Dies ist ein Beitrag zum Thema Sicherer Beruf? im Unterforum Situation der Betreuer/innen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo,
mich würde interessieren, ob der Beruf des Betreuers einigermaßen "krisensicher" ist oder ob viele Betreuer durch das Gericht "entlassen" ...
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#1 |
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Dipl.Soz.Päd. / Berufsbetreuer
Registriert seit: 03.10.2007
Beiträge: 5,164
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Hallo,
mich würde interessieren, ob der Beruf des Betreuers einigermaßen "krisensicher" ist oder ob viele Betreuer durch das Gericht "entlassen" werden, d.h. keine Betreuungen mehr zugewiesen bekommen und somit zur Aufgabe gezwungen werden. Was sind die Erfahrungen, warum manche Betreuer aufhören? |
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#2 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,835
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Hallo,
ich habe eigentlich nur von Berufsbetreuern gehört, die aufgrund von Unehrlichkeiten aus dem Amt entlassen wurden. Dass jemand wegen zu geringem verdienst aufgeben musste wäre mir neu. Unser Gericht sorgt eigentlich immer dafür, dass die Anzahl der Betreuungen gerecht auf die Berufsbetreuer verteilt wird. Gruss Andreas |
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#3 |
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Gesperrt
Registriert seit: 04.04.2004
Ort: NRW
Beiträge: 2,294
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Hallo Thomas,
mir ist als Grund alles mögliche bekannt. Als die Pauschalisierung eingeführt wurde, da haben schon ein paar Betreuer aufgehört und anderswo einen festen Job angenommen. Seitdem habe ich auch von niemanden gehört, dass er aus finazieller Not heraus aufhören musste. Es wird zwar immer gestöhnt, aber letzendlich hört so schnell dann doch niemand auf. :wink: So wie Andreas schon beschrieb, werden immer wieder Betreuer wegen Unehrlichkeit entlassen,weil sie z.B. betrogen haben. Andere gehen in Rente oder aber versterben. Bei unserer Betreuungsbehörde ist es so, dass es immer wieder Zeiten gibt, wo keine neuen Betreuer mehr berücksichtigt werden, damit die vorhandenen Betreuer auf ihre Fallzahlen kommen können. Ich habe auch schon Betreuer erlebt, die bei einzelnen Richtern nicht berücksichtigt wurden, weil sie unangenehm aufgefallen waren und die Zusammenarbeit generell nicht klappte. Dann haben sie halt bei anderen Richtern ihre Fälle bekommen. Krisensicher? Kein Ahnung. Betreuungen wird es jedenfalls immer geben. Ob die Zuständigkeit für immer so bleibt weiß man natürlich nicht. Es gab ja schon Diskussionen, dass dieser Job von anderen Stellen ausgeführt werden soll..... Mit freundlichen Grüßen Tina |
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#4 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,835
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Hallo,
es gab ja schon im Internet Berichte, dass das Gerichtsvollzieherwesen privatisiert werden soll, so, wie man eben die (Berufs-)Btereuungen geschaffen hat. Einerseits bestimmt ganz interessant und genug Arbeit auch in der Zukunft. Andererseit muss man ja zu manchen Leuten mit Waffenschein gehen, Kampfkunst wäre auch nicht schlecht. ;-) Hat jemand zu diesem Thema neue Informationen ? Gruss Andreas |
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#5 |
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Gesperrt
Registriert seit: 04.04.2004
Ort: NRW
Beiträge: 2,294
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Hallo Andreas,
soweit ich weiß wollen ja nur ein paar wenige Bundesländer privatisieren... Wieso? Willst Du umsatteln? :lol: Ich habe mal von einem Vorschlag gelesen, dass die Berufsbetreuung von anderen Stellen übernommen werden könnte, um Kosten zu sparen... Bekomme es aber nicht mehr zusammen. Das war und ist eigentlich meine einzige Sorge. Ich finde aktuell nichts mehr darüber, aber habe das im Hinterkopf behalten. Es wäre der einzige Grund, der mich zur Aufgabe zwingen würde, ansonsten würde ich meine Arbeit nicht aufgeben. Inzwischen habe ich einige Jobs angeboten bekommen. Da man ja zwangsläufig auf viele Leute trifft, kommt es schon mal vor, dass man abgeworben wird. Ich habe nicht eine Sekunde darüber nachgedacht und das ist doch ein gutes Zeichen. Für mich persönlich überwiegen immer noch die Vorteile. Ich bin mit Leib und Seele Berufsbetreuer und kann mir nichts anderes mehr vorstellen, auch wenn ich die Arbeit manchmal trotzdem verfluche. [skepti] Mit freundlichen Grüßen Tina |
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#6 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,835
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Hallo,
ich denke, einige ehrenamtliche Betreuer denken ab und zu darüber nach, Berufsbetreuer zu werden. Ob ich persönlich noch eine Chance hätte, bezweifle ich. Mir fehlt die Ausbildung. Ich bin Verwaltungsangestellter, habe 1975 im öff. Dienst angefangen. Betreuungen führe ich seit 1996. Zudem hat die Betreuungsbehörde bzw. das Gericht schon genug damit zu tun, dass die Berufsbetreuer alle ausreichend mit Betreuungen versorgt sind. Es gehört nach meiner Meinung auch viel Disziplin dazu, das Leben als Berufsbetreuer zu managen. Ab und zu, wenn ich im Urlaub war, hatte ich so viele Briefe und Telefonate, dass ich den ganzen Vormittag beschäftigt war. Ok, eher selten, aber es kam vor. Zum Glück waren die Kinder in der Schule. Wenn ich mir vorstelle, all das, was ein Berufsbetreuer täglich zu tun hat, von zu Hause zu erledigen, dann ginge das nicht. Nur mit eigenem Büro und entsprechenden Kosten. Sonst kommen ganz schnell die kleinen und großen Störungen, hier beispielhaft die eigene Frau (grins): kannst Du mir mal die Gartenschere bringen, die Gardine klemmt, kannst Du den Geschirrspüler ausräumen usw. Nach dem Motto: wenn Du schon mal da bist... :P Allen einen schönen Tag, Gruss Andreas |
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Gesperrt
Registriert seit: 04.04.2004
Ort: NRW
Beiträge: 2,294
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Hi Andreas,
Zitat:
Ich habe mein Büro in der Wohnung und bin ganz froh darüber. Klar wird man öfter mal abgelenkt, aber wenn die Tür zu ist, dann ist sie zu und es wird höchstens mal vorsichtig angeklopft. Vorteile liegen auf der Hand, ich habe es nicht weit zur Arbeit, keine zusätzlichen Kosten und alles ist da, vom Kaffee bis zur Tiefkühlpizza. :wink: Laut Statistik werden übrigens 70 % der Betreuungen ehrenamtlich geführt. Mit freundlichen Grüßen Tina |
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