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Die Qualitätsdebatte oder auch soziale Gerechtigkeit

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Moin moin Wenn ich so jemand betreue und einen Verdacht auf eine Erkrankung habe, dann rege ich ganz schnell die ...


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Alt 23.04.2025, 17:55   #41
Admin/Berufsbetreuer
 
Benutzerbild von Imre Holocher
 
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,635
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Moin moin


Wenn ich so jemand betreue und einen Verdacht auf eine Erkrankung habe, dann rege ich ganz schnell die Erweiterung um die Gesundheitssorge an. Wenn ich den betreuten Mensch auch noch davon überzeugen kann, dass er oder sie das auch gut findet und die Anregung gemeinsam mit mir unterschreibt, geht das normalerweise flott und reibungslos durch.



Manche Betreute haben es auch lieber, wenn sie einfach nur eine Schweigepflichtentbindung unterschreiben, die auf eine Kopie des Betreuerausweises geschrieben wurde. Das geht auch.



Du hast aber natürlich auch recht, weil solche Situationen trotzdem vorkommen und man nicht schnell genug war oder keine Chance hatte bei dem Tempo mitzuhalten. Abteilung: Shit happens!




Und es sind wirklich nicht immer die Betreuten:
Es gibt genug Fälle, bei denen die Betreuten nur sehr wenig Arbeit machen, aber die Angehörigen oder das engste Umfeld die Hölle heiß macht. So ein Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, ein durchgeknallter Opa, der sich gerne mit seinem schwerstbehinderten Enkel gemeinsam suizidieren will oder eine geldgeile aber nicht erbberechtigte Stiefsippschaft sorgen schon für Action im Büro.



Mit freundlichen Grüßen
Imre
__________________
Fehler sind dazu da, um sie zu machen
und daraus zu lernen.
Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen.
Imre Holocher ist offline  
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Alt 23.04.2025, 19:04   #42
Berufsbetreuerin
 
Registriert seit: 29.03.2010
Beiträge: 1,644
Standard

Ich hatte in diesem Fall vor vielen Jahren schon angeregt, die Betreuung um die Gesundheitssorge zu erweitern. Dazu sollte ein ärztliches Attest eingereicht werden und die Hausärztin meinte, das sei nicht nötig.

Ich denke, künftig wird das anders aussehen - falls er überlebt. Dann werde ich jedoch die Betreuung abgeben - wegen der Veränderung meiner beruflichen Situation, aber auch, weil mir die Phantasie und die Nerven fehlen, um eine Lösung dafür zu finden, was man in der Betreuerrolle tun kann, wenn mehrere Ärzte einen Betreuten, von dem man selbst glaubt, dass er eine Herzkrise erleidet, wieder nach Hause schicken.




Echte Highlights:


Zitat:
Zitat von Imre Holocher Beitrag anzeigen

die Angehörigen Hölle heiß Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom durchgeknallter Opa mit seinem schwerstbehinderten Enkel gemeinsam suizidieren will geldgeile aber nicht erbberechtigte Stiefsippschaft



Dinge, die einem kein normaler Mensch glaubt.
Langweilig wird es selten.
Selbst, wenn wirklich mal 80 % wenig Arbeit machen: Diese Sorte schafft locker alleine in 5 Tagen das Arbeitspensum eines Halbtagsjobs.
Garfield ist offline  
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Alt 03.05.2025, 01:55   #43
Berufsbetreuerin
 
Registriert seit: 29.03.2010
Beiträge: 1,644
Standard

Ich erlebe aktuell einmal mehr sehr intensiv die Schere, die zwischen Anspruch und Wirklichkeit in Bezug auf behördliches Handeln klafft.

Im geschlossenen Bereich wird seit Tagen über Fälle diskutiert, in denen Betreuungen angeregt, aber nicht oder viel zu spät eingerichtet wurden. Ja, sicher geht aus §§ 5, 8 BtOG hervor, dass nach Möglichkeit, Betreuungen vermieden und anderweitige Hilfen angeboten werden sollen, aber diese Unterstützungsangebote existieren entweder kann nicht, kämen viel zu spät und/oder können ohne die Hilfe, die typischerweise rechtliche Betreuer bieten, gar nicht installiert werden und sie sind weder finanzierbar noch ist ihre Schaffung vorgesehen.

Ich erlebe mehr oder weniger täglich, dass Behörden und für sie ihre Mitarbeiter in erster, zweiter und dritter Linie auf die eigenen Interessen schauen. Gesetze stehen meistens ziemlich weit, Rechte und Interessen von Bürgern ganz hinten. Die eigenen Interessen, das sind die Mittel, die evtl. eingespart werden können oder gar nicht erst bereitgestellt wurden, aus der Mitarbeiterperspektive die Erfüllung der Ansagen, die „von oben“ kommen, sprich die Vermeidung von Ärger für die eigene Person und oft genug leider auch Arbeitsvermeidung und ein Sich-nicht-Konfrontierenwollen mit Fragen, die nicht spontan beantwortet werden können.

Andere Institutionen arbeiten ähnlich. In diesem Spannungsfeld spielt sich Betreuung ständig ab. Das geht von Kleckerkram bis hin zu Fragen, die Weichen im Leben der Betreuten stellen oder stellen können. Natürlich stellt sich da – bei aller Kritik an den Rahmenbedingungen, die in tausenderlei Hinsicht nicht stimmen – auch die Frage, wie sehr engagiere ich mich im konkreten Fall?

In einer PN berichtete mir ein Forenmitglied heute von einer Facebook-Gruppe, in der eine Kollegin auf die Frage, wie die Erfahrung mit Betreuungen seien, antwortete, sie führe 32 Betreuungen und arbeite an 4 Tagen pro Woche jeweils 3 Stunden („mit Unterbrechungen“, Zwinkersmiley). Einen Tag davon ist sie telefonisch gar nicht erreichbar. Sie ist in Elternzeit und macht „bis zum Herbst“ keine Außentermine, wohl seit Februar. Vorher wurde sie mehrere Monate von Kolleginnen vertreten. „Bruttoverdienst“: 55.000 – 65.000 €. Sie ist in der gesetzlich sowohl renten- als auch krankenversichert.
Offenbar findet sie das prima. Ich finde es erschreckend. Für die Betreuten sowieso. Ich weiß auch nicht, ob sie mal nachgerechnet hat, was von ihrem „Bruttoverdienst“, der ihr Umsatz ist, am Ende übrig bleibt. Man kann davon leben, wenn man keine großen Ansprüche stellt und die Wohnkosten nicht allzu hoch sind. Eine Familie ernähren kann man davon nicht wirklich. Aber zum Glück arbeitet ja ihr Mann Vollzeit.
Soll so die Zukunft der Betreuung aussehen?
Auf der anderen Seite steht nicht nur § 1821 V BGB mit seiner Forderung nach regelmäßigem persönlichem Kontakt. Ich zitiere aus dem Beschluss des AG Siegen, Beschluss vom 20.07.2018 - 33 XVII 917/16 Z: „3. Der Betreuer hat persönlichen Kontakt zum Betreuten zu halten, um insbesondere die Wünsche des Betreuten zu ermitteln, denen nach § 1901 Abs. 3 S. 1 BGB grundsätzlich zu entsprechen ist; die Kontakthäufigkeit ist hierbei eine Frage des Einzelfalles.
„4. Regelmäßige Kontakte mit Angehörigen oder Pflegepersonal entbinden den Betreuer ebenso wenig von der Pflicht, persönlichen Kontakt zum Betreuten zu halten, wie eine aus Sicht des Berufsbetreuers zu geringe Betreuervergütung.
5. Der Betreuer darf die Kontakthäufigkeit nicht an der Prüfnote des Pflegeheims im Sinne von § 114 SGB XI ausrichten, die aufgrund ihres Zustandekommens keinen hinreichenden Rückschluss auf die Qualität der Pflege zulässt… Auch bei dauerhaftem Heimaufenthalt ist der Betreuer jedoch verpflichtet, regelmäßig durch persönliche Kontakte mit der Betreuten zu prüfen, ob das Heim alle geschuldeten Leistungen vollständig und ordnungsgemäß erfüllt.
Es wird dann sinngemäß breit ausgeführt, dass ja jeder wisse, dass Pflegeheime oftmals höchst mangelhaft arbeiteten. Mein Highlight aus der Begründung:
„Das Sozialgericht Münster hat das System der gegenwärtigen Pflegenoten folgerichtig als eine "Anleitung zum Bau Potemkinscher Dörfer" bezeichnet (vgl. SG Münster, a.a.O.) und stellt fest, dass "jeder wisse, dass bei einem Bewertungssystem, das zu Durchschnittsnoten von 1,2 oder 1,5 führt, von einer auch nur annähernd realistischen Bewertung keine Rede mehr sein kann. Der 'Pflege-TÜV' hat sich inzwischen selbst ad absurdum geführt."
Mit anderen Worten: Das Pflegesystem versagt auf ganzer Linie, die rechtlichen Betreuer sollen es richten. Mindestens alle zwei Monate soll der Betreuer im ausgeurteilten Fall im Heim aufschlagen, die Qualität der Pflege überprüfen und das Rumpelstilzchen geben, wenn sie nicht stimmt.
Natürlich steht da kein Wort davon, wie der Betreuer, der ja kein Pflegeexperte ist, diese Feststellungen treffen soll.
Noch besser war die Diskussion, die über diese Entscheidung auf der berühmten Mailingliste geführt wurde. Der professorale Oberguru beharrte darauf, dass ein regelmäßiger persönlicher Kontakt zu halten sei und verwies auf die angesprochene Entscheidung, beantwortete aber keine der Fragen, die sich darauf zielten, was der Betreuer tun solle, ob er den Betreuten etwa eigenhändig entkleiden und als medizinischer Laie dessen Pflegezustand kontrollieren solle.
Es gab auch keine Antwort auf die Frage, warum in den Fällen, in denen nur die Aufgabenkreise Vermögenssorge und Behördenangelegenheiten bestehen und diesbezüglich keine Probleme auftreten, ein telefonischer Kontakt nicht ausreichend sein soll bzw. was Betreuer unter diesen Umständen berechtigen könnte, sich eine Meinung über den Gesundheitszustand des Betreuten zu bilden und diese weiterzuplappern.
Der Administrator eben jener Liste, eine Gestalt ohne jede Qualifikation auf dem Gebiete der rechtlichen Betreuung, diffamierte gar die Einstellung einer Kollegin, die diese Auslegung hinterfragte, als „unethisch“. Wäre ich betroffen gewesen, ich hätte sofort Strafanzeige wegen Verleumdung gestellt.
Meiner Meinung nach geht das alles gar nicht. Da toben sich reihenweise Leute aus, die ihre eigenen Interessen durchsetzen, ihr eigenes seltsames, realitätsfernes Weltbild dem Rest der Welt unbedingt aufdrücken, sich profilieren und erzwingen wollen, was ihren gerade passend erscheint.
In der einen oder anderen Form haben all diese Akteure ein Zuviel an Macht, mit dem sie nicht verantwortungsbewusst umgehen.
Nach meinem Verständnis kann es gute Betreuungsqualität nur zwischen diesen Extremen geben.
Garfield ist offline  
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Alt 19.05.2025, 16:42   #44
Berufsbetreuerin
 
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Beiträge: 1,644
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Ich möchte nochmal auf die These zurückkommen, dass 80 % der Betreuten nach den ersten Monaten kaum noch Arbeit machten. Das kann ich in keiner Weise bestätigen.
Ich habe gerade im geschlossenen Bereich davon erzählt, was ich allein heute Nachmittag im Briefkasten vorgefunden habe. Nein, es war keiner der Betreuten die etwas angerichtet haben, aber bei den Behörden und Anbietern herrscht die pure Anarchie. Da werden Rechnungen aufgrund von Vertragsgrundlagen erstellt, die besagen, dass man die fragliche Leistung nicht in Rechnung stellen darf, Widersprüche als unzulässig verwiesen, die ich nie eingelegt habe, wohl, weil unbequeme Fragen aufgeworfen wurden, die unbeantwortet bleiben sollen, in einem anderen Fall wurde der Widerspruchsbescheid gar nicht erst zugeschickt, Frist ist längst abgelaufen, falls er bei der B. selbst angekommen sein sollte. Dass es ihn gibt oder geben soll, habe ich nach viel Hin- und Herschreiberei mit der Leistungsabteilung erst durchs Beschwerdemanagement erfahren.
All das zieht richtig viel Arbeit nach sich und morgen ist wieder was anderes.
Bei einem Betreuten, der schwer erkrankte und stationär aufgenommen werden musste ist - natürlich - die Versicherungskarte weg. Auch das hat gravierende Folgen. Ich frage mich, ob die in den Krankenhausverwaltungen einen eigenen Eimer stehen haben, in dem sie die Patientenkarten nach einmal einlesen entsorgen.


All das und sehr viel mehr passiert in Serie und wenn man sich um die Rechte der Betroffenen kümmert, macht es Arbeit. Menschen mit rechtlicher Betreuung haben in aller Regel einen sehr viel höheren Durchlauf an bürokratischem Kram, an Hilfestellungen aus unterstützenden Systemen. Und die arbeiten einfach vielfach dermaßen fehlerhaft und unzureichend, dass es keinen großen Ärger durch schwierige Betreute braucht, um viel Arbeit zu haben. Die Verhaltensweisen der Betroffenen selbst, mit denen häufig schwer umzugehen ist, kommen on top.
Garfield ist offline  
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Alt 19.05.2025, 17:08   #45
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Benutzerbild von HorstD
 
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Mir ist der Thread zu lang, um die Aussage mit den 80 % zu suchen. Im Moment kann ich nur spekulieren, dass das jemand ist, in dessen Umfeld die staatlichen Strukturen (noch) nicht zusammen gebrochen sind. Oder um es salopp zu sagen: nicht überall ist Berlin (und auch da gibts Unterschiede). Das kann auch daran liegen, dass eine kompetente Behördenleitung vorhanden ist, die in der Mitarbeiterführung gut ist; Folge: weniger Fluktuation, geringerer Krankenstand, langjährige kompetente Mitarbeiter können ihr Wissen noch weitergeben. Und eben keine ständigen Umorganisationem, die dazu führen, dass die Sachbearbeiter ihre Pappenheimer und deren Betreuer gar nicht mehr kennen. Sowas solls auch noch geben. Allerdings wohl bedauerlicherweise nicht in deinem Sprengel.
__________________
Mit vielen Grüßen
Horst Deinert

Weitere Infos:

https://www.lexikon-betreuungsrecht.de

Geändert von HorstD (20.05.2025 um 14:34 Uhr)
HorstD ist offline  
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Alt 20.05.2025, 12:35   #46
Berufsbetreuer
 
Registriert seit: 30.07.2007
Ort: Rheinland-Pfalz
Beiträge: 2,865
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Hallo,
dass 80 % der Betreuungen nach ein paar Monaten kaum noch Arbeit machen, ist - mit Verlaub - eine weltfremde These.
Ja, es gibt zweifelsohne auch solche Fälle, evt. sogar Fälle wo so gut wie gar nix mehr zu tun ist, aber es gibt auch etliche Fälle, wo die 100% plus X-Auslastung nie aufhört oder wo langjährig ruhige Fälle plötzlich wieder dramatisch aufleben.
Hinsichtlich des Arbeitsaufwandes ist da jedenfalls nichts verlässlich planbar. Zudem besteht die Betreuerarbeit ja nicht nur in der Auseinandersetzung mit dem Menschen bzw. d. Betreuten sondern vor allem in dem Spektrum Behörden, Institutionen und Bürokratie. Und da nimmt die Arbeit im Laufe der Zeit oftmals eher zu als ab.

mfg
__________________
Optimismus ist nur ein Mangel an Information
(Heiner Müller)
carlos ist offline  
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Alt 20.05.2025, 14:39   #47
Berufsbetreuerin
 
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Zitat:
Zitat von carlos Beitrag anzeigen
Hallo,
dass 80 % der Betreuungen nach ein paar Monaten kaum noch Arbeit machen, ist - mit Verlaub - eine weltfremde These.
Ja, es gibt zweifelsohne auch solche Fälle, evt. sogar Fälle wo so gut wie gar nix mehr zu tun ist, aber es gibt auch etliche Fälle, wo die 100% plus X-Auslastung nie aufhört oder wo langjährig ruhige Fälle plötzlich wieder dramatisch aufleben.
Hinsichtlich des Arbeitsaufwandes ist da jedenfalls nichts verlässlich planbar. Zudem besteht die Betreuerarbeit ja nicht nur in der Auseinandersetzung mit dem Menschen bzw. d. Betreuten sondern vor allem in dem Spektrum Behörden, Institutionen und Bürokratie. Und da nimmt die Arbeit im Laufe der Zeit oftmals eher zu als ab.


mfg

Genauso ist es.


Ich würde auch nicht sagen, dass alles zusammenbricht. Was mehr und mehr zusammenbricht, ist der Anspruch, den geltenden rechtlichen Vorgaben gerecht zu werden. Damit einhergehend brechen für Bedürftige Welten zusammen.
Die Institutionen sind hingegen gut darin, sich selbst zu erhalten.
Jedenfalls, soweit es den allgemeinen Behördenkram betrifft.

Dieses Prinzip beschert rechtlichen Betreuern unglaublich viel Arbeit.


Das Gesundheitswesen bricht meiner Wahrnehmung nach allerdings wirklich mehr und mehr zusammen.


Ich verlinke hier ein neues Video der Autorin und Youtuberin Sivi Carlsson: https://www.youtube.com/watch?v=Wv5Uybb-owo
Was ich so interessant daran finde ist, dass sie ab 10:10 davon berichtet, dass sie sich vor Kurzem krank fühlte und ins Krankenhaus eingewiesen wurde. Untersuchungen wurden durchgeführt, das absolut Offensichtliche blieb unerkannt. Sie selbst musste die behandelnde Ärztin auf die auffälligen, deutlich markierten Blutwerte hinweisen und bekam dann noch Vorwürfe zu hören.
Mich beeindruckt das sehr, denn Erfahrungen, die nicht genauso, aber in vielen Punkten vergleichbar waren, habe ich über Jahre wieder und wieder in und mit Krankenhäusern gemacht.

Man darf nicht tun, als sei man schlauer als die Ärzte, aber man erlebt, dass man, will man das Wohlergehen von Betreuten wirklich sicherstellen, dem Personal der Krankenhäuser eigentlich 24/7 auf die Finger schauen müsste und Pflege für Hilflose gibt es praktisch nicht mehr. Erst kürzlich hatte sich der 88-jährige Jean Pütz nach einem Krankenhausaufenthalt dazu geäußert.


Natürlich beeinflusst diese äußeren Faktoren direkt und indirekt auch die Qualität rechtlicher Betreuung. Wie geht man mit dem allgegenwärtigen Mangel um? Hängt man sich rein, reibt sich vollständig auf, riskiert die eigene Gesundheit, opfert jedes auskömmliche Wirtschaften, zuckt man mit den Schultern sagt: "80 % laufen quasi von allein" und lehnt sich zurück oder sucht man nach einem Mittelweg, immer in der Hoffnung, die richtigen Prioritäten zu setzen?
Garfield ist offline  
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