Dies ist ein Beitrag zum Thema Heimplatzsuche im Unterforum Situation der Betreuer/innen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo,
meine Betreute hat eine fortschreitende Demenz. Sie hat in einer eigenen Wohnung gelebt, Hilfen (Pflegedienst, Entlastungsdienst) waren installiert. Auf ...
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#1 |
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Forums-Azubi-Anwärter
Registriert seit: 27.04.2021
Ort: 27474
Beiträge: 29
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Hallo,
meine Betreute hat eine fortschreitende Demenz. Sie hat in einer eigenen Wohnung gelebt, Hilfen (Pflegedienst, Entlastungsdienst) waren installiert. Auf ihren Wunsch hin ist sie in die Nähe ihrer Töchter gezogen, 400km entfernt. Ich hatte sowohl meiner Klientin, als auch den Angehörigen empfohlen in ein betreutes Wohnen für Senioren, eine Demenz-WG oder ein Heim zu ziehen, sollte dann auch nach Einrichtungen suchen. Als dann eine gefunden war, wurde wieder seitens der Töchter alles abgeblasen, sie hatten eine Wohnung für ihre Mutter gefunden. Hilfen vor Ort habe ich organisiert. Nun ist es so, dass die Mutter nicht mitmacht, wie die Töchter sich das so „gewünscht“ haben. Sie lehnt ambulante Hilfen ab, manipuliert die Töchter, etc. Ich soll nun erneut einen Heimplatz suchen. Ist das wirklich meine Aufgabe? Ich komme mir vor wie der Sekretär der Töchter, mal Hü mal Hott… Danke für eure Hilfe!!! |
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#2 |
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Moderator
Registriert seit: 24.03.2005
Ort: Duisburg, Ruhrgebiet, NRW
Beiträge: 7,656
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Das kann man doch in 400 Km Entfernung gar nicht organisieren. Also Antrag auf Betreuerwechsel. Die am neuen Wohnort zuständige Betreuungsbehörde informieren, dann können die schon mal anfangen zu suchen. Ist das Gericht auch schon informiert (§ 273 FamFG)?
P.S. Bitte Profil ergänzen, Bundesland nachtragen (dafür das Feld „Ort“ verwenden, der Ort selbst ist nicht nötig).
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Mit vielen Grüßen Horst Deinert Weitere Infos: https://www.lexikon-betreuungsrecht.de |
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#3 |
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Forums-Azubi-Anwärter
Registriert seit: 27.04.2021
Ort: 27474
Beiträge: 29
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Guten Morgen Herr Deinert, das Verfahren wurde an das nun zuständige AG abgegeben, mehr ist aber noch nicht passiert. Einen Antrag auf Betreuerwechsel habe ich bereits gestellt, aber auch hier zieht sich das alles.
Ich werde mich mal an das AG wenden. Danke für Ihre Antwort. Beste Grüße aus Niedersachsen/Cuxland! |
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#4 |
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Routinier
Registriert seit: 25.01.2016
Ort: Niederrhein
Beiträge: 1,210
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Konfuzius sagte:
"Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu Handeln; erstens durch Nachdenken, das ist das Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist das Leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist das Bitterste." Hier hast Du Dich also für die Erfahrung entschieden. ;-) Heimplatzsuche ist nicht Deine Aufgabe als Rechtlicher Betreuer, Thema immer wieder gut: Abgrenzung! Immer Deine Handlungsalternativen im Blick haben. Die B. ist derzeit "gut" untergebracht, bei der Tochter. Besteht eine akute Lage, die schnelles Handeln notwendig macht? - 112 -> Krankenhaus -> Behandlung -> Entlassmanagement des Krankenhaus -> Heimplatzsuche obliegt dann dem KH Keine Zwangslage? - Tochter will Mutti wieder loswerden? Soll sich Tochter um einen Heimplatz kümmern. Du bist der RECHTLICHE Betreuer, kein Sozialbetreuer. Mir haben am Anfang die Fortbildungen zum Thema Abgrenzung von Fillsack oder/und Ralph Chauvristré (Empfehlung!!) sehr geholfen. Den Heimplatzvertrag und die Finanzierung (Sozialhilfeanträge), das wären dann Deine Aufgaben. Überlege mal, Du machst jetzt alles was Tochter und Mutti will, ich schaue mal kurz in meine Glaskugel: - "och nö, das Heim ist aber viiiiieel zu weit weg" - "och nö, das Heim ist aber echt nicht schön" - "WAS es gibt kein Pflegegeld mehr? Dann bleibt Mutti hier" - "WIE jetzt, die Rente können wir auch nicht mehr ...." Bei Angehörigen sollte man immer im Hinterkopf haben, warum diese die Betreuung nicht übernommen haben .... Ich hatte auch mal so ein Erfahrungsfall: - B. in Wohnung, ging mehr schlecht als Recht. - Tochter hetzt gegen mich bei Gericht, ich würde nichts tun, die arme Mutter würde im Aufzug urinieren, sie müsse dringend SOFORT in ein Heim, sie (die Tochter) habe ja keine Zeit un müsse sich ja um alles kümmern, der Betreuer macht nix (Pflegedienst reingeholt mit dem Ergebnis Tochter bekommt kein Pflegegeld mehr, Haushaltshilfe reingeholt, Tochter muss trotzdem jeden Tag putzen, weil die machen ja nix, Konto war plötzlich wieder im Plus mit Einwilligungsvorbehalt und ohne Tochter mit Kontozugriff). - Stellungnahme um Stellungnahme geschrieben, Heimplatz gesucht, auf Wartelisten eingetragen - Die Richterin fährt auf die Beschwerden ab, Tochter wird als Betreuerin bestellt, ich also abgesägt. Einen Tag vorher erhält B. Zusage für einen Heimplatz. - Ergebnis: die Mutti war noch Jahre später (ich erhielt immer noch viel Post, da Tochter sofort bei der Bank war, aber sonst eher nix gemacht hat) Zuhause .... Viel Erfolg beim Abgrenzen.
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