Dies ist ein Beitrag zum Thema Versuchtes Tötungsdelikt: Betreuerin niedergestochen! im Unterforum Situation der Betreuer/innen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
https://www.berlin.de/polizei/polize...ng.1709414.php
Der Kollegin alles Gute!
Wir leben gefährlich! Passt auf euch auf!
Aktuell hat mir ein B. mit dem Tod ...
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Routinier
Registriert seit: 25.01.2016
Ort: Niederrhein
Beiträge: 1,210
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https://www.berlin.de/polizei/polize...ng.1709414.php
Der Kollegin alles Gute! Wir leben gefährlich! Passt auf euch auf! Aktuell hat mir ein B. mit dem Tod gedroht und eine "Todesstrafe" in Aussicht gestellt. Wie geht ihr mit sowas um? Strafanzeige stellen oder drüber wegsehen? Wie schützt ihr euch? Neben meinem Hund, der tatsächlich richtigen Schutztrieb hat und nach Vorne gehen würde (nehme ich stets mit, da so ein Hund eine Situation besser analysiert, als man das selbst machen könnte), überall Pfefferspray verteilt (was jedoch dann stets immer gerade nicht da ist, warum auch immer) und einen beiläufigen Hinweis an potentiell gefährliche B. "das man eher kein Opfertyp sei", was mich schon vor einer Attacke bewahrt hat (es hat dann den schmächtigeren Richter erwischt).
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Auslaufmodell Rechtliche Betreuung! |
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Club 300
Registriert seit: 27.06.2024
Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 336
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Nur Detail vorab: diese Tat war in einer Anwaltskanzlei. Betreuungskontext würde ich daraus noch nicht zwangsläufig herleiten. Aber klar, weit hergeholt ist es auch nicht.
In meiner alten Tätigkeit hatten wir jährlich auffrischende Selbstverteidigungskurse, von denen zehre ich immer noch ganz gut. Davon abgesehen, no offense, hast du was "kein Opfertyp sein" betrifft durchaus recht. Ich bin 1,90 und auch kein Lauch ![]() Das hat mitunter schon genützt, aber eher weil ich genug Erfahrung habe um ganz gut zu erkennen, wen ich mit einem Schritt nach vorn beeindrucke und beruhige. Aber lass dir eben aus jener Erfahrung sagen: ein Lauch der Rot sieht kann auch schnell zum Baum werden. Also kann das wenn nur in no flight-situationen eine Lösung sein, oder man kennt das Gegenüber gut! Und Thema Pfefferspray: auch schon mal anwenden müssen? Nimm es mir nicht übel, ich vermute eher nicht. Denn erstens muss es in der Situation schon in der Hand und entsichert sein und zweitens: spätestens sobald wir von geschlossenen Räumen reden (das natürliche Habitat des Betreuers) setzt man sich bestenfalls gemeinsam außer Gefecht, schlimmstenfalls nur sich selbst und die Maschine wütender. Und: ein Pfefferspray kauft man nur zu einem Zweck, die Hände oder ein Stift etc. kann mehrere Zwecke haben. Ich habe die Tatbestände vom rechtfertigenden Notstand und Notwehr gern so sauber wie möglich. Also wie schütze ich mich? Ich mache es nicht mit, akut gefährlich bzw. mit Vorfall sieht mich nicht mehr und lasse ich aufheben. Da sind unsere Richter hier zum Glück auch schnell. Ansonsten, wichtiger Tipp in Situationen wo der Bauch einem schon sagt dass es brenzlig sein könnte: nicht mit dem Rücken vor einer Wand stehen und Hände vor den Oberkörper, ich habe dann einen Stift oder spiele mit meinem Ring. Wirkt nicht besonders provokant, aber der Reflex ist immer schneller als die bewusste Handlung. Wenn der Körper den Schlag abwehren will ist es schlecht, wenn man die Hände erst hinter dem Rücken entknoten muss. Da gerne mal auf Beamte im Gespräch mit Bürgern achten, die machen das auch so (bzw. Hände an der Weste). Wenn man sich das einfach bewusst angewöhnt geht das ins Muskelgedächtnis über. Und es stellt die Sinne scharf um auf schnelle Bewegungen zu reagieren. Und selbstredend, wer mich mit dem Tode bedroht wird angezeigt, es liegt nicht bei mir einzuschätzen wie schuldfähig jemand ist, der so etwas macht. Und sorry, wie oft darf denn jemand andere mit dem Tode bedrohen bis a) das bestraft wird und/oder b) fremdgefährdung und die notwendigkeit der unterbringung festgestellt wird? Nach c), die Drohung wird in die Tat umgesetzt? Geändert von Tschak (03.09.2026 um 15:46 Uhr) |
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#3 |
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Forums-Azubi
Registriert seit: 07.03.2026
Ort: Thüringen
Beiträge: 40
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Am besten nur die Klienten annehmen, von denen man glaubt das keine Gefahr ausgeht, ein Großteil meiner Klienten ist 70 +.
Bestimmte Problemgruppen lehne ich von vornherein ab. Den Tip mit Hand vor dem Oberkörper würde ich auch so übernehmen, falls mir einer mal dumm kommt. Ich muß zu mir sagen, daß ich nebenher als Schiri tätig bin und daher über ein entsprechendes Auftreten verfüge und schnell im Verteilen roter Karten bin , wenn mich einer blöd anspricht, auch da ist mir noch nix passiert. |
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#4 |
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Admin/Berufsbetreuer
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,632
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Moin moin
Selbstverteidigung ist gut. Deeskalationstrainings sind genauso wichtig und meistens sogar auch noch hilfreicher. Der Glaube, dass das eigene Auge ausreicht, um zu erkennen, wen man nicht nehmen sollte, ist auch nur ein Glaube - und kein Wissen. Shit happens, und Du hast doch jemand, der Mist baut. Daher sollte jede und jeder für sich selber die eigenen grenzen suchen, ab wann man sich zurückzieht, wehrt, mit Anzeigen arbeitet oder was es noch so gibt. Mit freundlichen Grüßen Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
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#5 |
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Gehört zum Inventar
Registriert seit: 25.06.2021
Ort: Balkonien
Beiträge: 2,727
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Deeskalationstrainings bringen aber nicht immer etwas, sind beispielsweise auf Mitteleuropäier zugeschnitten, funktionieren bei Zuwanderern nicht, odee wenn beispielsweise jemand mit einem Baseballschläger vor dir steht, kannst das auch vergessen, da musst entweder den Täter überwältigen oder die Flucht ergreifen.
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#6 |
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Club 300
Registriert seit: 27.06.2024
Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 336
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Das war es was ich ebenfalls zum Ausdruck bringen wollte.
Die beste Selbstverteidigung ist die, weswegen der Nahkontakt gar nicht erst möglich wird. Auch ein trainierter Kampfsportler rennt weg, wenn er kann. Also um das nochmal klarer zu machen, auch ein 50kg Mensch in blinder Wut kann ausreichen um bei einem 100kg Hünen ordentlich Schaden zu verursachen. Das kann einem jeder Beamte und jede Pflegekraft aus der Psychiatrie bestätigen. Der beste Eigenschutz ist da immer noch auf das Bauchgefühl zu hören, das kommt nicht von ungefähr und ist auch nichts mystisches, sondern einfach Biochemie. |
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#7 |
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Admin/Berufsbetreuer
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,632
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Moin moin
Die eierlegende Wollmilchsau gibt es für Krisensituationen nicht. Deshalb ist es am besten, sich ein ordentliches Repertoire an Reaktionsmöglichkeiten und Verhaltensweisen anzueignen, um die eigene Haut zu retten, wenn's brennt. Und wenn es dann mal nötig werden sollte: natürlich auch die richtige Reaktion bringen. Bleibt's heile! Mit freundlichen Grüßen Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
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#8 | ||||
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Routinier
Registriert seit: 25.01.2016
Ort: Niederrhein
Beiträge: 1,210
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Zitat:
Das Anwälte rechtliche Betreuung führen und das Betreuungsbüro dann lieber "Kanzlei" oder "Rechtsanwaltskanzlei" genannt wird, ist nicht ungewöhnlich. ;-) Nimms mir nicht übel: aber "jährliche Selbstverteidigungskurse", 2 Std auf Socken mit den Kollegen über die Matte schliddern, naja beruhigt vielleicht die eigene Angst, aber bringen in der akuten Gefahr rein garnix. Habe wettkampfmässig Judo gemacht, das ist dann schon ein anderer Schnack. ;-) Also mit Erfahrung bin ich nicht unterversorgt. Ob schon zu meiner Jugendzeit oder als rechtlicher Betreuer ....- Waffe an den Kopf gehalten mit den Worten "ich knall dich ab du scheiss J" (rechtsradikaler, Verfahren eingestellt, war ja nur eine Schreckschusspistole, ja so waren die Zeiten in den 90ern) - ernstzunehmende Gruppe (nicht näher zu bezeichnen, glaubt mir eh keiner) klamüsert aus, wie man mich körperlich (!) als auch beruflich fertig machen könnte (die Bedrohungslage besteht bis heute) - Angriff mit Eisenstange - Ex Betreuter lungerte in meinem Wohnumfeld rum, wegen dem Hund kam es vermutlich zu keiner Konfrontation - diverse Notwehrhandlungen Zitat:
Zitat:
"Gefährliche" Betreute kommen nicht ins Büro. Ganz einfach. Aber selbst wenn die verletzte Kollegin bei sich im Büro alles eingesprüht hätte, wäre die Angreiferin vermutlich nicht zu dem Angriff gekommen. Es gibt übrigens zwei Sorten von Pfeffersprays: Sprüher oder Strahler. Zitat:
Nun die beste Verteidigung ist immer noch die Flucht! Und man sollte niemals eine Situation unterschätzen! Hatte mal das "Vergnügen" bei einem polizeilichen Zugriff gegen meinen B dabei zu sein. Und selbst der Polizist mit dem ich gesprochen hatte, hatte richtig schiss und als sie sich mit 4-5 Mann auf ihn geschmissen hatten, wusste ich warum ....
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Auslaufmodell Rechtliche Betreuung! |
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#9 |
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Club 300
Registriert seit: 27.06.2024
Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 336
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Deine Frage war ja, "Wie schützt ihr euch?" den Vorfall den du davor anführtest habe ich als Aufhänger verstanden.
Natürlich hätte es ein Stift in der Situation wohl nicht gerissen. Die war aber auch gar nicht gemeint. Weswegen mein wichtigster Punkt zum Schutz vor solchen Situationen war: sie im besten Fall gar nicht erst entstehen lassen, weil es die Betreuung nicht mehr gibt. Wie du (und ich auch vorher, Stichwort Bauchgefühl) geschrieben habe, kommen Situationen seltener spontan. Und dann haben sich solche Sachen für mich bewährt, weil sie mich vorbereiten, aber die Situation nicht dadurch verschärfen, dass ich mich offensichtlich "kampfbereit" mache. Und ja, dass das Beste die Flucht ist habe ich auch schon geschrieben ![]() Zu guter Letzt, nein nicht "mal so" 2h, sondern jährlich und mehrtägig und auf die Zielgruppe ausgerichtet. Ich habe gute 10 Jahre in der stationären Kinder- und Jugendhilfe gearbeitet. Mit jungen Volljährigen, Eltern aus dem Milieu deren Kinder in Obhut genommen wurde, wo sich Freitagabend die ganze Sippschaft versammelt hat, Drogenmilieu, psychisch Kranke etc. pp. Das ist auch ein anderer Schnack weil ich meine schon nahe an "alles gesehen" ![]() Wenn du gute Erfahrung mit Pfefferspray hast und es auch einzusetzen weißt, ist es doch fein. Ich wollte nur Unerfahrene davor warnen sich damit in Sicherheit zu wiegen und bleibe dabei dass ich das in geschlossenen Räumen für meistens ungeeignet sehe, wenn ich noch in der Lage sein will mich schnell zu entfernen. Zumal ich es selbst schon damals erlebt habe, wie eine Zivile das eingesetzt hat und so eine Maschine dann erst richtig auf Betriebstemperatur kam und das große Sportfest eröffnet war. |
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#10 |
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Routinier
Registriert seit: 29.11.2009
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 1,349
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Moin,
meine Betreuten haben nur meine Postfachadresse. Ich mache generell aufsuchende Arbeit (an verscheidenen Treffpunkten). Ich muss eh meine netten alten Herrschaften im Pflegeheim aufsuchen. Meine "Knallis" treffe ich nur in einer Bahnhofsmission (liegt neben der Bundespolizei) oder am Bahnhof und ich achte darauf, wo die Bundespolizisten stehen. Das hat mich schon mehrmals vor Schaden bewahrt. Der Leuchtturm |
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