Dies ist ein Beitrag zum Thema Canabis Anbauvereine bei psychisch kranken Betreuten im Unterforum Situation der Betreuer/innen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Moin,
ich habe hier ein Betreuten, der seit Jahren kifft und an einer parananoiden Schitzophrenie leidet. Er lebt allein, wirkt ...
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#1 |
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Routinier
Registriert seit: 29.11.2009
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 1,309
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Moin,
ich habe hier ein Betreuten, der seit Jahren kifft und an einer parananoiden Schitzophrenie leidet. Er lebt allein, wirkt aber immer neben der Spur. Es besteht ein EWI in der Vermögenssorge. Der Suchtmediziner rät vom Konsum von Canabis ab. Dennoch kifft er weiter. Damit hab ich auch kein Problem, ich kann ihn ja nicht ständig kontrollieren. Nun will er Mitglied im Canabis Anbauverein werden und ich soll der Mitgliedschaft zustimmen und die Zahlung sicherstellen. Ich stehe der Canabis-Legalisierung neutral gegenüber, hier habe ich aber ein Problem, eine Zahlung sicherzustellen, damit er (anständiges) Canabis bekommt, obwohl das aus medizinische Sicht nicht richtig ist. Habt Ihr Tipps? Danke Der Leuchtturm |
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Admin/Berufsbetreuer
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,592
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Moin moin
Ich habe noch keinen Suchtmediziner gesehen, der nicht genauso ablehnend gegenüber Cannabis wäre. Das gehört zum Job und ist wohl Pflicht. Da kann nix anderes erwartet werden. Unabhängig von dem Suchtfaktor muss Cannabis nicht so schädlich sein, wie es immer erzählt wird. Es kann durchaus auch hilfreich sein. Kommt auf den Gebrauch und den jeweiligen Menschen an, der es konsumiert. Vielleicht ist es hilfreich einen neutralen Arzt (ohne "Suchtproblematik") zu befragen, wie hoch die Risiken oder Folgen im speziellen Fall Deines Betreuten bzgl. der Mitgliedschaft in so einem Verein angesehen werden. Wenn er sowieso kiffen würde, kann die Mitgliedschaft in einem Verein durchaus Vorteile bedeuten. Sauberere Beschaffung, weniger Beschaffungskriminalität etc. Hat er ein eigenes Konto, auf das sein Haushaltsgeld geht? Dann gäbe es eine Mögikchkeit, ihm Eigenständigkeit und Verantwortung beizubringen: Soll er sich anmelden und die Beiträge von seinem Haushaltskonto selbst begleichen. Schafft er es und lernt damit, sich sein Geld ein Stück weit selber einzuteilen, ist es ok. Wenn nicht, dann läuft es eben nicht. So kann "unterstützende Entscheidungsfindung" auch gehen - inkl. Konsequenzen-Aushalt-Training. MfG Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
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#3 | |
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Routinier
Registriert seit: 06.03.2018
Ort: Bürstadt, Hessen
Beiträge: 1,226
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Zitat:
Ich sehe das so: Zur Zeit beschafft er es im Schwarzhandel, er kifft sowieso, ob das gesundheitlich jetzt korrekt ist oder nicht. Wenn er sich anmeldet, dann kommt er legal dran, ansonsten ändert sich nichts. Ich hätte da kein Problem, der Anmeldung zuzustimmen. |
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#4 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 27.06.2024
Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 284
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Just my 2 cents:
nimmt er die psychopharmaka oder gar spiegel-medi wie spritze gegen die Schizophrenie? Dann würde ich mich nicht aktiv daran beteiligen den Konsum zu fördern bzw. zu begünstigen. Weil, erhebliches Risiko für massive Verschlechterung des Krankheitsverlaufs. Auch schon so bei eigenen Fällen mehrfach erlebt. Inklusive mehrjähriger guter medikamentöser Einstellung und katastrophalem Verlauf nach Konsum innerhalb von ein paar Monaten. THC kann zum einen die Wirkung abschwächen oder sogar blockieren und beeinflusst gleichzeitig den Stoffwechsel. Soll heißen, wenn es denn überhaupt noch wirkt, werden die Psychopharmaka wesentlich schneller abgebaut (ein Träumchen bei Spiegelmedi) Also, falls ich die Gesundheitssorge hätte, würde ich unbedingt mal das Gespräch mit dem Neurologen suchen und schauen, ob der überhaupt weiß, dass sein Patient regelmäßig seine Medikation konterkariert. Also meine erfahrungsbasierte Sicht der Dinge: das ist nicht "gesundheitlich nicht ganz korrekt" sondern fatal. Bitte nicht falsch verstehen, ich sehe tatsächlich auch die positive Seite bei Schmerzpatienten, Alten etc., also meinetwegen alle Ü30 ohne Psychosen. |
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#5 |
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Routinier
Registriert seit: 29.11.2009
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 1,309
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Moin Imre, Michel und Tschak,
Danke für die Hinweise. Mein Betreuter ist der Auffassung, dass Drogen, überwiegend kiffen die bessere Form der Medikamentation ist. Beim kiffen stehe ich zwischen der neuen Gesetzgebung, der Gesundheit meines Betreuten und der Selbstbestimmung. Da ich das Kiffen eh nicht verhindern kann und er besser "saubere" Ware erhalten soll, werde ich das Geld wohl überweisen. Er hat es ja. Den Rest muss er machen. Danach wende ich mich mal einen der zahlreichen Vereine wenden. Die müssen sich ja auch über solche Dinge Gedanken gemacht haben und vielleicht irgendwas in de Satzung verankert haben. Der Leuchtturm |
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#6 |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 30.05.2026
Ort: Stuttgart in Baden-Württemberg
Beiträge: 68
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Bitte verzeiht, dass ich das Thema hier anhänge: medizinisches Cannabis soll bald auch für Schmerzpatienten aus der Erstattungsfähigkeit der Krankenkassen herausfallen (= laufende Gesundheitsreform der schwarz-roten Regierung). Dann müssten auch diese Patienten Mitglieder in Anbauvereinen werden, wenn sie nicht auf Opiate o.ä. umgestellt werden wollen.
Was meint ihr dazu?
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#7 |
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Gehört zum Inventar
Registriert seit: 25.06.2021
Ort: Balkonien
Beiträge: 2,696
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Was hat das mit dem Thema zu tun?
Außerdem ist die Information falsch, dass es kein Cannabis mehr in der Apotheke geben wird. |
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