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Der Beruf des BB - ja oder nein?

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Zitat: Über diese verklemmte, alberne und (leider) typisch deutsche Einstellung muss ich auch jedes mal herzlich lachen. Ich kann sie ...


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Alt 16.12.2019, 18:40   #21
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Zitat:
Über diese verklemmte, alberne und (leider) typisch deutsche Einstellung muss ich auch jedes mal herzlich lachen. Ich kann sie nicht nachvollziehen.
Das musst du auch nicht, manchmal bin ich ausgesprochen gerne verklemmt. Mich wundert nur dass die Befürworter von so viel Offenheit wie z.B. Susi K. dann ihre Zahlen nicht schon längst eingestellt haben. Da wären dann den Worten auch gleich mal Taten gefolgt.

Du wolltest wissen was man als Berufsbertreuer verdienen kann und ich habe dir den Link zu der gut aufgeschlüsselten Liste mit den derzeitigen Vergütungen geschickt- also kannst du dir das ziemlich einfach selbst ausrechnen.
Ob jemand jetzt 20 Heimbewohner und 20 in der eigenen Wohnung hat, hat ausser für denjenigen selbst keine Aussagekraft. Da steckt man nämlich nicht drin, das entwickelt sich im Laufe der Zeit mal so, mal so und entsprechend steuert man solche Prozesse langfristig auch, d.h. man gleicht aus wenn man denkt es muss oder sollte ausgeglichen werden.

Zitat:
Wieviele der Betreuten verbleiben denn durchschnittlich wie lange usw.?
Das lässt sich einfach nicht vorhersagen. Eins auf jeden Fall ist sicher, die "Verweildauer" in Betreuungen hängt vom Krankheitsbild ab- egal was Politiker annehmen.

Wenn man also z.B. eine chronifizierten Doppeldiagnosefall hat dann weiss man dass der nie wieder gesund werden wird. Bei einem körperlich Behinderten ohne Arme und Ohren ist das genauso.
Du kannst bei der Fallannahme nicht die Betreuungsdauer absehen und wenn ich z.B. überwiegend langfristig Kranke hätte und ein andere Kollege genau das Gegenteil würde dir das trotzdem immer noch nichts nützen.
Auch eine Statistik gäbe letztlich dazu nie etwas konkretes und nutzbares her. Hier ein sog. Mittel herzustellen hätte keinerlei Aussagekraft, das eine würde das andere "auffressen".

Ich hatte dir auch Dinge zu dem Anfang als BB geschrieben z.B. zu den Fallannahmen und den Abrechnungsschwierigkeiten. Gerade die Möglichkeiten der Fallannnahme sind Anfangs extrem wichtig, so in den ersten 2 Jahren wenn es um den Job geht.

Eins, und das halte ich für sehr wichtig ist die Frage der Belastbarkeit. Die steht mit dem Einkommen in direktem Zusammenhang. Betreuer ist nicht gleich Betreuer.
Da wo der eine schon anfängt zu stöhnen pfeift der andere immer noch lustig vor sich hin.

Zitat:
Du sagst bei dir sind es 19 % vom Einkommen zzgl. Steuern und Krankenversicherung.
Du meinst durch diese Aussage jetzt was? zu wissen? Die genannten Prozent sind das Ergebnis von ufzeers persönlicher Situation und insofern nicht ausagekräftig bei der Ermittlung des, vor allem nicht deines, evtl. späteren Gewinns.

Und noch was ganz zum Schluss: Betreuer ist kein Beruf sondern eine Tätigkeit.
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michaela mohr ist offline  
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Alt 16.12.2019, 19:01   #22
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Zitat:
Zitat von michaela mohr Beitrag anzeigen
Mich wundert nur dass die Befürworter von so viel Offenheit wie z.B. Susi K. dann ihre Zahlen nicht schon längst eingestellt haben. Da wären dann den Worten auch gleich mal Taten gefolgt.
Warum die Polemik? Dir wird doch auch klar sein, dass die Veröffentlichung sensibler Daten nur in einem staatlichen Solidarsystem Sinn machen. Warum sollte ich mich ausgerechnet im kapitalgeprägten Deutschland offenbaren?
Susi K ist offline  
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Alt 16.12.2019, 21:34   #23
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Ich habe meine Zahlen direkt offen gelegt. Warum auch nicht, sind ja eh tarifliche Ergebnisse. Das bisschen mehr entsteht durch Bereitschaft und Zulagen. Kann jetzt jeder wissen, tut mir nicht weh. Irgendwelche Infos muss es doch geben (dachte ich mir), um ein Gefühl für die ganze Geschichte kriegen zu können. Und tatsächlich gibt es die, uufzer hat da ja eine konkrete und zielführende Aussage egmacht.

Mir geht es wirklich nur darum, ein Gefühl zu bekommen, was man relativ sicher über haben kann und was mit viel Einsatz möglich wäre. Und ob das viel Einsatz ist, also der Bezug zu meiner persönlichen Belastbarkeit - nun, den stelle ich dann natürlich selber her. Wer daran interessiert ist, kann mich gerne fragen

Es muss ja auch niemand etwas preisgeben, was er / sie nicht möchte. Jeder darf so viel Geheimnis um seinen Beruf machen wie er glaubt, dass es richtig ist. Welche Zahlen, Daten und Infos für mich wertvoll sind, muss ich selbst entscheiden. Jeder verwertet Informationen anders und zieht entsprechend einen Nutzen daraus. Wenn mir bspw. 10 Leute sagen, dass sie zwischen 30 und 50 Betreuungsfälle haben und durchschnittlich zwei Drittel Heimbewohner sind, kann ich daraus schließen, dass 30 als untere Grenze mit relativ großer Wahrscheinlichkeit eine gut machbare Zahl sein kann (!) und auch 50 machbar sein kann (!). Wenn niemand sagt, er kommt mit 20 Fällen über die Runden und auch keiner sagt, er betreut 100 Personen, sind auch das wertvolle Informationen, um die Tätigkeit[/B] (danke für den Hinweis ) einordnen zu können. Daraus könnte ich mir beispielsweise auch ableiten, wie viele betreute Heimbewohner und andere Wohnformen (oder welche Kombination) zu meinem Wunscheinkommen führen könnten (oder ob es überhaupt machbar ist, meine Vorstellungen zu realisieren), usw. usf. Das alles nur als Beispiel. Von daher sind nur keine Informationen nicht hilfreich. Ich zwinge ja niemanden, seine Grenzen zu überschreiten und mir Infos zu liefern, die er / sie nicht liefern möchte. Je mehr Einzelheiten, desto klarer das Bild für mich und andere Neugierige.
In der Tat habe ich auch schon viel erfahren (weniger als gehofft, aber ich bin schlauer als vorher!) und deswegen bedanke ich mich sehr herzlich bei euch allen und wertschätze eure Teilnahme hier. Wer noch was hat, immer raus damit. Ich verfolge hier (und dort) weiter.


ps:
MurphysLaw: Ich glaube, du hast meine Aussage(n) und Intention nicht verstanden. Um eine Grundsatzdiskussion derart soll es hier auch nicht gehen, von daher belassen wir es dabei okay?

pps: Furchtbar, mit dem iPad kann ich hier nicht vernünftig schreiben/formatieren/zitieren usw. Sorry für die Form und die ganzen Äs und ß?ÖÜ!ˋs... ich weiß schon, warum ich Apple nicht so toll finde...
Wertzuiop ist offline  
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Alt 16.12.2019, 21:46   #24
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Zitat:
Ich halte diese Einstellung, dass man über Gehalt und Einkommen nicht spricht, für antiquitiert und vor allem auch schädlich.
Zitat:
Das sehe ich auch so, muss wohl typisch deutsch sein.
Wo bitte siehst du an meinem Beitrag Polemik?

Wir leben alle in den politischen Raealitäten der BRD- sind weiterhin auch kein Forum für Politik sondern wegen den Fragestellungen in gesetzlichen Betreuungen.
Du findest es antiquiert persönliche Verhältnisse in einem offenen Forum unter voller Identifizierung durch Namen und Stadt nicht nennen zu wollen? Bitte, dann mache es aber komme nicht mit einer diffusen - und für mich hinhaltlich nicht nachvollziehbaren -Kapitalismuskritik.

Ich sage was ich denke, handele ebenso- der Rest ist mir egal.
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michaela mohr ist offline  
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Alt 16.12.2019, 22:10   #25
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Zitat:
Wenn mir bspw. 10 Leute sagen, dass sie zwischen 30 und 50 Betreuungsfälle haben und durchschnittlich zwei Drittel Heimbewohner sind, kann ich daraus schließen, dass 30 als untere Grenze mit relativ großer Wahrscheinlichkeit eine gut machbare Zahl sein kann (!) und auch 50 machbar sein kann (!)
Pardon, aber eben genau das kannst du nicht! Genau so wenig wie Betreuer gleich Betreuer sind, sind Heimbewohner gleich Heimbewohner. Finanziell bzw. Abrechnungsmässig schon aber inhaltlich nicht.
Wenn du 19 nette Omis im Heim hast kann das easy going sein- aber: wenn du 10 Ex Alkis im Heim hast wird das arebitsmässig ne kleine Hölle.
Wenn "im Angebot" 5 künftige Heimbewohnr sind, womöglich auch noch nach einem Betreuerwechsel dann musst alleine Du dir überlegen ob das (finanziell) für dich Sinn macht.


Zitat:
und auch 50 machbar sein kann (!)
Ich sag mal, natürlich sind 50 Betreute "machbar"- bei entsprechender Infrastruktur, bei entsprechendem Netzwerk und Erfahrung. Ich sage aber auch gleichzeitig- wiederholt- dazu das es immer wieder Betreuer gibt die 20 Fälle nicht "schaffen.
In vier Betreuertreffen in diesem Jahr hat man z.B viele Neu-Vorstellungen gesehen die am nächsten Termin nicht mehr auftauchten. Was soll man davon halten, welche Schlüsse ziehen?




Zitat:
Daraus könnte ich mir beispielsweise auch ableiten, wie viele betreute Heimbewohner und andere Wohnformen (oder welche Kombination) zu meinem Wunscheinkommen führen könnten (oder ob es überhaupt machbar ist, meine Vorstellungen zu realisieren)
So leid es mir tut aber so ist es nicht und so wird es nie sein. "Fälle" haben krankheitsbedingt eine Eigendynamik ob das einem jetzt passt oder nicht.
Betreung ist mehr als Geld- Verdienen.
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michaela mohr ist offline  
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Alt 16.12.2019, 22:12   #26
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Ich muss mal Yanik etwas in Schutz nehmen. Im öffentlichen Dienst gibt es, was Gehaltshöhen betrifft, eine sonst in Deutschland (und vielen anderen Ländern) unübliche Offenheit. Weil die Tariftabellen und Besoldungstabellen für Beamte vollkommen öffentlich nachzulesen sind. Wenn ich zB sagen würde, ich bin Verwaltungsrat, dann könnte man googeln, das ist die Besoldungsgruppe A 13, dann müsste man noch das Bundesland und das ungefähre Lebensalter wissen, dann kann man in der Tabelle das Bruttogehalt nachlesen. Außerhalb des öD gibts das nicht. Sogar da, wos Tarifverträge gibt, weiß meist einer vom anderen nicht, wie hoch dee Verdienst ist, wegen Zulagen, Gratifikationen usw. und wos auch das nicht gibt, ists wilder Westen und die Informationsweitergabe sogar untersagt. Die Schweden haben einfach eine andere Offenheitskultur und einen anderen Datenschutzbegriff. Da er offenbar im öD sozialisiert ist, kann ich seine Verwunderung beim ersten Kontakt mit der seltsamen Welt der Selbständigkeit verstehen.

Übrigens für die Umlaute muss oben das Feld „angemeldet bleiben“ aktiviert sein. Warum auch immer.
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Mit vielen Grüßen
Horst Deinert

Weitere Infos:
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HorstD ist offline  
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Alt 16.12.2019, 22:22   #27
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Zitat:
Da er offenbar im öD sozialisiert ist, kann ich seine Verwunderung beim ersten Kontakt mit der seltsamen Welt der Selbständigkeit verstehen.
Danke Horst für die Vermittlung
Nur- wenn ich im öD verhaftet bin und mir über eine Selbstständigkeit Gedanken mache dann muss ich auch die dort geäusserten Bedenken und Risiken/Unwägbarkeiten zu Kenntnis nehmen (wollen).
Das Beharren auf Vergleichen die sich nicht vergleichen lassen bringt keinen weiter in der/seiner Entscheidung.

Theoretisch lasen sich Sicherheitgedanken nachvollziehen.

Letztendlich ist "Sicherheit" und gesetzliche Betreung aber schon ein Widerpruch in sich- meine Meinung und die Erfahrung aus 20 Jahren.
Trotzdem und vielleicht auch aus genau diesem Grund mag ich meinen Job immer noch sehr.


PS:
Zitat:
Übrigens für die Umlaute muss oben das Feld „angemeldet bleiben“ aktiviert sein. Warum auch immer.
Technik und ihre Besonderheiten. Wie in Betreuungen halt manchmal auch.
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michaela mohr ist offline  
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Alt 16.12.2019, 23:55   #28
Einsteiger
 
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Zitat:
Zitat von HorstD Beitrag anzeigen
Ich muss mal Yanik etwas in Schutz nehmen. Im öffentlichen Dienst gibt es, was Gehaltshöhen betrifft, eine sonst in Deutschland (und vielen anderen Ländern) unübliche Offenheit. Weil die Tariftabellen und Besoldungstabellen für Beamte vollkommen öffentlich nachzulesen sind. Wenn ich zB sagen würde, ich bin Verwaltungsrat, dann könnte man googeln, das ist die Besoldungsgruppe A 13, dann müsste man noch das Bundesland und das ungefähre Lebensalter wissen, dann kann man in der Tabelle das Bruttogehalt nachlesen. Außerhalb des öD gibts das nicht. Sogar da, wos Tarifverträge gibt, weiß meist einer vom anderen nicht, wie hoch dee Verdienst ist, wegen Zulagen, Gratifikationen usw. und wos auch das nicht gibt, ists wilder Westen und die Informationsweitergabe sogar untersagt. Die Schweden haben einfach eine andere Offenheitskultur und einen anderen Datenschutzbegriff. Da er offenbar im öD sozialisiert ist, kann ich seine Verwunderung beim ersten Kontakt mit der seltsamen Welt der Selbständigkeit verstehen.

Übrigens für die Umlaute muss oben das Feld „angemeldet bleiben“ aktiviert sein. Warum auch immer.
Sehr gut ausgedrückt und vermutlich treffend interpretiert. Nur eine kleine Ergänzung dazu: Es gibt mittlerweile Rechtssprechungen, welche Verbotsklauseln bzgl. der Weitergabe der eigenen Gehaltsinformationen in Unternehmen für nichtig erklären. Somit ist es jedermanns Recht, über Gehälter zu sprechen. Befürworter argumentieren zurecht, dass die Tabuisierung und das Nichtkommunizieren dazu führt, dass ungleiche Behandlung gefördert/erleichtert wird und so unterm Strich auch Geld auf Kosten der Arbeitnehmer gespart werden, weil die Bezahlung gering ausfallen kann, ohne, dass man aufgrund von Referenzwerten mit den Entscheidern verhandeln könnte. Außerdem entfällt vielfach der Grund, um in Gehaltsverhandlungen zu treten, bzw. umgekehrt: Wenn ich erfahre, dass mein Kollege für die gleiche Arbeit 50 % mehr Kohle kriegt, steh ich beim Chef auf der Matte und frage mal höflich nach..

Ähnliche Chancen/"Risiken" sehe ich auch im Bereich der Freiberufler und besonders den BB, die über ihr Gehalt ähnlich wenig Einfluss haben wie Arbeitnehmer (weil sie ihre Vergütungspauschalen nicht selbst festlegen). Man könnte gar soweit gehen und behaupten, die Tätigkeit des BB verbindet (zumindest in Teilen) die Nachteile der Freiberuflichkeit mit den Nachteilen des Arbeitnehmerverhältnisses. Und wenn niemand wirklich weiß, in welchen finanziellen Rahmen sich BB bewegen (erst Recht nicht Außenstehende oder gar recherchefaule Journalisten die irgendwelche Zahlen in ihren Artikeln postulieren, vermutlich die erstbeste Zahl aus einem Forum oder anderen Artikeln), werden falsche und trügerische Infos gestreut. So entstehen evtl. falsche Hoffnungen auf der einen Seite oder ein Negativimage auf der Anderen. Je offener mit solchen Zahlen umgegangen würde, desto besser würde der Job bezahlt werden - da bin ich mir sicher. Weil über die Verantwortung und Anspruchsfülle der Tätigkeit braucht man mit Sicherheit nicht verhandeln.

Nicht nur in skandinavischen Ländern scheint es normal zu sein. In den USA (man halte von Teilen des Volkes und ihrer Kultur, was man will) ist es meinen Recherchen zufolge völlig üblich, über Einkommen zu sprechen. Dort werden wohl Stellenausschreibungen direkt mit der Info über das zu erwartende Einkommen geschmückt. Von daher scheint dies eher eine Frage der Kultur zu sein.

Danke für die ganzen Beiträge.

PS: Mist.. ab sofort bleibe ich angemeldet!
Wertzuiop ist offline  
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Alt 17.12.2019, 01:39   #29
Stammgast
 
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Hallo Wertzuiop,

ich hatte mir zu Anfang meiner Betreuertätigkeit eine betriebswirtschaftliche Aufstellung gemacht ... und ausgerechnet, wie viele Betreuungungen ich führen müsste, um über die Runden zu kommen (Krankenkasse, Büromiete, Rente, Steuern etc.).

Was ich nicht einkalkulieren konnte: Wieviel Betreuungen kann ich führen? Wie ist mein Arbeitsstil? Wie hoch ist der tatsächliche Betreuungsaufwand?

Wenn ich davon gelesen habe, dass Betreuer durchschnittlich soundsoviel Betreuungen führen (und je nach dem, ob sie noch Bürokräfte anstellen), hat das sehr wenig Aussagekraft gehabt, wie man in der Berufsanfängerzeit damit klar kommt.

Aus meiner Erfahrung braucht man in der Berufsanfängerzeit sehr viel mehr Zeit. Man muss "auf einen Schlag" mehrere Betreuungen einarbeiten und zudem hat man noch wenig Erfahrung und noch wenig Netzwerke.

Meine erwartete Kalkulation, dass ich in einem Jahr 20 "flutschende" Betreuungen führen kann, hatte sich nicht bestätigt. Dafür habe ich mich fast bis zum Rand meiner gesundheitlichen Grenze begeben müssen und meine komplette Freizeit investiert. Viel lässt sich vielleicht über meinen Arbeitsstil und meine Unsicherheit erklären; inzwischen kann ich etwas besser unterscheiden,was wichtig ist und was nicht oder auf welche Netzwerke ich zurückgreifen kann.
Annegret ist offline  
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Alt 17.12.2019, 06:18   #30
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Zitat:
Je offener mit solchen Zahlen umgegangen würde, desto besser würde der Job bezahlt werden - da bin ich mir sicher.
Gute Güte, du solltest unbedingt mal was über die Diskussion und Entwicklung der Betreuervergütung nachlesen.


Unabhängig davon solltest du, wenn es dir um eine Entscheidung geht dich nicht weiter auf das zu erzielende Einkommen kaprizieren sondern dich eher mit den Rahmenbedingungen dafür, nämlich den tatsächlichen Möglichkeiten überhaupt Einkommen zu generieren auseinandersetzen. Darin liegt eine viel grössere Entscheidungshürde.
Das wird von ganz vielen ständig unterschätzt.
Letztlich ist es völlig nutzlos zu wissen dass man mit ca 45 bis 50 Betreuungen ungefähr einen Jahresumsatz von 85 000 Ocken einfahren könnte.
Die entscheidende Frage ist eher: würde ich 45 bis 50 Betreuungen überhaupt führen können? Es reicht bei Weitem nicht zu sagen: ich habe immer viel geschafft.

Wie in jedem anderen Job sind in Betreuungen neben einem recht breit gestreuten Fachwissen auch die sog. Schlüsselqualifikationen gefragt wie Empathie und Abgrenzungsfähigkeiten, Arbeitsorga, hohe Frustrationstoleranz, Verbindlichkeit, Konzentration auf Wesentliches und dessen Unterscheidung, massiv Einstecken können, schnelles Reagieren usw. usw.

Diese Fragen sind viel entscheidender für das künftige Einkommen. Siehe auch Anngrets Beitrag.
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