Forum Betreuung

Diskussionsforum zum Thema

gesetzliche Betreuung

 

unhaltbare Beschuldigungen durch psych. erkrankte Betreute

Dies ist ein Beitrag zum Thema unhaltbare Beschuldigungen durch psych. erkrankte Betreute im Unterforum Situation der Betreuer/innen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Guten Tag zusammen, ich habe für eine an Borderline-Störung u. schizophrener Psychose mit THC- und weiterem Drogen-Abusus (Selbst-Medikation, Ablehnung Depot-Spritze ...


Zurück   Forum Betreuung > Offenes Forum gesetzliche Betreuung > Situation der Betreuer/innen

Registrieren Hilfe Benutzerliste Kalender Suchen Heutige Beiträge Alle Foren als gelesen markieren
Alt 28.08.2024, 17:01   #1
Einsteiger
 
Registriert seit: 06.10.2014
Beiträge: 12
Standard unhaltbare Beschuldigungen durch psych. erkrankte Betreute

Guten Tag zusammen,


ich habe für eine an Borderline-Störung u. schizophrener Psychose mit THC- und weiterem Drogen-Abusus (Selbst-Medikation, Ablehnung Depot-Spritze u. Psychopharmaka) erkrankte Betreute die stationäre, geschützte Unterbringung beim Betreuungsbericht beantragt. Eine freiwillige stationäre psychiatr. Behandlung verweigert sie vehement. Bei ihr zeichnet sich für mich ein Vergiftungswahn ab. Sie selbst spricht zudem von Suizid und zeigt mir gegenüber Gewaltandrohung an.
Darauf erhalte ich das psychiatrische Gutachten, in welchem die Gutachterin berichtet, daß ich laut meiner Betreuten mit dieser zusammen THC konsumiere und für meinen Eigengebrauch dieses zudem von ihr kaufe. Nicht nur geschockt bin ich über diese absolut unwahren und meinen Ruf schädigenden Aussagen, sowie die unreflektierte Weitergabe durch die Gutachterin ans Betreuungsgericht, sondern auch über das Gutachten selbst, in welchem sich die Betreute so verstellt und vor der Gutachterin wohl auch erfolgreich verstellen kann, daß alles in Ordnung sei, sie ihre Medikamente regelmäßig einnehme und ausschließl. THC „im Rahmen“ konsumiere (beides nicht der Fall, Amphetamine und Kokain werden verschwiegen), sie sich von Suizid distanziert und daher keiner Einweisung bedürfe.
Die Gutachterin macht sich selbst unangreifbar und es sich recht einfach, denke ich. So gib sie an, der die Betreute seit einigen Jahren ambulant behandelnde Psychiater sei telefonisch nicht erreichbar. Die Einholung eines aktuellen Nachweises über den Drogenkonsum (Urin- oder Blutprobe) wird von ihr gar nicht unternommen, und sie kommt folglich aufgrund ihres Berichts zum Entschluss, die Einweisung zur stationären Behandlung sei vollkommen unangebracht.


Ich sehe hier eine systematisch sich wiederholende Vertauschung: Durch das Gutachten werde ich zur Kranken und die erkrankte Betreute als gesundheitlich nicht gefährdet bewertet.
Der vorhergehende amb. Sozialassistent wurde von der Betreuten auf einem Parkplatz unrechtmäßig so dermaßen von ihr beschimpft und beschuldigt, daß dieser von der Polizei fast abgeführt wurde.


Bei Gericht beabsichtige ich umgehend eine Stellungnahme mit Distanzierung von den Falschaussagen abzugeben und hoffe, daß dies zu meinem Schutz so ausreicht.
Darüber hinaus frage ich mich, ob ich
a) an meinem Antrag auf weitere Unterbringung zum geschützten Entzug und medikamentöser (Neu-)Einstellung unter Forderung einer Neubegutachtung anhalten soll
oder stattdessen „die Reißleine ziehe“ und
b) meine schnellstmögliche Entlassung wiederhole mit Verzicht auf Festhalten am Antrag auf Unterbringung.


Vielen Dank bereits für Eure Erfahrungen und hilfreichen Rückmeldungen hierzu.



Grüße von joliba

p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent }
joliba ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 28.08.2024, 18:10   #2
Admin/Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,594
Standard

Moin moin


Alls allererstes:
DO NOT PANIC!!!


Bei Borderlinern, Bipolaren und an Schizzophrenie erkrankte Menschen ist so ein Verhalten völlig normal!
...und deshalb kein Grund zur Aufregung.
Wenn die Krise vorbei ist, dann kommt es oft genug vor, dass es diesen Menschen peinlich ist, wenn sie Dich so beschimpft haben.

Nimm es als Teil ihrer Erkrankung und nicht als gegen Dich gerichtet. dann kannst Du viel leichter damit klar kommen.


Und andererseits - stell Dir vor, Du wärest in der Situation der Betreuten:
Dir geht es völlig gut, bestens, die Laune ist super und dann kommt da so eine Flöte, die meint, dass Du in die Klapse must. Das ist doch die Höhe. Da soll man auch noch freundlich beliben? Das wäre doch völlig bescheuert!!!
So wird die Situation von diesen Menschen erlebt. Und sie erleben sich selber ganz anders als Du sie in dieser Situation wahrnimmst.



Was das Gutachten angeht:
Schau noch mal genau rein, an welcher Stelle die Gutachterin geschrieben hat, dass Du mit der Betreuten kiffst etc.
- Wenn das in der Rubrik Anamnese steht, ist das völlig in Ordnung. Die Gutachterin beschreibt da nur, was die Betreute/Probandin ihr gesagt hat.
- Dann kommt die Fremdanamnese: Da steht drin, was die Gutachterin von anderen Personen als der Probandin erfahren hat.
- Dann kommt die medizinische Anamnese - also was andere Ärzte so gesagt haben oder in der Akte / im Kartex dazu steht.
- Dann geht es weiter mit dem körperlichen Befund: Das ist das, was die Gutachterin selber an der Probandin festgestellt hat
- Psychopathologischer Befund: Was die Gutachterin bzgl. der Psychischen Situation festgestellt hat. Hier sollte sie so langsam mal schreiben, dass die Probandin realitätsfernen Kram zusammenfaselt.
- Diagnose
- Zusammenfassende Beurteilung der vom Gericht gestellten Fragen. spätestens hier sollte die Gutachterin klarstellen, das die Probandin wilde Stories zusammenreimt.


Es ist also kein Alarm, wenn im Gutachten unter der Anamnese solche wilden Angriffe gegen Dich stehn. Das hilft bei der Begründung, warum eine Unterbringung tatsächlich angezeigt ist.



Wenn die Gutachterin der Probandin die Stories unhinterfragt gflaubt, dann solltest Du sie mal fragen, ob sie vieleicht auch mit der Probandin um die Wette gekifft hat.


MfG
Imre
__________________
Fehler sind dazu da, um sie zu machen
und daraus zu lernen.
Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen.
Imre Holocher ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 29.08.2024, 09:19   #3
Forums-Geselle
 
Registriert seit: 27.06.2024
Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 286
Standard

Ich schließe mich dem an, was Imre so schön ausreferiert hat.
Wenn ich danach gehen würde, was in Gutachten schon alles so über mich geschrieben wurde, wären schon einige Betreuungen beendet.
Der Klassiker ist, dass ich schon 4 Monate nicht in der Wohnung war und der Betreute vergisst, dass man sich 1x/Woche im Büro zum Geld holen sieht.

Das weiß das Gericht in aller Regel sehr wohl einzuordnen. Falls nicht, würdest du ohnehin zur Stellungnahme aufgefordert werden. Dann, und nur dann, würde ich darin mehr Energie investieren.

Ich hatte in meiner alten Tätigkeit mit Borderlinern (den Echten) zu tun und auch jetzt eine Betreute mit dieser Persönlichkeitsstörung. Ich kann definitiv bestätigen, dass gerade so etwas Teil der Störung ist.

Leider hat sie dich damit "gekriegt". In der Interaktion ist immer auch ein Spiel dabei von "Wenn ich das sage und tue, hält er/sie mich aus?" Also, ob es nun einfach unreflektiertes Verhalten in einem Hoch oder Tief ist, was zu dem Verhalten führt oder des besagte Spiel, meiner Erfahrung nach ist gerade im Umgang mit dieser Krankheit am Wichtigsten sich planbar zu verhalten.
Die Supervisorin meiner alten Arbeit hatte das schöne Bild des Stabs, an dem das Pendel hängt. Egal wie hoch und tief es ausschlägt, der Stab steht.

Also bleib standhaft und nimm es auf keinen Fall persönlich. Zweiter supervisorischer Tipp : manchmal ist es hilfreich in der Situation gedanklich raus zu treten und zu schauen, wer welchen Anteil an der Situation hat. Borderliner sind Energiezieher, also lass dich nicht ziehen.

Geändert von Tschak (29.08.2024 um 09:32 Uhr)
Tschak ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 31.08.2024, 09:13   #4
Club 300
 
Registriert seit: 29.07.2019
Ort: Nähe Weißwurstäquator
Beiträge: 361
Standard

Zitat:
Zitat von Tschak Beitrag anzeigen
In der Interaktion ist immer auch ein Spiel dabei von "Wenn ich das sage und tue, hält er/sie mich aus?"
Hallo,

dem kann ich nur beipflichten und einen Buch-Tipp beisteuern, der mich schon in so mancher Interaktion gerettet hat: "Persönlichkeitsstörungen verstehen - vom Umgang mit schwierigen Klienten", von Rainer Sachse z. B. hier
https://www.thalia.de/shop/home/arti...ls/A1057737567

Es ist leicht verständlich geschrieben und umfasst das ganze Spektrum an Persönlichkeits- oder besser: Beziehungsstörungen.
Forenfuchs ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 31.08.2024, 09:15   #5
Club 300
 
Registriert seit: 29.07.2019
Ort: Nähe Weißwurstäquator
Beiträge: 361
Standard

Zitat:
Zitat von Imre Holocher Beitrag anzeigen
Wenn die Gutachterin der Probandin die Stories unhinterfragt gflaubt, dann solltest Du sie mal fragen, ob sie vieleicht auch mit der Probandin um die Wette gekifft hat.
Hi Imre,
ganz ehrlich, das denke ich mir bei so manchem Gutachten
Forenfuchs ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Stichworte
beschuldigung, unterbringung

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are an
Pingbacks are an
Refbacks are an

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 15:17 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.11 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2026, vBulletin Solutions, Inc.
Template-Modifikationen durch TMS

SEO by vBSEO 3.2.0

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40