Dies ist ein Beitrag zum Thema Apothekenrechnungen / besondere Wohnform im Unterforum Situation der Betreuer/innen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Liebe Kolleg*innen,
so ziemlich alle besonderen Wohnformen, mit denen ich zusammen arbeite, lassen die Medikamente von den Apotheken bringen.
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#1 |
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Stammgast
Registriert seit: 02.02.2011
Ort: NRW
Beiträge: 856
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Liebe Kolleg*innen,
so ziemlich alle besonderen Wohnformen, mit denen ich zusammen arbeite, lassen die Medikamente von den Apotheken bringen. Obwohl ich nie Zahlung auf Rechnung genehmigt habe, bekomme ich jeden Monat um die 20 Apothekenrechnungen zur Begleichung. Eine schöne Arbeitserleichterung für die Eingliederungshilfe, die auf unsere Kosten geht. Meiner Meinung nach müssen auch Bewohner*innen von besonderen Wohnformen lernen, wie man an Medikamente kommt. Übers Taschengeld können Rechnungen in Bar beglichen werden. Da meistens Zuzahlungsbefreiungen vorliegen, geht es hier oft um Kosten im minimalen Eurobereich. Wenn diese Menschen das nicht alleine können, dann sollen die Mitarbeitenden der Eingliederungshilfe unterstützen. Meine dahingehenden Verweise werden von den Einrichtungen oft nahezu aggressiv aufgenommen, man hat sich gut an den Bringservice gewöhnt. Aber eine besondere Wohnform ist kein Pflegeheim - hier soll und kann noch was gelernt werden... Und ich finde, wer sich z.B. Zigaretten oder Schuhe kaufen kann, der schafft es auch in die Apotheke... Wie geht Ihr mit der Situation um? Ich wünsche Euch allen ein Frohes Neues Jahr! |
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#2 | |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 17.12.2024
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 230
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Zitat:
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#3 |
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Stammgast
Registriert seit: 02.02.2011
Ort: NRW
Beiträge: 856
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#4 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 17.12.2024
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 230
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Hast du dir schonmal den Rahmenvertrag der Einrichtung mit dem Sozialhilfeträger durchgelesen? Oft ist es eigentlich eingeschlossen, dass der Umgang mit finanziellen Mitteln trainiert wird.
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#5 | |
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Stammgast
Registriert seit: 02.02.2011
Ort: NRW
Beiträge: 856
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Zitat:
Genau das meine ich. Natürlich ist es auwändig, mit jedem Klienten zur Apotheke zu gehen und die Medis abzuholen - aber genau das ist doch der Job der Eingliederungshhilfe... |
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#6 |
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Stammgast
Registriert seit: 02.02.2011
Ort: NRW
Beiträge: 856
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ich schreibe jetzt an alle betreffenden Apotheken:
"Bitte beachten Sie, dass ich für Herrn/Frau keinen Kauf auf Rechnung autorisiert habe. Herr/Frau X verfügt selbst über Geld und kann daher bar bezahlen. Er/Sie lebt in einer besonderen Wohnform der Eingliederungshilfe - die Mitarbeitenden dort sollen ihn/sie dabei unterstützen seine/ihre Angelegenheiten selbst zu erledigen, damit er/sie lernt mit weniger Hilfe auszukommen (Maßnahme der Eingliederungshilfe nach SGB IX). Eine Vertretung durch den rechtlichen Betreuer ist nur gegeben, wenn Betreute selbst ihre Angelegenheiten auch mit sozialer Unterstützung nicht erledigen können. Das ist hier nicht der Fall." |
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#7 |
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Moderator
Registriert seit: 24.03.2005
Ort: Duisburg, Ruhrgebiet, NRW
Beiträge: 7,205
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Ich würde den letzten Satz noch ergänzen durch den Hinweis auf § 1821 Abs. 1 Satz 2 BGB.
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Mit vielen Grüßen Horst Deinert Weitere Infos: https://www.lexikon-betreuungsrecht.de |
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#8 |
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Admin/Berufsbetreuer
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,362
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Moin moin
Die Vorschläge von Marsupilami und Leuchtturm finde ich gut. Ich habe nicht gerade viele solche Betreuten, aber dafür ganz unterschiedliche Vorgehensweisen: - Die Betreuten in EGH Einrichtungen haben oft eine ordentliche Rente, sind finanziell gut gestellt und daher besteht kein Problem, der Apotheke eine Einzugsermächtigung zu geben und die soll mir die monatliche Rechnung zusenden. Wenn das Konto ausreichend gefüllt ist, dann macht das so gut wie keine Arbeit oder Probleme. - Bei einer Betreuten im Pflegeheim und ohne eigenes Konto habe ich das Heim vergattert, die Apothekenrechnungen vom Verwahrgeld zu bezahlen. Gleichzeitig habe ich der Apotheke mitgeteilt, nur noch die Medikamente herauszugeben, die von dem Pflegeheim bestellt werden. Wenn die betreute Person selber kommt und Medikamente haben will, dann nur noch in dem Rahmen, wie sie diese in bar bezahlen kann. Das klappt auch bei einer Betreuten mit notwendigem EiWi sehr gut. Auf der anderen Seite habe ich vor kurzem einen Leistungserbringer der EGH, der kein Verwahrgeld mehr verwalten will. OK, für den Einzelfall konnte das Problem gelöst werden. Was ich viel erschreckender fand, war mal wieder etwas genauer sehen zu können, wie sozialklempnerische Vereine mit Geld umgehen. Tut mir Leid: "Absolut stümperhaft" wäre als Beschreibung durchaus noch gelobt! Es ist mir (als selber ein Pädagoge) vollkommen unverständlich, dass Geld für diese Berufsgruppe einfach nur Igittigitt ist, mit dem man nichts zu tun haben will. Einfache aber korrekte Buchhaltung ist ein Fremdwort. Und Panik, dass irgendetwas falsch laufen könnte, besteht von der ersten Sekunde an. Gruselig. Vor diesem Hintergrund war ich richtig froh, dass dieser Verein die Verwaltung von Verwahrgeld beendet hat. Ich würde denen auch kein Geld mehr geben wollen. Der Verein (und da ist es nicht nur eine Einzelperson, sondern - bis auf einzelne Ausnahmen - der ganze Laden) ist auch nicht der Einzige, der mit Geld nciht umgehen kann. Mit freundlichen Grüßen Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
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#9 |
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Stammgast
Registriert seit: 02.02.2011
Ort: NRW
Beiträge: 856
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Meine hier betroffenen Klient*innen könne sich selbst ihr Geld von der Bank holen. Sie kaufen sich ja auch sonst Kram bis hin zu Drogen.
Mich ärgert nicht nur, dass die Einrichtungen für sich den Verwaltungsaufwand minimieren und Aufgaben so an die Betreuer (und Angehörigen) delegieren, sondern vor allem, dass sie ihre Aufgaben - für die sie nicht schlecht bezahlt werden - nicht erfüllen. Es scheint so, als ob Bewohnende von besonderen Wohnformen in manchen Fälllen verwaltet werden und man nichts von Lernzielen und Wegen dorthin gehört habe. Aber gerade darum leben unsere Betreuten doch dort! Für Einkäufe werden Busschen gefüllt, die Leute vorm Supermarkt abgeliefert und mit ihrem Kram dann wieder in die Wohnform gefahren (meine Klienten können wählen, ob sie vollversorgt werden wollen oder nicht). Die Menschen bringen dann 10 Chipstüten mit nachhause und man hat seinen Job irgendwie erfüllt. Weil das Begleiten zum gewählten Hausarzt/Facharzt so viel personelle Kapazitäten beansprucht, organisiert man Hausbesuche (ohne Termin) in der Einrichtung. Die Klienten müssen dann im Flur warten bis sie dran kommen - was Stunden dauern kann. Sie können sich zwischendurch nicht mal in ihr Zimmer zurück ziehen. Ich hatte da mit einer Einrichtung gerade ein sehr ernstes Gespräch, weil eine Klientin mit Angststörung sehr zufrieden mit ihrer Psychiaterin ist, dieser vertraut und man ihr gesagt hatte, dass sie entweder das Angebot der bes. Wohnform nutze oder sich selbst um den Transfer zur Ärztin zu kümmern habe (oder natürlich ich). War natürlich alles ein "Missverständnis". Komisch bloß, dass mich auch andere Betreute des selben Trägers (andere Häuser) zum Thema angesprochen haben... |
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