Dies ist ein Beitrag zum Thema Hetzerischer Beitrag bei "frontal" im Unterforum Off Topic Bereich , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo Garfield,
ich bin an der einen oder anderen Stelle unsicher, ob du - so wie ich es versuche - ...
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"Nervensäge" vom Dienst
Registriert seit: 08.12.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 1,066
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Hallo Garfield,
ich bin an der einen oder anderen Stelle unsicher, ob du - so wie ich es versuche - die gesamte Gruppe der arbeitsfähigen Bürgergeldempfänger betrachtest? Ich kann letztlich nur mit den Infos "arbeiten", die vorliegen. Ich würde überhaupt nicht auf die Idee kommen, bei SGB2-Empfängern, die unter Betreuung stehen, dieselben strengen Pflichten zu sehen, wie bei jenen, die keinerlei rechtliche Betreuung haben! Das Gleiche bei Menschen, die dann z.B. eine psychische Therapie erwähnen. Tatsächlich suche ich, wenn möglich, sogar nach Ansätzen von Einschränkungen. Unterm Strich aber lehne ich es ab, von vornherein bei jedem so gravierende Defizite vorauszusetzen, die die Eigenverantwortlichkeit praktisch außer Betrieb setzen! Du scheinst dieses aber zu machen? Vielleicht wird so klarer, was ich mit einer gewissen Betriebsblindheit bei dir vermutete? Aber, exakt so wie ich entschieden dagegen antrete, dass unisono alle (arbeitsfähigen) BG-Empfänger faul sind, so hilft es 0,0 sich komplett zu verweigern, dass es eben solche gibt! Diese 2 Extreme werden ausschließlich postuliert und jede noch so geringe "Abweichung" davon, selbst mit nur noch gering-anonymisierten Beispielen wird dann dies als "extreme Ausnahme" stets von beiden Seiten kommentiert! Falls auch hier meine Worte defizitär sind, möchte ich den Chef des Jobcenters Duisburg aus dem Interview mit dem Spiegel zitieren: Zitat:
Denn auch da gibt es sehr wohl schwarze Schafe, aber um die ging es uns beiden nicht.... Aber mal ganz weg von der Bürgergeld-Thematik: Wie sähen deine Vorschläge aus, aus dem üblichen "treten nach unten" ein umsetzbares "treten nach oben" zu machen? Also so, dass die Reichen mehr zur Kasse zum Wohle aller gebeten werden? Wie mehr Geld nicht zugleich mehr Macht und Einfluss bedeutet? Wie kann es gelingen, dass Arbeit (damit wäre jegliche Arbeit zugunsten anderer Menschen gemeint) zum Wohle und Hilfe anderer Menschen höher bewertet und honoriert wird, als Firmen-Gewinne/Quartalszahlen (und Wahlergebnisse)? Und wo bei Gesetzesverstößen auch tatsächlich OHNE Ansehen der Person (und ihrer Macht/Einfluss) angemessene Konsequenzen erfolgen? |
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#22 | |||||
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Berufsbetreuerin
Registriert seit: 29.03.2010
Beiträge: 1,599
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Zitat:
Nein, ich nehme die gesamte Gruppe der Bürgergeldempfänger in der Blick, denn "frontal" lässt die vollkommen unterschiedlichen Voraussetzungen, unter den Arbeitsfähige und nicht Arbeitsfähige, teils vollschichtig arbeitende Aufstocker, Totalverweigerer und besonders Problemhaftete Bürgergeld beziehen, ja fast völlig unter den Tisch fallen. Tatsache ist: Die ganz gr0ße Mehrheit, nämlich 3,7 Mio kann gar nicht arbeiten. Ein Teil der verbleibenden 1,8 Mio. arbeitet, nämlich 800.000. Ein Zehntel von diesen wiederum arbeitet in Vollzeit, andere sind alleinerziehend, pflegend, chronisch krank... Alle Leistungsbezieher werden aber in einen Sack geworfen und die Alten und Kranken im SGB XII in ihrer aussichtlosen Situation gar nicht erst wahrgenommen. Das ist mein Punkt. Zitat:
Zitat:
Ich interpretiere zunächst einmal die Zahlen, und die sprechen eine ganz klare Sprache. Die allermeisten Menschen, die in diesem Staat Sozialleistungen beziehen, können nicht arbeiten. Speziell bzgl. die Gruppe der Aufstocker hätte ich gerne mehr Licht im Dunkeln. Wieviele Vollzeit arbeiten, ist bekannt, wie viele andere Hindernisse der oben erwähnten Arten aufweisen, die eine VZ-Tätigkeit verhindern, ist zumindest mir nicht bekannt. Nach Abzug der o.G. bleibt noch eine Mio, die offiziell arbeitsfähig ist. Natürlich sind da auch Veweigerer drunter. Allein aus meiner persönlichen Erfahrung und der von Kollegen weiß ich jedoch auch, dass dazu viele Leute gehören, die du nie im Leben ins Arbeitsleben kriegst, weil sie krank oder behindert sind. Wie hoch der Anteil ist, kann keiner von uns sagen, aber ihre Existenz wahrzunehmen ist keine Betriebsblindheit. Und darüber hinaus gibt es natürlich die Folgen soziale Ungleichheit. Wenn eine Familie seit Langem im Sozialleistungsbezug lebt, haben ihre Kinder weitaus schlechtere Chancen diesem Milieu zu entkommen, v.a. wenn sie, wie es häufig der Fall ist, den sog. bildungsfernen Schichten entstammen. Diese Kinder werden objektiv betrachtet sehr viel schlechterr gefördert und stehen zudem vor psychologischen Hürden, wenn sie anders leben wollen als ihre Herkunftsfamilie. Wie du dich von deiner Familie entfernst, wenn du "faul" und unmotiviert bist, entfernen sie sich von ihren, wenn sie fleißig lernen, nach Aufnahme in die Mittelschicht streben, die ihre Familie, häufig über Generationen ausgestoßen hat. Für den einzelnen ist das sehr schwer zu ertragen, auch wenn es natürlich in Einzelfällen immer wieder diese "goldenen", besonders begabten Kinder gibt, die es aus diesen Verhältnissen heraus schaffen. Man darf aber nicht der Illusion erliegen, diese Erfolgsgeschichten seinen "normal" oder für jeden möglich. Andere Länder machen das übrigens besser. Die schaffen es, Kindern Angebote zu machen, die statistisch nachweisbar dazu führen, dass mehr Schüler den sozialen Aufstieg schaffen. Zitat:
Da sind wir uns einig. Zitat:
Zunächst mal hat es mit "treten" nichts zu tun, wenn Reiche sich wie alle anderen Bürger auch an gesellschaftlichen Aufwendungen beteiligen sollen. Es ist doch nur logisch, dass man Mittel dort akquiriert, wo sie im Überfluss vorhanden sind und nicht dort, wo die Menschen, die dafür sorgen, dass diese Gesellschaft am Laufen bleibt, nur knapp über dem Existenzminimum leben. Einnahmen ließen sich u.a. in beträchtlicher Höhe aus Reformen der Erbschafts- und Schenkungssteuer, die Erhebung einer Vermögenssteuer, einer Finanztransaktionssteuer und einer Übergewinnsteuer erzielen. Wir bräuchten mindestens eine armutsfeste Absicherung im Alter und für dauerhaft Erwerbsunfähige, eine Reform der Rentenversicherung die das Rentenniveau sichert, Sozialversicherungspflicht auch für Großverdiener, Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze, massive Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus, Verbot der Privatisierung von Ressourcen wie Land und Wasser, Rückkauf von Grundstücken durch die öffentliche Hand, Investitionen in alternative Energien, sukzessiven Abbau der Nutzung fossiler Energien. |
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#23 | |
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Routinier
Registriert seit: 29.11.2009
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 1,306
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Zitat:
Moin, als absolut altrote Socke sehe ich das anders. Mein soziales Verständnis geht in die Richtung, dass jeder nach seinen Möglichkeiten am Sozialsystem teilnimmt. Die Frage ist nicht, was er sich nehmen kann. Fast alle meine behinderten Betreuten sind nicht erwerbsfähig und gehen dennoch in einer WfbM. Es gibt etliche Möglichkeiten wieder in die Gesellschaft zurückzukehren. Wir haben hier auch niederschwellige Angebote vom JC. Daneben gibt es eine Menge Projekte, die Menschen zurück in die Arbeit oder mindestens in die Gesellschaft zurück holen wollen. Die wenigsten nehmen das an. Und für mich gehört die Bereitschaft, ohne staatliche Hilfen leben zu können, duchaus zur sozialen Teilhabe. Ich habe ca. ein Jahr beim Früchstückstreffen der Linken mitgewirkt. Das Frühstück nehmen konnten viele, aber ein Mindestmaß am Aufräumen nachher war schon nicht mehr drin. Die Frage ist nicht, ob ich arbeiten kann oder nicht, sondern ob ich nach meinen Möglichkeiten am Sozialsystem positiv mitwirken will. Und da wurde ich oft enttäuscht. Bestimmt hat auch der Staat Mitverantwortung. Hier sehe ich eher. dass diejenigen, sie sich einbringen wollen, vom Sozialamt oder JC oder Migraionsamt an der Teilnahme behindert werden. Der Leuchtturm |
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#24 | ||||||
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Berufsbetreuerin
Registriert seit: 29.03.2010
Beiträge: 1,599
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Zitat:
Ich denke, ich habe ziemlich deutlich gemacht, dass ich nicht dafür bin, dass jemand das Sozialsystem ausnutzt. Wie ich bereits sagte, ich gehöre selbst zu den kleinen Steuer- und Beitragszahlen, die dieses System tragen. Wie kann man unter dieser Voraussetzung dafür sein, dass sich jemand rücksichtslos daran bedient? Das ändert aber nichts daran, dass von den offiziell gezählten 5,5 Mio Bürgergeldbeziehern 3,7 Mio gar nicht arbeitsfähig und weitere 800.000 berufstätig sind. Wenn man sich das vor Augen hält, ist die vermeintliche Masse derjenigen, die vermeintlich zu Lasten der Gemeinschaft faul auf der Haut liegt und die anderen arbeiten lässt, obwohl sie es selbst könnten, schon gar nicht mehr existent. Du machst hier eine ganz andere Baustelle auf. Dieser Thread bezieht sich aber auf die Sendung bei "frontal". Zitat:
Die Menschen, die dort porträtiert wurden, "kehren nicht in die Gesellschaft zurück". Die haben nie dazugehört. Das ist eines der Probleme, die dieses Land hat. Auch das schrieb ich schon. Zitat:
Niemand möchte in eine Erziehungsmaßnahme gesteckt werden, beschäftigt werden wie ein Kleinkind oder stundenlang däumchendrehend irgendwo herumsitzen müssen. Speziell die Maßnahmen der Jobcenter waren und sind vor allem Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Sozialpädagogen. Die brauchen wir aber nicht mehr. Sozialpädagogen sind zu knappen Gut geworden. Zitat:
Zitat:
Doch. Natürlich ist das die Frage, solange die Gesellschaft nur diejenigen wertschätzt, die einer möglichst lukrativen und prestigeträchtigen Arbeit nachgehen. Ich persönlich bin froh darüber, dass es die WfB gibt, obwohl ich die Kritik an den dort gezahlten Minilöhnen gut nachvollziehen kann. (Die Baustelle will ich hier nicht aufmachen, das Thema ist natürlich komplex). Obwohl das System seine Schwächen hat, gibt es vielen meiner Betreuten eine Tagesstruktur, Sozialkontakte und je nach dem Ausmaß ihrer Arbeitsfähigkeit (oh ja, die ist auch hier sehr entscheidend, die leistungsfähigeren B. mit Außenarbeitsplätzen verdienen ein Mehrfaches!) eine zusätzliche Finanzspritze. Es sind aber nie die in aller Regel geistig behinderten Betreuten, die in WfB arbeiten, die sich dem System verweigern, sondern die mit psychischen Erkrankungen, die wegen ihrer Behinderung auch auf dem 1. Arbeitsmarkt nicht reüssieren. Ja, die kosten mich auch oft Nerven und ich finde, dass sie sich blöd benehmen - mir gegenüber, Dritten gegenüber, der Gesellschaft gegenüber. Aber glaubst du wirklich, dass diese Menschen frei bestimmen können, ob sie sich in soziale Zusammenhänge integrieren und Geld verdienen wollen? Zumindest in Bezug auf die ganz große Mehrheit derjenigen, die dieseer Gruppe angehören und die so krank sind, dass eine Betreuung eingerichtet wurde, glaube ich das nicht. Über solche Verhaltensweisen enttäuscht zu sein, führt zu nichts. Zitat:
Und schon wieder bleibt die wesentliche Aussage meiner Beiträge vöiig außer Betracht: Dass es vorwiegend die Sozialleistungsbezieher sein sollend, die Misswirtschaft betreiten und sich an den Finanzen der Allgemeinheit vergreifen, halte ich für ein Märchen, das gerade wieder einmal ganz gezielt eingesetzt wird, um soziale Spaltung zu betreiben und den Blick von denen abzulenken, die Ressourcen der Allgemeinheit und des Planeten tatsächlich rücksichtslos für eigene Zwecke ausbeuten. Wie kommt es denn, dass Grund, Boden und Immobilien, die einst den Gemeinden gehörten, heute so großflächig in der Hand mietwuchernder Heuschrecken sind? Wem gehören das Meer vor Borkum und die Landschaft um Reichling, die zerstört werden sollen, damit Firmen fossile Energieträger verscherbeln können, deren Nutzung die ganze Erde zerstört, weil irgendwelche alten Männer, die ebenso gierig wie gleichgültig den Folgen ihres Handelns für die Allgemeinheit gegenüber sind, das so wollen? Wer profitiert davon, dass man die öffentliche Infrastruktur bis an die Grenze der Funktionsuntüchtigkeit hin hat verkommen lassen und wer zahlt dafür? Wer wird immer reicher, macht immer mehr kaputt und zahlt nichts? |
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#25 |
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Routinier
Registriert seit: 29.11.2009
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 1,306
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Moin,
ich habe den Beitrag nun gesehen, bleibe aber bei meiner Auffassung. Und sorry, ich will hier niemanden zu nahe treten oder in der Person kritisieren. Ich sehe da ein typisches gesellschaftliches Problem. Eine Gruppe sucht eine andere Gruppe als Schuldvogel. Für die einen sind es die Bürgergeldbezieher, auch "Ausländer" oder Obdachlose oder gar Drogenabhängige werden gern als Problemrandgruppe herangezogen. Ich gehe das anders an: Erst mal sind wir alle Menschen (Art 1 GG), dann dürfen wir uns mit Grenzen frei entfalten (Art 2 GG) und niemand darf benachteiligt werden (Art 3 GG) und wir haben auch eine Glaubensfreiheit (Art 4 GG). Wir dürfen also nicht Gefahr laufen, jemanden eine Rolle zuzuschreiben und die Rolle vor der Menschlichkeit stellen. Es gibt also nicht den Hartzer, den Obdachlosen, den wasweisichnochalles. Sowas hatten wir schon einmal und das ging nicht gut aus. Es gibt Menschen ohne Beruf, Menschen mit einem Glauben,. Menschen mit einem Schiksal, oder auch Menschen ohne Beruf, mit Glauben und einem Schicksal. Und hier stellt sich die Frage für mich, wie wir als Menschen in der Gesellschaft zusammen leben wollen. Und ich denke, es muss ein natürliches Verständnis entwickelt werden, dass jeder nach seinem Möglichkeiten positiv an der Gesellschaft und dem Sozialsystem mitwirkt. Und dass sehe ich nicht bei jedem Menschen. Und dass sollen wir fordern. Andersrum ärgert mich auch diese ganze Diskussion über Zuwanderer, die nicht arbeiten wollen. Wir suchen Facharbeiter, dann machen wird welche daraus. Auch mit 35 Jahren kann man noch eine Ausbildung machen und wer nur 5 Jahre in seinem Heimatland zu Schule gehen konnte, der muss nachgeschult werden und dann gehts in die Ausbildung. Ich weiss, es ging nur um den Beitrag, aber das ganze soziale Gesabbel nervt mich. Nach meinen Verständnis gehört die Teilnahme am Sozialsystem zur Teilhabe an sich. Und wer da Hilfe benötigt, der soll gefördert, aber auch gefordert werden. Der Leuchtturm |
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#26 |
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Berufsbetreuerin
Registriert seit: 29.03.2010
Beiträge: 1,599
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@Leuchtturm
Ich sehe bei dir keinen Bezug mehr zu dem frontal-Beitrag und meinen Kommentaren dazu. Du tust hier eine Haltung kund und ich würde dir im Großen und Ganzen nicht einmal widersprechen, nur ist das Ganze weitestgehend off topic. Und es fehlt an einem Eingehen auf die angesprochenen Punkte, du startest einfach einen Rundumschlag. Tatsache ist, dass es um die soziale Mobilität in Deutschland ausgesprochen mies bestellt ist. https://www.spiegel.de/karriere/oecd...a-1213051.html Das hat Gründe, an denen man arbeiten könnte, wenn man wollte. Warum will denn "der Zuwanderer" nicht arbeiten? Ich bin mir sehr sicher, die meisten wollen wohl. Genau wie die meisten "Arbeitsfähigen" im SGB II-Bezug arbeiten wollen. Quelle: Persönliche Erfahrung. Inwiefern sie Chancen haben, ist eine ganz andere Frage. Hast du selber schon mal in einem Jobcenter gearbeitet? Was mir auf die Nerven geht, ist das ständige "Gesabbel" um Sozialleistungsbetrüger, in Bezug auf die sich unsere hetzenden Regierungsvertreter nicht mal die Mühe gemacht haben, Zahlen zu eruieren, derweil überall totgeschwiegen wird, wie und in welchem Umfang man seit ca. 30 Jahren Geld von unten nach oben verteilt. Die dicken Zecken sitzen nicht in den unteren Etagen. Ja, ich würde mir auch wünschen, dass das Gefühl für soziale Verantwortung wieder zunimmt. Das funktioniert aber nicht einseitig nach dem Motto: "Der Hartzer soll arbeiten!" Dazu gehört auch, dass alle, nicht nur die Reichen nach ihren Fähigkeiten zu den Kosten der Gesellschaft beitragen. Und ja, das ist gerecht, denn niemand, auch die oberen 3900, ist eine Insel. Sie haben ihre Kohle aus dieser Erde und dem Kollektiv herausgezogen, sie müssen ebenso wie jeder andere einen Teil zurückgeben. Dazu gehört, dass Wohnen ein selbstverständliches Individualrecht wird und nicht nur ein Ordnungskriterium, Kinder nicht hungrig zur Schule gehen und Eltern sich in der 2. Monatshälfte nicht entscheiden müssen, ob sie wohnen oder essen wollen. |
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#27 |
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Routinier
Registriert seit: 29.11.2009
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 1,306
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Moin,
ich glaube wird sind so fast auf einer Linie Garfield. Nur gehe ich das ganze anders an. Ich werde keine Berichte verfolgen, die sich auf eine Gruppe konzentriert. Solche Beiträge spalten in meinen Augen die Gesellschaft und ich denke diese Gruppe ist nicht anders wir andere Gruppen und letztendlich dann gleich. Deswegen werde ich jeden Kommentar zum Beitrag unterlassen. Ein Bürgergeldempfänger bekommt Leistungen, trotz Erwerbsfähigkeit, nur weil er keine Arbeit hat, das ist erst mal richtig und die Idee unseres Sozialstaates. Es wird aber auch Menschen geben, die einen Erwerb nachgehen aber nicht ansatzweise die Leistungen erbringen, für die sie entlohnt werden. Ist das denn genauso verwerflich? Oder sind solche Jobs erstrebsam? Es gibt Menschen, die haben im Leben einmal Glück und zehren ein Leben lang davon, ohne viel zu leistern. Muss Glück "bestraft" werden? Auch kann man das umdrehen. Es wird Menschen geben, die leisten das Mehrfache, für das sie entlohnt werden. Sarkastisch möchte ich sagen: Zum Beispiel ich. ![]() Deswegen habe ich einen anderen Anspruch. Jeder muss nach seinen Möglichkeiten positiv am Sozialsystem teilnehmen. Wir müssen also weg von der Diskussion, ob Bürgergeldempfänger arbeiten wollen oder lieber die soziale Hängematte nutzen. Das bringt nichts. Oder wollen wir in eine dunkle Zeit zurück in der wir den Wert des Menschen an seiner Arbeitskraft und Geldwert messen? Für mich sind das doch sehr rechte Tendenzen. Daher bin ich auch erschrocken über den Beitrag. Wir müssen unsere Gesellschaft jeden Tag neu überdenken. Sonst wird das nichts. Und da sehe ich wirklich einen grossen Mangel. Der Leuchtturm |
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#28 |
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Berufsbetreuerin
Registriert seit: 29.03.2010
Beiträge: 1,599
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@Leuchtturm
Da kann ich dir nicht widersprechen. Eigentlich bei gar nichts. Was ich anders angegangen bin, war den Bericht anzusehen, ohne vorherige Diskussion und von mir aus. Ja, er spaltet. Viele Menschen schauen sich das an. Darum. Peace! |
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