oder ein Ehrenamt suchen (wenn es mit der Arbeitssuche ansonsten nicht klappt) und diese Mehreinnahmen dann für den Führerschein nutzen!

Verstehe den Kontext nicht ganz. Ärgern sich dann Leute, die den FS quasi geschenkt haben wollen?


Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Bei der von dir erwähnten Teilnehmerin wundere ich mich auch ein wenig.
1) wieso hat sie denn ihre Wohnung verloren?
2) wie sollen die SBs im Jobcenter fachlich beurteilen, wessen Erwerbsfähigkeit min. zeitweise aufgehoben ist, wenn (wie in jenen erwähnten Foren) immer lautstark betont wird, den SB gehen KEINE Diagnosen oder Symptome was an, da nicht fachlich qualifiziert, dies einzuordnen. Aha, aber 'ne Krankschreibung gibts auch nicht!
Und wenn man mal die hohen Kosten für ein Gutachten beim Ärztlichen Dienst oder Gesundheitsamt beiseite schiebt, muss auch erstmal dort das geeignete Personal vorhanden sein, um zu begutachten!
Einfach so "auf Zuruf" haut natürlich nicht hin!

Warum die Frau aus ihrer Wohnung geflogen ist, wurde nicht erwähnt. Sie hatte wohl eine sehr problematische Beziehung. Die naheliegendste Vermutung ist, dass sie und/oder ihr Partner die Miete nicht bezahlt haben. Ich konnte mir bei ihrem Auftreten auch schwer vorstellen, dass häusliche Gewalt keine Rolle gespiel hat. Letztlich blieb es im Dunkeln.
Ziemlich deutlich wurde aber: Die hatte gar nichts im Griff und hätte Hilfe gebraucht.


In diesem Falle hätten die Sachbearbeiter im Jobcenter auf den Jobcoach hören können, der deutlich erklärte, dass er aufgrund des psychischen Zustands der Frau nichts mehr für sie tun konnte und Therapie empfahl. Natürlich ist keiner von denen Arzt, aber solche Hinweise, sind zumal wenn eine entsor. Lebensgeschichte dazukommt, ein Grund, die Leute zum Arzt zu schicken, um die Erwerbsfähigkeit zu überprüfen. Und natürlich geht das nicht zwangsweise, aber es gibt so viele, die würden der Aufforderung dazu nachkommen, wenn sie denn geäußert würde


Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
3) Die Dame aus dem Beitrag bekam nun das 3te Coaching bei jenem Herrn. Er empfiehlt eine Psychotherapie. Ja Glückwunsch, wer in einer Gegend mit freien Kapazitäten lebt, hurra! Davon ab jedoch muss die Klientin aber auch eine Therapie WOLLEN und mitarbeiten!

Beides wurde in diesem Fall nicht thematisiert. Noch so ein Beispiel für die unglaubliche Oberflächlichkeit der Sendung.
Aber mal angenommen, sie ist au krank, möchte aber nicht in Psychotherapie. Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung zur Psychotherapie und davon abgesehen, "repariert" eine solche Therapie einen Menschen nur in den seltensten Fällen.
Die Folgen frühkindlicher Vernachlässigung, von Milieuschäden oder schweren Suchterkrankungen, um nur einige Ursachen zu nennen, kriegst du mit einer Psychotherapie nicht in den Griff.

Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Meine Eltern waren einfach Arbeiter, mein Bruder und ich die ersten in der Familie mit Abitur.
Ich bin aufgewachsen mit hart arbeitenden Eltern, die eher einen Drittjob gemacht hätten, als Wohngeld zu beantragen!

Du hast das bürgerliche Arbeitsethos vermittelt bekommen. Das ist genau das, was ich meinte, als ich schrieb, dass ich nie erlebt habe, dass solche Menschen dauerhaft arbeitslos bleiben, wenn nicht eine schwere Erkrankung eintritt.


Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Dass an ganz vielen Stellen seit Jahren Misswirtschaft betrieben wird, ich unterschreibe es dir!
Auch sollte es nicht möglich/erlaubt sein, dass Millionen- oder gar Milliardengewinne kaum besteuert werden, durch beinahe absurde Steuer"gesetzte"/Tricks, bei Groß-Erbschaften dasselbe Spielchen!

Wer heute Plusminus gesehen hat, konnte dort einen Beitrag verfolgen, wie es in Österreich vor Jahren gelang, dass die dortigen Beamten ins Rentensystem erfolgreich eingegliedert wurden!
Wieso werden solche Erfolge aus anderen Ländern nicht 1:1 bei uns eingeführt?

Die ganze reißerische Berichterstattung beruht einerseits auf nicht sauber geführte Zahlen durch die Jobcenter/Maßnahmeträger etc.

Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Ohne richtige, belastbare Zahlen ist alles nur tendenziös und ich verstehe den Frust jener Menschen, die mit ihren Steuern selbst die wenigen "Echt-Verweigerer" durchziehen (müssen).

Ich ehrlich gesagt nicht, denn ich denke, es sind ganz andere, die großen Schaden an der Gesellschaft anrichten. Ich habe angesichts des alltäglichen Wahnsinns der Mächtigen keine Energie übrig, um mich über diese kleinen Zecken aufzuregen.


Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Dass alle letztlich schauen, wo man selbst bleibt, ist menschlich nachvollziehbar, besonders, wenn man schon am E-Minimum lebt. Inkl. meiner Person und so lange diese wenigen Totalverweigerer als Gründe hergenommen werden, um die Regelsätze nicht zu erhöhen oder gar zu überlegen, sie zu kürzen, da greift man auch mir somit in die Tasche.
Weil Regelleistung SGB2 der im SGB12 nun mal entspricht!

Eine der größten Ungerechtigkeiten und Unmenschlichkeiten überhaupt, meiner Meinung nach. Wenn ich Königin von Deutschland wäre, würde ich als erstes dafür sorgen, dass diejenigen, die wirklich nicht mehr können, ein armutsfestes Auskommen erhalten.

Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Und ehe ich durch solche .... gezwungen werde, noch weniger Geld zu erhalten, da werde ich immer für Sanktionen sein!

Das ist m.E. ein ganz großer Fehlschluss. Das Geld ist über Jahrzehnte konsequent nach oben verteilt worden. Da musst du es suchen.


Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Es ist grad sooo viel am Zusammenbrechen, außerhalb von D und innerhalb!
Dann aber jenen, die dieses fragile System noch finanzieren, indirekt einen Stinkefinger zu zeigen, indem man nicht zumindest mit irgendwas beginnt bzw. sich beteiligt, ist weder angebracht noch die Lösung!

Da gebe ich dir Recht. Aber es ist erst recht keine Lösung, diejenigen, die sich die Mittel beschafft haben, die dem Staat und der normalen Bvölkerung fehlen, aus der Verantwortung zu nehmen.
Es ist so leicht, Hass auf die paar Totalverweigerer zu schieben - die kennt man, das kann man sich alles super vorstellen - und so anstrengend, sich darüber zu informieren, wohin das große Geld verschoben wird. Deshalb haben die rechten Hetzer so leichtes Spiel. Sie setzen sehr erfolgreich auf die Bequemlichkeit der Masse.
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Alt 21.08.2025, 22:09   #13
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Zitat:
Zitat von andy9118 Beitrag anzeigen
@Garfield

2. Ich wollte und will keine politische Diskussion mit dir beginnen. Ich wollte lediglich eine Gegenmeinung einstellen.

- Nein, wie ich schon schrieb ist das meine Meinung. Die ist nicht immer faktenbasiert, sondern basiert auf Erfahrung, aus dem was man so hört aus dem persönlichen Umfeld, Arbeit, Medien, etc. und vor allem aus meinem Bauchgefühl.
Das ist eigentlich einer der Grundpfeiler einer funktionierenden Demokratie.


Der Grundpfeiler einer funktionierenden Demokratie ist es, nicht-faktenbasiert nach unten zu treten um Böses über andere Menschen zu verbreiten, das man weder belegen will noch kann, weil man den Hass, den man verbreitet, für eine Meinung hält?
Ernsthaft? Du bastelst aus unterschiedlichen Textstellen ein angebliches Zitat zusammen und deutest meine Aussage wissentlich falsch, um mich schlecht dastehen zu lassen? Echt lächerlich.
Jeder kann nachlesen, dass ich mit dem demokratischen Grundpfeiler das Respektieren anderer Menschen Meinung meinte.

Ich klinke mich hier aus, dass ist mir zu blöd und muss ich mir nicht geben.
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Alt 21.08.2025, 23:21   #14
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Zitat:
Zitat von andy9118 Beitrag anzeigen
Ernsthaft? Du bastelst aus unterschiedlichen Textstellen ein angebliches Zitat zusammen und deutest meine Aussage wissentlich falsch, um mich schlecht dastehen zu lassen? Echt lächerlich.
Jeder kann nachlesen, dass ich mit dem demokratischen Grundpfeiler das Respektieren anderer Menschen Meinung meinte.

Ich klinke mich hier aus, dass ist mir zu blöd und muss ich mir nicht geben.

Ist es neuerdings verboten, Textpassagen zu zitieren, auf die man sich bezieht?


Dein Beitrag steht nur wenige Postings über meinem. Er wird in seiner Vollständigkeit kaum jemandem entgehen, der sich dafür interessiert.
Es ist doch erstaunlich, wieviel Wert du auf einmal darauf legst, dass die originale Quelle vollständig wiedergegeben wird, und dass obwohl sie für jeden unmittelbarer ohne jeden Aufwand verfügbar ist.
Jetzt überleg mal, was das über die Art und Weise, in der die Rezeption dieser sog. Dokumentation mehrheitlich erfolgen wird, aussagt. Dort steht die vollständige Darstellung nicht direkt daneben. Es bedeutet viel Recherchearbeit und Willen zur kritischen Auseinandersetzung damit, wenn die Konsumenten einen objektiven Zugang zur Thematik erlangen sollen. Das werden die wenigsten tun. Du selbst vertraust ja nicht einmal darauf, dass sie deinen nur Millimeter entfernten Beitrag finden und lesen wollen.


Du fühlst dich durch mich falsch zitiert und respektlos behandelt, allein aufgrund der Tatsache, dass ich nur die Passagen zitiert und kommentiert habe, die meiner Meinung kommentierenswert waren. Wie werden sich dann erst die Bürgergeldbezieher fühlen, die man nicht nur vermeintlich so verzerrt und unter Weglassung fast aller wesentlichen Angaben zum Kontext porträtiert hat?
Du weißt doch offenbar ganz genau, was eine vollständige, objektiven Darstellung ist.
Ich wollte in meinem Kommentar zu deinem Posting lediglich meine Meinung zum Ausdruck bringen. Die Doku jedoch nimmt für sich in Anspruch, informativ zu sein.
Erkennst du den Unterschied? Ich glaube schon. Und trotzdem verlangst du von mir päpstlichen zu sein als der Papst, wenn es um dich geht, stellst aber weder an einen öffentlich-rechtlichen Sender noch an deine eigenen Äußerungen irgendwelche Anforderungen in Bezug auf Faktentreue, Quellenbezüge und Vollständigkeit.
Das mit dem Respekt nehme ich dir darum nicht ab.

Geändert von Garfield (21.08.2025 um 23:39 Uhr)
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Alt 22.08.2025, 10:07   #15
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Zitat:
Zitat von Garfield Beitrag anzeigen
Hier im Thread ist der Kontext ja nicht der, was Betreuer machen können, sondern ob und wie effektiv Jobcenter unterstützen (können), um Langzeitarbeitslose in Arbeit zu bringen. Ich wüsste keinen einzigen Fall, in dem das bei einem sog. C- oder D-Kunden nachhaltig gelungen wäre. Ich kenne aber auch keinen einzigen Fall, in dem jemand mit typischen Mittelschicht-Kompetenzen ohne ernsthafte gesundheitliche Probleme dauerhaft arbeitslos geblieben wäre.

Moin,

áuch das Jobcenter kann auf Hilfen nach § 16K SGB II hinweisen und gegebenenfalls im Rahmen einer Niederschrift einen Antrag entgegennehmen. Man muss es nur wollen.

Der Leuchtturm
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Alt 22.08.2025, 16:48   #16
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Zitat:
Zitat von Leuchtturm-H Beitrag anzeigen
Moin,

áuch das Jobcenter kann auf Hilfen nach § 16K SGB II hinweisen und gegebenenfalls im Rahmen einer Niederschrift einen Antrag entgegennehmen. Man muss es nur wollen.

Der Leuchtturm


Das könnte wahrer nicht sein.
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Alt 23.08.2025, 04:21   #17
"Nervensäge" vom Dienst
 
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Zitat:
Zitat von Garfield Beitrag anzeigen
Ein solches Verhalten wirst du nicht verhindern können, so lange solche Modell möglich sind. Das ist zutiefst menschlich und im evolutionären Sinne vernünftig.
Die Frage ist doch eher, warum diese Menschen sich auf einem derart niedrigen Level einrichten und wie man die, die mehr könnten, motiviert.

Ein Schritt dazu wäre eine deutliche Steigerung des Mindestlohns.
Das ist doch das Problem, im großen, wie im kleinen: Es gibt bei allen Gesetzen "Modelle".
Auf diese Weise findet der Mächtige seine Schlupflöcher und auf die gleiche Art und Weise wird es "im Kleinen", aber mit vereinten Kräften versucht.

Mein genereller Eindruck ist, dass zig Gesetze an sich sinnvoll, gar gerecht für alle gelten sollen.
Nur diejenigen, die diese erarbeitet haben, übersehen div. Arten und Weise, wie etwas interpretiert oder mit "x" kombiniert wieder so angewendet werden kann, oder ein gewiefter Anwalt/Steuerberater/Beamter/whatever findet ein weiteres Schlupfloch und so wird dann aus jenem (theoretischen) Gesetz in der Realität, was es nicht werden soll(te). (Was ich meine ist vielleicht mit dem aktuellen Selbstbestimmungsgesetz & dem Fall Liebich vergleichbar, wo eine vermutlich nie zuvor erwogene Schwäche eines Gesetzes, gnadenlos ausgenutzt und der Gesetzgeber vorgeführt wird!)

Zurück zum Bürgergeld: Ganz generell?
Solange wir in Deutschland kein bedingungsloses Grundeinkommen haben, sehe ich jeden, der seinen BG-Antrag unterschreibt in der Pflicht, alles zu unternehmen, um seine Bedürftigkeit zu verringern oder zu beenden.
Eben, weil es dort exakt und verständlich als Grundvoraussetzung für einen Bezug so steht!
Daran würde auch ein höherer Mindestlohn nix ändern (den ich nicht per se ablehne!).
Aber ein höherer Mindestlohn würde wieder zahlreiche Dinge verteuern, was für Menschen mit prekären, finanziellen Mitteln wieder richtig schlecht wäre.
Wie lange dauerte es, bis die Gelder bei Pflegegrade erhöht wurden? 15 Jahre, richtig?
2024 war es so weit und 1 Tag, nachdem Herr Lauterbach stolz in die Kameras bekannt gegeben hatte, dass sich die Leistungen der Pflegeversicherung um ganze 4,5 % erhöhten, erhielt ich 1 Zettel von meinem Pflegedienst, dass durch die gestiegenen Kosten (als Erstes wurden da die gestiegenen Personalkosten genannt!) des vergangenen Jahres, sich ab 1.1. die Preise sämtlicher Leistungen erhöhten, im Schnitt um 5,5 %.
So ergeht es mir als Pflegebedürftige aber jedes Jahr!
Ja, schönen Dank auch!

Alleine bis die div. Verteuerungen einer ML-Erhöhung durch eine RL-Mini-Erhöhung z.B. für die SGB12er aufgefangen würden, dürfte es Jahre dauern.
Und dann heißt wieder Lohnabstandsgesetz, u.s.w.!
Ein ewiger Kreislauf!

Und das Thema "Regelsatz-Falle" fangen wir besser erst recht nicht an, oder?

Aber ganz grundsätzlich:
Wer (länger) krank ist/wird, wer Kinder nachweislich (ab 3J.) betreuen muss, noch zur Schule geht oder Angehörige bzw. Freunde nachweislich pflegt, sollte nicht wie der "normale" BG-Empfänger in derselben Statistik erscheinen, um deutlich zu machen, wie viele tatsächlich können! Das nämlich verzehrt sämtliche Zahlen und Interpretationen!

Zitat:
Verstehe den Kontext nicht ganz. Ärgern sich dann Leute, die den FS quasi geschenkt haben wollen?
Es ist schon seit Jahrzehnten kein Geheimnis, dass ein FS fast immer die Jobchancen vergrößert!
Bei Jobangeboten, wo ein FS notwendig ist, sei es, weil die Öffis-Zeiten nicht zu den Schichtzeiten passen oder Auto fahren regelmäßiger Teil des Arbeitstages ist, kommt es immer wieder zu derartigen Forderungen.
Schließlich wolle das Amt ja, dass man arbeiten gehe (durch das Jobangebot), ergo soll "das Amt" dem BG-Empfänger den FS ermöglichen!
Bei alternativen Vorschlägen wie Fahrräder, Mopeds oder E-Roller wird stets aufs Wetter verwiesen, wodurch die Stelle als unzumutbar betrachtet wird!
Schlägt jemand dann vor, derweil die durch einen (vermutlich leichter zu erlangenden) Minijob und/oder gar Ehrenamt verdienten, zusätzlichen Gelder in die FS-Ausbildung zu stecken, wird dieser jemand zur "Persona non grata"

Ich erlebe da häufig sehr geringe "Flexibilität" und zugleich eine Anspruchshaltung (auf pünktliche Leistungen), die doch darauf fußt, dass die aufgehaltene Hand gegen die anonyme Menge (Steuerzahler) gestreckt wird!
Würde sich dieselbe Anspruchshaltung konkret gegen Bekannte, Freunde und Familie richten, da würden so einige recht schnell "in die Pötte" kommen, weil ihnen das dann doch zu unangenehm wäre!
Diese bekannte "Gemeinschaft" der man mit seiner eigenen Abhängigkeit regelmäßig in die Augen sehen müsste, wäre zunächst unterstützend, helfend und geduldig.
Solange sich der Bedürftige auch sichtbar bemüht, wäre sein Unterhalt stets gesichert.
Aber berechtigterweise würde nach und nach die Anspruchshaltung von Außen an den Hilfeempfänger getragen werden, zumindest IRGENDWAS zu machen, bis der Unterhalt selber verdient würde!

Ein Verweigerer oder auch ein "Fauler" würde recht zeitnah ausgeschlossen werden; zuvor aber versuchsweise "richtig an die Kandare" genommen.
Er/sie bekäme Arbeit zugewiesen, wo eine Mitarbeit quasi erzwungen würde.
Damit die hilfsbereite Gemeinschaft nicht aus der Balance gerät & manipulativ ausgenützt!
Und nichts anderes passiert auch auch hier!

Zitat:
Warum die Frau aus ihrer Wohnung geflogen ist, wurde nicht erwähnt. Sie hatte wohl eine sehr problematische Beziehung. Die naheliegendste Vermutung ist, dass sie und/oder ihr Partner die Miete nicht bezahlt haben.
Nehmen wir an, es wurde tatsächlich nicht bezahlt.
Bis man in D aus einer Wohnung fliegt, das dauert!
Sogar wenn die Miete vom Amt "zweckentfremdet" wurde und so Mietschulden entstünden, springt das Amt auf Antrag häufig (oder immer?) ein, um die Wohnung zu sichern!
Und was ist mit dem Vermieter?
Ein priv. Vermieter der vielleicht durch die nicht bezahlte Miete seine Kreditrate nicht bedienen kann und so selber nach einer Weile in Schieflage gerät?
Es gibt im Leben Pflichten, denen sich praktisch niemand entziehen kann!
Kann ich mich wegen Krankheit nicht drum kümmern, dann brauche ich Hilfe.
Bei der Frau habe ich durchaus auch "Defizite" wahr genommen, aber dass Miete bezahlt werden muss und welche Folgen kommen können, das war ihr sehr wohl bewusst!
Soo eingeschränkt habe ich sie dann doch nicht wahr genommen!
Sie war für mich aber auch kein "Typ" Totalverweigerer!
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Alt 23.08.2025, 05:35   #18
"Nervensäge" vom Dienst
 
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Zitat:
Ich konnte mir bei ihrem Auftreten auch schwer vorstellen, dass häusliche Gewalt keine Rolle gespiel hat. Letztlich blieb es im Dunkeln.
Ziemlich deutlich wurde aber: Die hatte gar nichts im Griff und hätte Hilfe gebraucht.
In meiner Fantasie kann ich in allen möglichen Bereichen viel simulieren, aber ist es hilfreich, immer die grösstmögliche "Schwäche" anzunehmen, ohne jegliche (Mit-)Verantwortlichkeit oder keinerlei Leistungsvermögen anzunehmen?
Liegt da bei dir vielleicht ein bisschen "Betriebsblindheit" vor? NICHT böse gemeint!

Zitat:
In diesem Falle hätten die Sachbearbeiter im Jobcenter auf den Jobcoach hören können, der deutlich erklärte, dass er aufgrund des psychischen Zustands der Frau nichts mehr für sie tun konnte und Therapie empfahl.
Ich fand den Coach recht rührig und habe mich zugleich gefragt, ob dessen Agieren den Standard bei Bürgergeld-Coaches darstellt?
Zu meinen SGB2-Zeiten gab es noch keine Coachings und ich lese in erwähnten Foren beinahe unisono, dass jene Coaches auch nur Nutznießer der "Parallel-Industrie" seien, die seit und durch Hartz 4 & Nachfolger entstand.
Somit gilt auch dort, dass denen nur ja nix von priv. Problemen oder gar Diagnosen erzählt werden soll.

Zitat:
Natürlich ist keiner von denen Arzt, aber solche Hinweise, sind zumal, wenn eine entsor. Lebensgeschichte dazukommt, ein Grund, die Leute zum Arzt zu schicken, um die Erwerbsfähigkeit zu überprüfen. Und natürlich geht das nicht zwangsweise, aber es gibt so viele, die würden der Aufforderung dazu nachkommen, wenn sie denn geäußert würde.
Ein Problem sind aber auch häufig wechselnde SB in den Ämtern.
So sind Verläufe bei Erkrankungen oder vorige Wahrnehmungen bei "Kunden-Kontakte" allenfalls aus Akten nachzulesen, wenn sich überhaupt die Mühe gemacht wird, Infos von früheren Kollegen anzuschauen!
Davon ab stelle ich mir aber auch die Frage, wieso die Frau nicht selber zum Arzt geht, um mit ihm zu sprechen und ggf. krankgeschrieben u.s.w. zu werden?
Zitat:
Beides wurde in diesem Fall nicht thematisiert. Noch so ein Beispiel für die unglaubliche Oberflächlichkeit der Sendung.
Aber mal angenommen, sie ist au krank, möchte aber nicht in Psychotherapie. Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung zur Psychotherapie und davon abgesehen, "repariert" eine solche Therapie einen Menschen nur in den seltensten Fällen.
Die Folgen frühkindlicher Vernachlässigung, von Milieuschäden oder schweren Suchterkrankungen, um nur einige Ursachen zu nennen, kriegst du mit einer Psychotherapie nicht in den Griff.
Natürlich ist jede Zwangstherapie (bis auf wenige stationäre Ausnahmen) unsinnig.
Der Umkehrschluss kann aber auch nicht sein, dass dann wahlweise "auf Zuruf" und ohne konkrete Diagnose solche Menschen dann für länger oder gar dauerhaft (?) aus einer Verpflichtung herausgenommen werden.
Du gibst dann diese Menschen auf! Du traust ihnen nix zu, keine Entwicklung, keine Ziele.
Es hilft sicherlich eine Weile wie in Watte gepackt zu werden, je nach Erkrankung, aber dauerhaft?

Ein Beispiel:
Ich habe vor einigen Jahren eine Frau aus meiner Heimat kennengelernt, die über Facebook selbst gebastelte Schnullerketten, Glücksbringer etc. verkaufte.
Durch mehrere Käufe kamen wir im Laufe der Zeit ins Gespräch:

Schwierige Kindheit, mit 15 schwanger & 1stes Kind ohne Erzeuger, unter Zwang in die Mu-Ki, immer das JA im Rücken. Für viele schien ihre "Zukunft" bereits klar ....
Sie hat es mit etwa 18 "kapiert", ging wieder zur Schule, machte ihren Abschluss, lernte bei einer Veranstaltung ihren Mann kennen.
Zum Zeitpunkt, wo sich unsere Wege kreuzten, war sie Mitte 20, mit dem 2ten gemeinsamen (also ihrem 3ten) Kind hochschwanger und die gesamte Familie im SGB2. Dass sie nicht arbeiten gehen konnte, war klar, aber weil das Geld so knapp war, suchte sie etwas, was sie machen konnte, um die Haushaltskasse aufzubessern. (Angemeldet natürlich!). Bis hierhin hatte auch ich Vorurteile und steckte sie in gedanklich in eine total falsche Schublade!
Von dem zusätzlichen Geld hat sie übrigens später auch ihren FS bezahlt.
Ihr Mann suchte und suchte und fing letztlich als Postbote an!
Als das jüngste einen Kitaplatz bekam, ging auch meine Bekannte zur Post als Botin.
Kurz vor Corona sah sie bei einer Veranstaltung einen Stand der Bundeswehr, informierte sich und beschloss, sich dort zu bewerben.
Heute ist sie bei der Bundeswehr, fertig ausgebildet und zuständig für die technische Ausrüstung der Sanitäter (mir fällt grad der offizielle Begriff nicht ein).
Beim Bund hat diese zierliche Frau, kaum größer als "eine abgebrochene Parkuhr" sogar alle weiteren Führerscheine gemacht, zuletzt den für die richtig großen LKWs mit Anhänger! Absolut respektabel!
Ihr Mann ist innerhalb der Post mit Weiterbildungen immer weiter aufgestiegen.
Beide begannen stets als Quereinsteiger!
Ihr Erstgeborener wird demnächst volljährig und mein letzter Stand ist, er will nach seinem Abi immer noch zum Bund!
An ihre Vergangenheit erinnert allenfalls noch früher Gebasteltes oder Fotos, aber problembehaftetes Aufwachsen MUSS nicht immer nur 1 Richtung kennen!
Mir ist klar, dass das (leider) eine Ausnahme sein dürfte und einige Faktoren wie "zur richtigen Zeit am richtigen Ort" u.s.w. auch eine Rolle spielen.

Zitat:
Ich ehrlich gesagt nicht, denn ich denke, es sind ganz andere, die großen Schaden an der Gesellschaft anrichten. Ich habe angesichts des alltäglichen Wahnsinns der Mächtigen keine Energie übrig, um mich über diese kleinen Zecken aufzuregen.
Aber macht es dann nicht mehr Sinn, gemäß "alle Macht geht vom Volk aus", wenn das Volk die überfälligen Reformen "von klein auf" erlernt und so begreift, dass und wie es diese Möglichkeit erfolgreich umgesetzt hat, ehe sie an die großen Brocken ran gehen?
Die Alternative wäre eine Revolution, vielleicht gar ein Bürgerkrieg, was hoffentlich niemand wirklich will für uns in Deutschland.
Wobei dies womöglich noch drohen könnte, falls eine gewisse Partei, die in Teilen als gesichert rechtsradikal eingestuft wird, nach der nä Bundestagswahl, mithilfe einer Umfaller-Partei, den Regierungsauftrag erhält.

Zitat:
Das ist m.E. ein ganz großer Fehlschluss. Das Geld ist über Jahrzehnte konsequent nach oben verteilt worden. Da musst du es suchen.
Es tut mir leid, aber was einige da tun bzw. nicht machen ist schlicht Manipulation und Betrug. Egal ob "Überflieger" oder "Bürgergeld-Empfänger"!
Wieso sollte man gerade die (vermeintlich "Kleinen") davon kommen lassen?
Dann sind die Ehrlichen noch mehr die "Dümmeren".
Oder würden es ihnen gleich tun.
Wenn Termine beim SB über Jahre ignoriert werden, was fändest du denn da angemessen als Reaktion?
So, wie die Gesetze aktuell sind?
Und wer von uns hat aktuell die reale Möglichkeit, dies zu verändern?
Ich nicht, so viel ist mir klar.
Ich kenne auch niemanden, der wirklich was verändern könnte.

In letzter Zeit frage ich mich dagegen häufig, ob z.B. jene, die lediglich "bei sich" bleiben und keinerlei Nachrichten verfolgen (und somit keine bzw. weniger "investigative Infos"/Hetzereien etc. konsumieren), ein weniger belastetes Leben führen.
Eben durch die Ahnungslosigkeit.
Zitat:
Da gebe ich dir Recht. Aber es ist erst recht keine Lösung, diejenigen, die sich die Mittel beschafft haben, die dem Staat und der normalen Bvölkerung fehlen, aus der Verantwortung zu nehmen.
Es ist so leicht, Hass auf die paar Totalverweigerer zu schieben - die kennt man, das kann man sich alles super vorstellen - und so anstrengend, sich darüber zu informieren, wohin das große Geld verschoben wird. Deshalb haben die rechten Hetzer so leichtes Spiel. Sie setzen sehr erfolgreich auf die Bequemlichkeit der Masse.
Denk mal bitte weiter, denn direkt nach den Totalverweigerern sind auf Platz 2 der "ewigen Hassobjekte" jene, die zusätzlich, aber schwarz arbeiten. Es finden aktuell auch mehr Zollkontrollen statt, dazu die häufigeren Daten abgleiche mit Finanzämtern... bei nicht gemeldeten Verdiensten .... ?
Final und perfektioniert findet aber alles erst statt, sobald es einen Browser für die Faxgeräte in den Ämtern gibt.
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Alt 23.08.2025, 23:06   #19
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Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Mein genereller Eindruck ist, dass zig Gesetze an sich sinnvoll, gar gerecht für alle gelten sollen.
Nur diejenigen, die diese erarbeitet haben, übersehen div. Arten und Weise, wie etwas interpretiert oder mit "x" kombiniert wieder so angewendet werden kann, oder ein gewiefter Anwalt/Steuerberater/Beamter/whatever findet ein weiteres Schlupfloch und so wird dann aus jenem (theoretischen) Gesetz in der Realität, was es nicht werden soll(te). (Was ich meine ist vielleicht mit dem aktuellen Selbstbestimmungsgesetz & dem Fall Liebich vergleichbar, wo eine vermutlich nie zuvor erwogene Schwäche eines Gesetzes, gnadenlos ausgenutzt und der Gesetzgeber vorgeführt wird!)


Das ist einfach die Natur von Gesetzen. Das ist nicht zu ändern.
Gesetze sind abstrakt-generelle Regelungen für für eine Vielzahl von Sachverhalten und Personen. Einzelfallgesetze verbietet unser Grundgesetz.


Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Zurück zum Bürgergeld: Ganz generell?
Solange wir in Deutschland kein bedingungsloses Grundeinkommen haben, sehe ich jeden, der seinen BG-Antrag unterschreibt in der Pflicht, alles zu unternehmen, um seine Bedürftigkeit zu verringern oder zu beenden.
Eben, weil es dort exakt und verständlich als Grundvoraussetzung für einen Bezug so steht!
Daran würde auch ein höherer Mindestlohn nix ändern (den ich nicht per se ablehne!).
Aber ein höherer Mindestlohn würde wieder zahlreiche Dinge verteuern, was für Menschen mit prekären, finanziellen Mitteln wieder richtig schlecht wäre.
Wie lange dauerte es, bis die Gelder bei Pflegegrade erhöht wurden? 15 Jahre, richtig?
2024 war es so weit und 1 Tag, nachdem Herr Lauterbach stolz in die Kameras bekannt gegeben hatte, dass sich die Leistungen der Pflegeversicherung um ganze 4,5 % erhöhten, erhielt ich 1 Zettel von meinem Pflegedienst, dass durch die gestiegenen Kosten (als Erstes wurden da die gestiegenen Personalkosten genannt!) des vergangenen Jahres, sich ab 1.1. die Preise sämtlicher Leistungen erhöhten, im Schnitt um 5,5 %.
So ergeht es mir als Pflegebedürftige aber jedes Jahr!
Ja, schönen Dank auch!

An wen richtet sich dieses "schönen Dank auch"?
Tatsache ist: Die Löhne der Pflegekräfte sind in den letzten Jahren überproportional gestiegen.
Tatsache ist aber auch: Das ist ein Knochenjob, der zudem sehr viel Wissen erfordert, emotional hochgradig belastend ist und sehr auf Kosten des Privatlebens und der eigenen Gesundheit geht, da mit Schichtarbeit und einer ständigen Mangelbesetzung verbunden.
Die Löhne in der Pflegebranche waren vor 10 Jahren noch ein schlechter Witz.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft...tatis-100.html


Ich sehe die Problematik, die du beschreibst. Die Lösung kann jedoch weder unter dem Aspekt sozialer Gerechtigkeit noch angesichts des anhaltenden Pflegenotstands die sein, dass man ausgerechnet die Gehälter dieses Berufsfeldes kleinhält.
Wenn du das machst, hast du am Ende nicht nur eine teure Pflege, sondern gar keine mehr.



Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Alleine bis die div. Verteuerungen einer ML-Erhöhung durch eine RL-Mini-Erhöhung z.B. für die SGB12er aufgefangen würden, dürfte es Jahre dauern.
Und dann heißt wieder Lohnabstandsgesetz, u.s.w.!
Ein ewiger Kreislauf!
Ja, ein ewiger Kreislauf, den man aber an einigen Stellen durchbrechen könnte, wenn man wollte. Im Bereich des SGB XII kann das Lohnabstandsgebot logischerweise kein Argument sein. der Gedanke lässt sich nur auf Arbeitsfähige beziehen. M.E. wäre beides zu entkoppeln.

Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Aber ganz grundsätzlich:
Wer (länger) krank ist/wird, wer Kinder nachweislich (ab 3J.) betreuen muss, noch zur Schule geht oder Angehörige bzw. Freunde nachweislich pflegt, sollte nicht wie der "normale" BG-Empfänger in derselben Statistik erscheinen, um deutlich zu machen, wie viele tatsächlich können! Das nämlich verzehrt sämtliche Zahlen und Interpretationen!
Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
FS

Das Führerschein-Thema ist nicht meins.
Lass sie doch quengeln.


Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Ich erlebe da häufig sehr geringe "Flexibilität" und zugleich eine Anspruchshaltung (auf pünktliche Leistungen), die doch darauf fußt, dass die aufgehaltene Hand gegen die anonyme Menge (Steuerzahler) gestreckt wird!
Würde sich dieselbe Anspruchshaltung konkret gegen Bekannte, Freunde und Familie richten, da würden so einige recht schnell "in die Pötte" kommen, weil ihnen das dann doch zu unangenehm wäre!...
Ja. Ich glaube allerdings, dass du völlig außer Betracht lässt, wie ungleich Bedingungen des Aufwachsens von Anfang an sind - tatsächlich sowie in Bezug auf die sozialpsychologische Grundausstattung, die Kinder mitbekommen.

Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Ein Verweigerer oder auch ein "Fauler" würde recht zeitnah ausgeschlossen werden; zuvor aber versuchsweise "richtig an die Kandare" genommen.
Er/sie bekäme Arbeit zugewiesen, wo eine Mitarbeit quasi erzwungen würde.
Damit die hilfsbereite Gemeinschaft nicht aus der Balance gerät & manipulativ ausgenützt!
Und nichts anderes passiert auch auch hier!
Äh...Nein. Das ist nur die Perspektive aus einer protestantischen Arbeitsmoral heraus.
In Wirklichkeit ist es viel komplizierter. Das führt hier aber zu weit.

Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Nehmen wir an, es wurde tatsächlich nicht bezahlt.
Bis man in D aus einer Wohnung fliegt, das dauert!
Sogar wenn die Miete vom Amt "zweckentfremdet" wurde und so Mietschulden entstünden, springt das Amt auf Antrag häufig (oder immer?) ein, um die Wohnung zu sichern!
Und was ist mit dem Vermieter?
Ein priv. Vermieter der vielleicht durch die nicht bezahlte Miete seine Kreditrate nicht bedienen kann und so selber nach einer Weile in Schieflage gerät?
Es gibt im Leben Pflichten, denen sich praktisch niemand entziehen kann!
Kann ich mich wegen Krankheit nicht drum kümmern, dann brauche ich Hilfe.
Bei der Frau habe ich durchaus auch "Defizite" wahr genommen, aber dass Miete bezahlt werden muss und welche Folgen kommen können, das war ihr sehr wohl bewusst!
Soo eingeschränkt habe ich sie dann doch nicht wahr genommen!
Sie war für mich aber auch kein "Typ" Totalverweigerer!


Du würdest dich wundern, wie oft rechtliche Betreuer damit konfrontiert werden, dass ein Betreuter (sehr häufig jemand, den man gerade übernommen hat) seine Wohnung zu verlieren droht?
Natürlich wissen auch einfach gestrickte Leute, dass man seine Miete bezahlen muss. Sie wissen allerdings sehr häufig nicht, dass man eine Mietschuldenübernahme beim Amt beantragen kann. Wenn sie es wissen, kommen sie oft nicht mit dem Papierkram klar. Ich habe mehrfach erlebt, dass sogar Angehörige, die einem normalen Beruf nachgingen und in einem Falle ein Angehöriger, der zum rechtlichen Betreuer bestellt worden war, damit völlig überfordert sind. Von der Unfähigkeit, mit Geld umzugehen, Sozialleistungen zu beantragen, Suchterkrankungen bis hin zu Psychosen/Depressionen oder schlicht Bildungsmängeln und der berühmten erlernten Hilflosigkeit war an Gründen alles dabei, um in eine solche Situation zu geraten. Und das sind nur die Leute, die irgendwann als so krank diagnostiziert wurden, dass eine rechtliche Betreuung eingerichtet wurde.
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Alt 23.08.2025, 23:41   #20
Berufsbetreuerin
 
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Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
In meiner Fantasie kann ich in allen möglichen Bereichen viel simulieren, aber ist es hilfreich, immer die grösstmögliche "Schwäche" anzunehmen, ohne jegliche (Mit-)Verantwortlichkeit oder keinerlei Leistungsvermögen anzunehmen?
Liegt da bei dir vielleicht ein bisschen "Betriebsblindheit" vor? NICHT böse gemeint!

Ich glaube nicht. Wer kann, hilft sich in so einer Situation selbst oder gerät erst gar nicht hinein.
Diese Frau, danach gefragt, was sie den ganzen Tag macht, sagte dass sie die Wohnung putzt. Keine gesunde Reaktion m.M.n., wenn man in so einer Lage steckt. Das ist mehr so ein Verhalten, das jemand an den Tag legt um sich selber zu versichern, dass er/sie wenigstens irgendetwas unter Kontrolle hat und Wirkung erzielen kann.
Bzgl. häuslicher Gewalt handelt es sich natürlich um Spekulation, die durch das Auftreten dieser Frau angeregt wurde und aufgrund der Erfahrung, dass sich manipulative, kontrollsüchtige Männer gerne diesen Typus aussuchen, der kaum Selbstbewusstsein zeigt. Zudem war ja von Partnerschaftsproblemen die Rede.

Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Ich fand den Coach recht rührig und habe mich zugleich gefragt, ob dessen Agieren den Standard bei Bürgergeld-Coaches darstellt?
Zu meinen SGB2-Zeiten gab es noch keine Coachings und ich lese in erwähnten Foren beinahe unisono, dass jene Coaches auch nur Nutznießer der "Parallel-Industrie" seien, die seit und durch Hartz 4 & Nachfolger entstand.
Somit gilt auch dort, dass denen nur ja nix von priv. Problemen oder gar Diagnosen erzählt werden soll.

Das sehe ich auch so, denke aber, dass dennoch einzelne Coaches fachlich kompetent und persönlich engagiert sein können, mit einem echten Interesse daran, ihren Klienten zu helfen. Ich finde, dass es im Grunde eine gute Idee ist, diesen Menschen jemanden zur Seite zu stellen. Ich fürchte nur, dass bei den Auftraggebern in der Regel überhaupt keine Vorstellung davon gegeben ist, welche Folgen z.B. aus frühkindlicher Vernachlässigung oder auch anderen Ursachen entstehen, die die Arbeitssuchenden in vielen Fällen nicht einmal kommunizieren können, weil sie ihnen nicht bewusst sind. Ein Coach kann ein paar Skills vermitteln, aber noch weniger als ein Therapeut grundlegende Defizite ausbügeln.

Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Ein Problem sind aber auch häufig wechselnde SB in den Ämtern.
So sind Verläufe bei Erkrankungen oder vorige Wahrnehmungen bei "Kunden-Kontakte" allenfalls aus Akten nachzulesen, wenn sich überhaupt die Mühe gemacht wird, Infos von früheren Kollegen anzuschauen!
Davon ab stelle ich mir aber auch die Frage, wieso die Frau nicht selber zum Arzt geht, um mit ihm zu sprechen und ggf. krankgeschrieben u.s.w. zu werden?

Weil sie dafür die Fähigkeit bräuchte zu erkennen und zu verbalisieren, was mit ihr nicht stimmt sowie die Fähigkeit, dies einem Arzt zu kommunizieren. Es ist kein Zufall, dass es einen Zusammenhang zwischen sozialer Schicht und der Inanspruchnahme von Psychotherapie gibt.
https://www.die-inkognito-philosophi...sche-beziehung


Zitat:
Zitat von MurphysLaw Beitrag anzeigen
Natürlich ist jede Zwangstherapie (bis auf wenige stationäre Ausnahmen) unsinnig.
Der Umkehrschluss kann aber auch nicht sein, dass dann wahlweise "auf Zuruf" und ohne konkrete Diagnose solche Menschen dann für länger oder gar dauerhaft (?) aus einer Verpflichtung herausgenommen werden.
Du gibst dann diese Menschen auf! Du traust ihnen nix zu, keine Entwicklung, keine Ziele.
Es hilft sicherlich eine Weile wie in Watte gepackt zu werden, je nach Erkrankung, aber dauerhaft?


Klar, das habe ich ja mit anderen Worten selbst schon angesprochen. Das ist der Grund, warum ich es als rechtliche Betreuerin mehrfach nicht forciert habe, dass jemand ins SGB XII wechselt.


Was mir aber in deinen Beiträgen völlig fehlt: Ein näherer Blick auf die sozialen Schichten, die über Geld verfügen und die sich viel stärker an gesellschaftlichen Kosten beteiligen müssten.
Das Bürgeldempfänger-Gebashe, das fröhliche Urständ feiert, seit die neue Regierung ihre Tätigkeit aufgenommen hat, ist aus meiner Sicht ein reines Ablenkungsmanöver, damit sich für diese Leute bloß nichts ändert.



Allein die Tatsache, dass wir haben einen Kanzler haben, der behauptet, behauptet, die Vermögensteuer sei generell verfassungswidrig und dürfe darum nicht erhoben werden, sagt doch alles. Man kann sich nur noch fragen, ist der Mann wirklich derart inkompetent und wenn ja, hat er sich seine Examina irgendwo erschlichen oder lügt er ohne jede Hemmung die Bürger an?


Wenn solche Leute, die auf Anfrage zugeben mussten, dass ihnen über den Sozialbetrug, über den sie so gern schwadronieren, noch nicht einmal Zahlen vorliegen, habe ich nur noch Verachtung übrig.
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