Dies ist ein Beitrag zum Thema Gehalt für Angestellte im Unterforum Situation der Betreuer/innen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Über 15€ werde ich persönlich nicht zahlen als kleiner AG. Dann lieber einen Schritt zurück und weniger Betreuungen machen....
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#21 |
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Held der Arbeit
Registriert seit: 31.07.2012
Ort: Sachsen
Beiträge: 426
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Über 15€ werde ich persönlich nicht zahlen als kleiner AG. Dann lieber einen Schritt zurück und weniger Betreuungen machen.
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#22 | |
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Routinier
Registriert seit: 06.03.2018
Ort: Bürstadt, Hessen
Beiträge: 1,230
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Zitat:
Meiner Erfahrung nach laufen 80% aller Fälle nach 3-4 Monaten. |
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#23 |
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Berufsbetreuerin
Registriert seit: 29.03.2010
Beiträge: 1,644
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Ich glaube nicht, dass sich das rechnet.
Niemand hat sich an eine Kalkulation herangewagt. Sihas teilt auch nichts über seine Kostenbelastung mit, aber grundsätzlich kann man wohl von Folgendem ausgehen: Laut IFB betrug der durchschnittliche Umsatz pro Betreuung 2019 lediglich knapp 142,00 €. https://www.berufsbetreuung.de/filea...system_2.0.pdf Seither ist die Vergütung nicht gestiegen. Wenn ich als gerundet mit Inflationsausgleich 150,00 € x 70 rechne, komme ich auf einen Umsatz von 10.500,00 € monatlich. Die angenommenen Arbeitgeberkosten von 3200,00 € subtrahiert bin ich bei 7.300 €. Davon sind zunächst die Kosten abzuziehen: - Büromiete - Strom - Telefon - Versicherungen (mindestens Vermögensschadenhaftpflicht, mit Angestellter auch Betriebshaftpflicht, sinnvoll wäre zusätzlich wenigstens eine Betriebsinhaltsversicherung) - Softwarlizenzen - Büroequipment/Abschreibungen - Verbrauchsmaterialien und geringwertige Wirtschaftsgüter (Papier, Kulis, Kleingeräte etc.) - Porto - Steuerberater - Fortbildungen Bei einem Büro dieser Größenordnung kalkuliere ich, glaube ich, vorsichtig, wenn ich alles zusammen mit 1000,00 € monatlich veranschlage. Dann wären wir also bei 6300,00 €. Hinzu kommen KFZ und Fahrkosten. Beides ist, glaube ich, mit insgesamt 500,00 € sehr niedrig angesetzt. Wären wir bei 5800,00 €. Als nächstes ist die Krankenversicherung abzuziehen. Für die gesetzliche dürften rund 1.000,00 € anfallen. Eine private kann für gesunde Menschen natürlich günstiger sein, schlägt aber auch mit durchschnittlich 623,00 € zu Buche. https://www.finanztip.de/pkv/pkv-kosten/ Aus einer ganzen Reihe von Gründen sollte man damit sehr vorsichtig sein (Möglichkeit der kostenlosen Familienversicherung, hohe Belastung bei Alter und Krankheit). Ich gehe also von 1.000,00 € aus und wir haben dann noch 4.800,00 € übrig. Als nächstes ist die Altersvorsorge abzuziehen. Werden 800,00 € monatlich investiert, kann man mit etwas Glück nach ein paar Jahrzehnten knapp oberhalb der Armutsschwelle landen. Kommt die Rentenversicherungspflicht, wäre deutlich mehr aufzuwenden. Aber sagen wir mal 800,00 €, dann sind noch 4.000,00 € übrig, also 48.000,00 € jährlich. Davon sind rund 25 % Einkommensteuer zu latzen, exakt 9.988,00 € jährlich. Wir kommen also auf ein Bruttogehalt von 3167,00 €, wobei das m.E. sehr optimistisch kalkuliert ist, weil die Kosten eher höher liegen werden. Aber: Eine Angestellte hat 5 - 6 Wochen Urlaub im Jahr und wird auch mal krank, im ungünstigen Falle lange. In diesen Zeiten bist du mit 70 Betreuungen allein. Wenn die Angestellte kündigt, folgt wieder eine Einarbeitungsphase mit erheblichen Kosten und wenig effektiver Bürokraft. Für dich also: Riesenstress. Entweder du brauchst eine zusätzliche Aushilfe - dann sinkt der Verdienst auf ein unterdurchschnittliches Niveau, während du alle schwierigen Tätigkeiten, die Besuche, das Haftungsrisiko plus den Überhang, den die Aushilfe in ihrer Arbeitszeit nicht schafft, - sowieso allein abfedern musst. Das musst du übrigens auch, wenn du eine fitte Angestellte hast. Es wird nur weniger sein als mit einer bloßen Aushilfe. oder du hat für ein Durchschnittsgehalt einen unglaublichen Stress am Bein. Auch wenn Michael richtig liegen sollte und nur 14 Betreute von 70 viel Arbeit machen, kannst du dir, glaube ich, noch nicht vorstellen, was das heißt. Wenn du jeden der 70 nur quartalsmäßig besuchst (das gilt im Allgemeinen als Minimum, manche Gerichte verlangen deutlich mehr), sind das bereits 280 Termine im Jahr - ohne irgendwelche Extras wie Ämtergänge, Hilfeplankonferenzen, Arztbesuche, Krankenhauseinwilligungen, Fortbildung, Gerichtstermine usw. Teilweise wird der Quartalstermin damit verbunden werden können aber nicht immer. Die tägliche Post- und Mailflut für 70 Betreute plus Telefondienst wird die Angestellte mit 30 Wochenstunden nicht allein schaffen - und selbst wenn, bleibt eine Menge übrig, die du kontrollieren, abzeichnen und von vornherein selbst erledigen musst. Bei einer derartigen Arbeitsbelastung kommt es zwangsläufig zu Fehlern, das Haftungsrisiko liegt bei dir, ganz zu schweigen von der Verantwortung für die Menschen. Für mich wäre das keine Option. Die 1000 €, die zwischen einem Nettoverdienst von 2000 € und 3000 € liegen, werden als Betreuer dermaßen teuer erkauft, dass man m.E. nur von Irrsinn sprechen kann. Das mag sich rechnen für jemanden, der das Büro im eigenen Haus hat, dessen EhepartnerIn die Rolle der Angestellten übernimmt, der im Idealfall 1, 2 erwachsene Kinder hat, denen er noch unterhaltspflichtig ist, die aber auch als Minijobber aushelfen können. So bleibt das Geld in der Familie und das Firmenfahrzeug ist gleichzeitig die Familienkutsche. Allen anderen würde ich abraten. |
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#24 |
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Gehört zum Inventar
Registriert seit: 25.06.2021
Ort: Balkonien
Beiträge: 2,722
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Ich glaube nicht, dass es sich rechnet, Berufsbetreuer zu werden bzw. sein, als Behördenbetreuer in Vollzeit bekommt man zwischen 3.859,50 und 5.306,08 Brutto + ggf. Zulagen und lebt sorgenfreier...
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#25 |
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Held der Arbeit
Registriert seit: 31.07.2012
Ort: Sachsen
Beiträge: 426
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@Garfield
Deine Kalkulation ist sehr nah dran. Quarteilsweise Vorsteuer mit ca. 2500€ on top. Bei 70 Betreuungen ist eine 30h Kraft wirtschaftlicher Harakiri. Mehr als ein Minijobber kann man sich davon eigentlich nicht leisten wenn man gehaltsmäßig etwas besser da stehen will als der Rest. Vom Aufwand gebe ich Dir Recht. Wer mal 70 und mehr Betreuungen geführt hat bzw. führt weiß um den Irrsinn der einen täglich wiederfährt. @Mächschen Wenn der Job nicht soviel Spaß machen würde wäre ich schon lange weg.... ich glaube wer in der rechtl. Betreuung mehr als 10 Jahre geschafft/ gearbeitet hat ist in keinem Angestelltenverhältnis mehr kompatibel...
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#26 |
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Gehört zum Inventar
Registriert seit: 25.06.2021
Ort: Balkonien
Beiträge: 2,722
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Behördenbetreuer?
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#27 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 09.08.2024
Ort: Sachsen
Beiträge: 131
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#28 |
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Held der Arbeit
Registriert seit: 31.07.2012
Ort: Sachsen
Beiträge: 426
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1afussel
Es sollte Steuervorauszahlung heißen und nicht Vorsteuer. |
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#29 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 09.08.2024
Ort: Sachsen
Beiträge: 131
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Alles klar, weil die Umsätze als Berufsbetreuer sind ja umsatzsteuerfrei und ich dachte schon wieder, ich hab was verpriemt.
Sorry
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#30 | |
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Routinier
Registriert seit: 29.11.2009
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 1,349
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Zitat:
Moin, was soll denn die Dame machen? Für einfachtse Arbeiten ist das so ok, denke ich. Meine Mitarbeiterin, die den Laden hier kaufmännisch schmeisst würde dafür nicht ins Büro kommen. Zu überlegen wäre aber auch, weniger Betreuungen zu führen und Einzelkämpfer zu bleiben. Aber das muss jeder selbst entscheiden. Der Leuchtturm |
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