Dies ist ein Beitrag zum Thema Büro für Berufsanfänger im Unterforum Situation der Betreuer/innen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Ich möchte ab Januar nächsten Jahres als Berufsbetreuer anfangen.
Ich werde natürlich nicht gleich 40 Betreute zugewiesen bekommen - das ...
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#1 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 09.10.2025
Ort: Steinbach(Taunus), Hessen
Beiträge: 68
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Ich möchte ab Januar nächsten Jahres als Berufsbetreuer anfangen.
Ich werde natürlich nicht gleich 40 Betreute zugewiesen bekommen - das könnte ich auch nicht bewältigen. Die Betreuungsbehörde hat mit mir gesprochen und gemeint, realistisch sind zwei neue Betreuungen pro Monat. Klar ist für mich, dass ich für eine gewisse Zeit von den Reserven zehren muss. Aber davon habe ich zum Glück genug. Da stellt sich für mich aber die Frage, ab wann ich zusätzlich ein seperates Büro mieten sollte. Die eigentliche Schreibtischarbeit könnte ich ja grundsätzlich auch von meiner Wohnung machen. Und als Postadresse für die gewöhnliche Post könnte ich einfach ein Postfach angeben. Aber man muss sich ja auch regelmäßig mit den Betreuten treffen. Das kann man bei diesen zuhause machen, und bei manchen ist es sogar die einzige Möglichkeit. Aber nun gibt es halt auch potentielle Betreute, die das vielleicht nicht wollen, oder welche, die ich nicht besuchen möchte (z.B. extreme Messies). Nun möchte ich niemanden zu mir in die Wohnung einladen - zum einen verstößt es gegen die Hausordnung, zum anderen ist es auch mein privater Bereich. Jetzt sehe ich drei Optionen: 1. Ich warte erst mal ab und miete kein Büro an. Falls ich doch einen Betreuten habe, den ich nicht bei ihm zuhause besuchen kann, muss dann halt eventuell improvisiert werden. 2. Ich miete eine "Briefkasten"-Adresse an, mit der Option, dort bei bedarf einen Besprechungsraum anzumieten. Solche Angebote gibt es bei mir in der Nachbarstadt. Die Grundkosten sind ca. 100 € pro Monat, allerdings kostet ein Besprechungsraum 40 € pro Stunde extra, und müsste immer vorab gebucht werden. Der Nachteil: Sonderlich flexibel ist das halt nicht, nicht alle Betreute sind besonders zuverlässig. 3. Ich miete mir von Anfang an ein tatsächliches Ein-Mann-Büro an. Wenn ich die Gewerbesteueroasen meide würde ich etwas für ca. 500 € pro Monat finden (möbliert). Dazu kommen einmalige Aufwendungen für zusätzliche Ausstattung (wie z.B. Monitor, Tastatur, etc.) Anfangs werde ich das Büro nicht wirklich so oft brauchen, und die Miete frisst ja schon mal das Honorar von zwei bis drei Betreuten weg. Aber zumindest wäre ich dann schon mal langfristig aufgestellt. Ich bin in der glücklichen Lage, eine großes Finanzpolster zu haben, aber natürlich habe ich dieses nicht bekommen, in dem ich Geld verschwendet habe. Wie sind die Meinungen hier? Sollte ich auch als Anfänger gleich ein seperates Büro mieten, oder kann man zumindest bei noch wenigen Betreuten soweit improvisieren und sich erst ein Büro zulegen, wenn die Hausbesuche zu viel werden? |
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#2 | |
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Routinier
Registriert seit: 06.03.2018
Ort: Bürstadt, Hessen
Beiträge: 1,207
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Zitat:
Also ich arbeite gut und gerne von zuhause aus, was nach 14 Jahren als Angestellter mit einem Anfahrtsweg von 1h 15 Min für mich ein Segen ist. So wie ich das lese, würdest Du Dir ein Büro nur deshalb mieten, um Betreute empfangen zu können. Also ich habe nur Betreute, die eher jüngeren Alters sind. Dennoch schaffen es die wenigsten sich bei mir zu treffen. Mir ist ein Büro in der Stadt zu teuer, nur um Besprechungen durchführen zu können. Wenn mich einer nicht in seine Wohnung lassen möchte oder ich nicht in die Wohnung möchte dann treffe ich die Leute einfach in einem nahegelegenen Cafe. Das tut es auch. 40 € würde ich für so einen Termin nicht ausgeben wollen. Ich finde, das hat nichts mit improvisieren zu tun. Warte erstmal ab und schau Dir mal an, wie Du klarkommst. |
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#3 |
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Berufsbetreuer
Registriert seit: 21.02.2008
Ort: Hessen
Beiträge: 1,413
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Ich würde Option 1 plus den gemieteten Briefkasten aus Option 2 empfehlen.
Die aufsuchende Betreuung reicht aus (ist vielleicht sogar zielführender?) und birgt viele Vorteile. Man kennt die gewöhnliche Umgebung des Betreuten und kann beiläufig Notwendigkeiten erkennen, die sich in einem Bürotermin oder telefonisch nicht ohne Weiteres so erkennen ließen. Man kann die Dauer und den Zeitpunkt von Terminen mit Betreuten besser selbst bestimmen. Und ja: Man kann das Setting ggf. auch leichter verlassen. Es entstehen im Grunde keine oder kaum Zeitverluste durch Anfahrten, wenn man Telefonate ins Auto verlegt. Man spart Kosten. Es entstehen keine Situationen, in der der Mensch auf der anderen Seite des Schreibtischs sich einer vermeintlichen Obrigkeit gegenübersteht. Es ist aber natürlich eine individuelle Sache. |
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#4 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 09.10.2025
Ort: Steinbach(Taunus), Hessen
Beiträge: 68
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Vielen Dank an euch für eure Einschätzung. Dann werde ich erst mal auf ein separates Büro verzichten. Denn letzendlich ist es doch eine signifikante Investition, bei der ich natürlich relativ sicher sein will, dass diese sich refinanziert.
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#5 |
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Routinier
Registriert seit: 06.03.2018
Ort: Bürstadt, Hessen
Beiträge: 1,207
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Refinanzieren wird sich das Büro nie. Man muss eben entscheiden, ob man diese Ausgabe haben möchte oder nicht.
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#6 |
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Routinier
Registriert seit: 29.11.2009
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 1,306
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Moin,
ich habe eine Mischung aus Heimbewohner und Menschen, die in eigener Wohnung leben. Da ich die Heimbewohner aufsuche, mache ich fast grundsätzlich aufsuchende Arbeit, auch bei denen, die eine eigene Wohnung haben. Ich nutze aber gern auch öffentliche Orte für ein Gespräch. Aus den Gründen benötige ich nur ein Arbeitsbüro, welches zu Hause ist. Ich würde also die Frage, ob ich ein Büro benötige auch an der Frage knüpfen, ob ich dort jemand empfangen will oder nur dort arbeiten will. Der Leuchtturm |
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#7 | |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 13.03.2025
Ort: SH, dem echten Norden
Beiträge: 91
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Zitat:
Bei einer höheren Anzahl an Betreuten (also >60) wäre ein anderer Denkansatz erforderlich! |
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#8 | |
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Routinier
Registriert seit: 29.11.2009
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 1,306
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Zitat:
ich besuche auch viele meiner Betreuten zu Hause, aber ich habe Kanidaten, die treffe ich nur an öffentlichen Orten, gern am Bahnhof in der Nähe der Bundespolizei. Viele meiner Betreuten haben hier auch ihren Lebensmittelpunkt, was die Sache einfacher macht. Einen Betreuten habe ich noch nie gesehen. Das Betreuungsgericht hat davon Kenntnis. Der hat den Vorvorbetreuer bei Gericht vermöbelt und die Vorbetreuerin und ihre Kinder per Post mit dem Tode bedroht. Bei Hausbesuchen sollte man m.E. immer eine gewisse Skepszis haben. Der Leuchtturm |
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#9 | |
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Routinier
Registriert seit: 06.03.2018
Ort: Bürstadt, Hessen
Beiträge: 1,207
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Zitat:
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#10 |
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Berufsbetreuer
Registriert seit: 30.07.2007
Ort: Baden-Württemberg
Beiträge: 2,810
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Hallo,
ich sehe dies ähnlich wie die meisten hier. Ein Zimmer meiner Wohnung habe ich als (steuerlich absetzbares) Büro eingerichtet. Betreute empfange ich da nicht sondern suche sie bei Bedarf auf. Ich kenne auch Kollegen, die sich als Bürogemeinschaft zusammengeschlossen haben und zusammen ein Büro gemietet haben. Hat auch Vorteile. Man kann sich immer austauschen, Bürogeräte und Software teilen und die Vertretung ggf. zügiger und unproblematischer handhaben. Kann jeder handhaben, wie es für ihn am angenehmsten ist. mfg
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Optimismus ist nur ein Mangel an Information (Heiner Müller)
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