Forum Betreuung

Diskussionsforum zum Thema

gesetzliche Betreuung

 

Richterliche Eignungsprüfung...

Dies ist ein Beitrag zum Thema Richterliche Eignungsprüfung... im Unterforum Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo zusammen, bei meiner Mutter ist vor ca. 2 Jahren eine Demenz vom Alzheimertyp festgestellt worden. Anfang 2008 erlitt sie ...


Zurück   Forum Betreuung > Offenes Forum gesetzliche Betreuung > Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts

Registrieren Hilfe Benutzerliste Kalender Suchen Heutige Beiträge Alle Foren als gelesen markieren
Alt 21.06.2009, 11:59   #1
Gesperrt
 
Registriert seit: 18.06.2009
Ort: Ostwestfalen
Beiträge: 2
Standard Richterliche Eignungsprüfung...

Hallo zusammen,
bei meiner Mutter ist vor ca. 2 Jahren eine Demenz vom Alzheimertyp festgestellt worden. Anfang 2008 erlitt sie einen Sturz, der einen Oberschenkelhalsbruch zur Folge hatte (etwa zeitgleich wurde ich arbeitslos) und kam daraufhin in ein Krankenhaus und danach in eine geriatrische Klinik. Dort stürzte sie ein zweites Mal, so, dass sich diese Prozedur wiederholte. Insgesamt dauerte ihr Aufenthalt in den Kliniken zwei Monate.

Danach kam sie wieder in ihre alte Wohnung zurück und es dauerte eine Weile, bis sich ihr demenzieller Zustand stabilisierte. Seitdem war ich genau einen Tag nicht bei ihr, um sie zu betreuen bzw. pflegerische Dienste zu leisten. Einen Pflegedienst, der die Medikamentengabe übernahm, akzeptierte sie zunächst nicht.

Zum Jahreswechsel hatte sie die Möglichkeit, eine barrierefreie Wohnung mit nahe liegendem Wohncafé und Pflegestützpunkt zu beziehen. Für mich reduzierten sich dadurch die Fahrtzeiten zwischen meiner und ihrer Wohnung deutlich. Nach vorübergehender deutlicher Verschlechterung der Demenz zur Zeit um den Umzug herum, stabilisierte sich ihr Zustand wieder. Den neuen Pflegedienst akzeptiert sie nun weitgehend. Dies bedeutete für mich eine große Entlastung, da ich nun den Kopf frei hatte, mich mehr um meine Belange zu kümmern.

Genau zu diesem Entlastungszeitpunkt brach bei mir eine Depression aus. Ich bin zur Zeit noch in stationärer Behandlung, werde aber bald entlassen. Die vorangegangene Belastungssituation war sicherlich ein Auslöser für den Ausbruch der Depression, aber bei weitem nicht der einzige. Meine Lebenssituation ist derart, dass ich auch nach meiner Entlassung auf Hilfe angewiesen bin. Zur Zeit wird ein Antragsverfahren eingeleitet, nach dem ich Wiedereingliederungshilfe, also faktisch eine Betreuung durch einen sozialen Dienst in Anspruch nehme. Nun zu meiner eigentlichen Frage:

Zur Zeit habe ich eine umfassende Vorsorgevollmacht meiner Mutter. Mittelfristig könnte jedoch die Situation eintreten, in der aufgrund ihrer geistigen Einschränkungen die Gültigkeit der Vorsorgevollmacht angezweifelt werden könnte.

-Ersetzt die Vorsorgevollmacht vollkommen eine Betreuung, die durch einen Richter abgesegnet wird?
-Wie sind die Erfahrungen mit der richterlichen Prüfung der Geeignetheit eines Betreuers. Könnte aus der Tatsache, dass ich meinerseits eine Unterstützung durch einen Sozialdienst in Anspruch nehme abgeleitet werden, dass ich für die Betreuung meiner Mutter nicht geeignet bin?

Zwischen meiner Mutter und mir herrscht ein gutes Vertrauensverhältnis. Ich möchte um ihretwillen und um meinetwillen vermeiden, dass ein außerfamiliärer Betreuer vom Richter bestellt wird.

Vielen Dank für das Lesen meines Falles. Ich hoffe, ihr könnt mir Tipps geben, wie ich das Ganze am besten angehe.
marod ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2009, 13:01   #2
Ehrenamtlicher Betreuer
 
Benutzerbild von Kohlenklau
 
Registriert seit: 28.03.2008
Ort: NRW
Beiträge: 2,086
Standard

Hallo,

Zitat:
Zitat von marod Beitrag anzeigen
Zur Zeit habe ich eine umfassende Vorsorgevollmacht meiner Mutter. Mittelfristig könnte jedoch die Situation eintreten, in der aufgrund ihrer geistigen Einschränkungen die Gültigkeit der Vorsorgevollmacht angezweifelt werden könnte.
Warum? Eine solche Vollmacht ist doch für den Zeitpunkt gedacht, an dem der Betroffene nicht mehr selbst entscheiden kann. Oder war Deine Mutter bei Ausstellung der Vollmacht bereits erkrankt, so daß aus diesem Punkt Zweifel erklärt werden können?

Zitat:
Zitat von marod Beitrag anzeigen
-Ersetzt die Vorsorgevollmacht vollkommen eine Betreuung, die durch einen Richter abgesegnet wird?
Kommt drauf an, wie individuell, genau und auf die Situation passend die Vollmacht ausgestellt ist. Wenn alles ok ist, dann wird keine ges. Betreuung eingerichtet, da die Vollmacht der Betreuung vorgeht.

Zitat:
Zitat von marod Beitrag anzeigen
-Wie sind die Erfahrungen mit der richterlichen Prüfung der Geeignetheit eines Betreuers. Könnte aus der Tatsache, dass ich meinerseits eine Unterstützung durch einen Sozialdienst in Anspruch nehme abgeleitet werden, dass ich für die Betreuung meiner Mutter nicht geeignet bin?
Die Frage solltest Du Dir zunächst selber stellen. Fühlst Du Dich geeignet? Könnte sich aus der Belastung, die mit dem Handeln aus der Vollmacht einhergeht, Dein Gesundheitszustand wieder verschlechtern? Bei allem Verständnis für die Sorge und die Bereitschaft, sich um die Mutter zu kümmern, sollte immer die Selbstsorge im Vordergrund stehen. Was nützt es, wenn Du Dich aufopferst und nach kurzer Zeit selber wieder erkrankst und die Betreuung dann doch abgegeben werden muß.

Zitat:
Zitat von marod Beitrag anzeigen
Zwischen meiner Mutter und mir herrscht ein gutes Vertrauensverhältnis. Ich möchte um ihretwillen und um meinetwillen vermeiden, dass ein außerfamiliärer Betreuer vom Richter bestellt wird.
Das kann ich verstehen und es sollte auch so sein. Bei den von Dir geschilderten Umständen wäre aber die Frage, ob nicht ein anderes Familienmitglied oder ein enger Vertrauter die ges. Betreuung mit Dir zusammen übernehmen kann. Ihr könnt Euch gegenseitig unterstützen und bei einer Verschlechterung deines Gesundheitszustandes könnte der andere Teil zunächst selber handeln, ohne das Du auch formal außen vor stehst. Solch eine Konstellation kann aber i.d.R. nur bei einem wirklichen Vertrauensverhältnis funktionieren. die gesetzliche Grundlage findest Du hier in § 1899 BGB, besonders in Abs. 3
BGB - Einzelnorm

Gruß
Kohlenklau
__________________
Ich trinke nur an Tagen, die auf 'g' enden,
und mittwochs

They tried to make me go to rehab, but I say no - no - no (Amy Winehouse)
Kohlenklau ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Stichworte
betreuung, demenz, psychische erkrankungen, richterliche genehmigung, vorsorgevollmacht

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are an
Pingbacks are an
Refbacks are an

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 09:43 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.11 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2020, vBulletin Solutions, Inc.
Template-Modifikationen durch TMS

SEO by vBSEO 3.2.0

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23