Dies ist ein Beitrag zum Thema 80 - 120 Betreuungen - das ist doch Wahnsinn im Unterforum Situation der Betreuer/innen , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Hallo,
Was so alles im Betreuungsrecht abgeht konnte man in der ARD-Sendung Report sehen. Da hatte ein Berufsbetreuer 80 - ...
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#1 |
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Gesperrt
Registriert seit: 15.01.2007
Beiträge: 3
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Hallo,
Was so alles im Betreuungsrecht abgeht konnte man in der ARD-Sendung Report sehen. Da hatte ein Berufsbetreuer 80 - 120 Betreuungsfälle. Da kann ich nur sagen ein "gutes Geschäft" mit hilflosen Menschen. Dies macht mich nachdenklich! Warum lässt der Staat so etwas zu? Hier findet man den Report Bericht der ARD in Bild und Ton: http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi...t-betreuung.rm Zum Nachlesen: http://www.br-online.de/daserste/rep...iv/2007/00367/ |
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#2 |
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Ehrenamtlicher Betreuer
Registriert seit: 23.02.2004
Ort: im Norden
Beiträge: 1,794
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Hallo,
der übliche Müll mal wieder über die ach so betrügerischen Betreuer. Da, wo es um Geld geht, wird sich auch immer einer finden, der betrügt. Das hat mit dem Gesetz nichts zu tun, sondern mit krimineller Energie. Jeder, der Betreuungen führt, kann auch betrügen, wenn er es darauf anlegt. Allerdings werde ich hierzu keine Beispiele anführen, das wäre eine Anleitung dazu. Es sage aber niemand, ich habe hier nicht schon früher gewarnt. Da baut sich klammheimlich eine Mafia auf zwischen Betreuern, Rechtspflegern/Richtern, Entrümplungsfirmen und Bestattern. Einer schiebt dem anderen etwas zu, und jeder hat einen Vorteil davon. Nur der Betreute bzw. dessen Erben nicht. Ich bin auch schon lange gegen die Praxis, dass die Betreuungen von vermögenden Betreuten nur durch Rechtsanwälte oder Berufsbetreuer geführt werden. Als ob es da keine schwarzen Schafe geben würde. Gruss Andreas |
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#3 |
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(Dipl.) Sozialarbeiter
Registriert seit: 28.09.2006
Beiträge: 145
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Auch in diesem Fall werden mal wieder Halbwahrheiten immer mehr zu Unwahrheiten, je mehr darüber gesprochen wird. Es herrschen einfach auch Voreingenommenheiten und Unwissenheit vor.
Wie kann man z.B. der Aussage eines Dementen so viel Wert zukommen lassen der behauptet, sein Betreuer sei nie im Heim gewesen? Wie kann eine ehrenamtliche Betreuerin behaupten, der Betreuer suche sich seine Fälle gezielt aus - wo dies von der Verfahrensweise überhaupt nicht möglich ist. Um auf das anfängliche Thema zurück zu kommen: Ob überhaupt 80 - 100 Betreuungen durch diesen Betreuer geführt werden, steht doch absolut in den Sternen und stützt sich nur auf Mutmaßungen! Es wird nicht erläutert woher diese Aussage stammt. Der ehemalige Vormundschaftsrichter gibt nur die Angaben des Presseteams wieder. Es ist weiterhin mittlerweile üblich, dass Aufgaben durch den Betreuer delegiert werden. Sollte er also ausreichend Personal eingestellt haben spricht überhaupt nichts dagegen, dass er von den "üblichen" Betreuungszahlen abweicht. Eine Wohnungsauflösung / ein Hausverkauf ist ohne gerichtliche Prüfung nicht möglich, sodass auch dieser Vorgang vorher geprüft worden sein wird. Ein Betreuer erhält für Betreute im eigenen Haus sogar mehr Geld als für Betreute im Heim. Wieso sollte er ein so starkes Interesse haben, einen Wechsel ins Heim zu veranlassen? Dass ein Betreuerwechsel abgelehnt wurde heißt doch, dass es tatsächlich keine offensichtlichen Vergehen des Betreuers gibt. Warum sonst sollte das Gericht einem solchen Wechsel nicht zustimmen? Es scheint mehrere Begründungen gegeben zu haben, die gegen einen Wechsel sprechen. Diejenige Aussage, die am ehesten Empörung verursachen kann, wird vom Bayrischen Fernsehen isoliert präsentiert. Das hat nichts mit objektivem Journalismus zu tun. Die Aussagen des Rechtsanwaltes zeugen nicht von Fachkompetenz. Es gibt andere Möglichkeiten des Betreuten, sich Gehör zu verschaffen als die, einen Rechtsanwalt zu beauftragen. Der Vorwurf, der somit im Raum steht ist doch, dass Betreuer, Rechtspfleger, Vormundschaftsrichter und Landgericht unter einer Decke stecken. Klingt für meine Ohren unglaubwürdig. Es herrscht immer die Angst vor, ein Betreuer könnte sich nach Belieben am Vermögen der Betreuten bereichern, aber er ist verpflichtet, jede noch so kleine Ausgabe zu belegen und notfalls zu rechtfertigen. Und eine Prüfung (Rechnungslegung) findet turnusmäßig statt, sodass man sich dieser keinesfalls irgendwie entziehen könnte. Dieser Bericht ist nicht objektiv und wäre m.E. eher in einem Klatschblatt zu erwarten. Dass das öffentlich rechtliche Fernsehen sich für ein so reißerisches aber unreflektiertes Thema prostituiert, enttäuscht mich um so mehr. Selbst wenn an der ganzen Sache etwas schief gelaufen sein sollte, bedarf es doch anderer Ausführungen als eines solchen einseitigen Interviews. Viele Grüße, Udo |
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#4 |
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Gast
Beiträge: n/a
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Hallo allseits,
vielleicht ein paar allgemeine Gedanken zur Sache: Der Staat und die Länder sind pleite und werden zukünftig immer bedürftiger. Es fehlt am Geld und es wird stetig krasser. Berufsbetreuer kosten Geld. Die Ansicht mancher Ministerpräsidenten der Länder im Vorfeld des Betreuungsänderungsgesetzes war, die Betreuungen noch von den Kommunen und den Sozialarbeitern nebenbei geleisten zu lassen, wie ehedem vor 1992.Das heißt, Betreuungen durch Berufsbetreuer ist eher ein leidiges Übel. Die Kosten des Sozialstaates sind zu reduzieren. Auf der anderen Seite steht der/die Berufsbetreuerin und bekommt nach einem Jahr der Betreuung 2-4,5 Stunden im Monat vergütet. Darin enthalten sind alle Zeiten, Arbeiten und Kosten, ob Telefon, Porto, Kilometergeld, MwSt., Berichte, Rechnungslegung u. dgl. mehr. Bei einem Stundensatz von max. 44 Euro kann es für einen Alleinverdiener und Unterhaltspflichtigen schon knapp werden. Erst recht, wenn statt eines entsprechenden Fachhochschulabschlusses `nur´ eine vielleicht qualifiziertere Berufslaufbahn (z.B. Heimleiter, Krankenschwester, Altenpfleger o. dgl.) mit nur 33,50 Euro die Stunde vergütet wird. Da ist es erforderlich schon mal die Anzahl der Betreuungen zu erhöhen, zumal davon noch Einkommensteuer und Gewerbesteuer, Haftpflicht- und Berufsunfallversicherung zu zahlen sind. Das Betreuungsrecht in heutiger Form existiert erst seit 1992. Zuvor wurden die Betreuungen für Erwachsene durch Amtsvormünder geführt und auch diese hatten 80 und mehr `Fälle´. Und schließlich gibt es überall Missbrauch von Macht, ob bei Politikern, Kirchenleuten, Ärzten, wie auch bei Handwerkern oder Freiberuflern. Da gilt der Satz, dass der Verstoß gegen die Regel diese erst bestätigt. Und auch Betreuer sind keine besseren Menschen. Ich habe im Laufe meiner Betreuungstätigkeit soviele ehrenamtliche wie auch Berufsbetreuer kennengelernt, die wahrlich Helden des Alltags sind, aber halt auch solche, die ihre Macht skrupellos ausgenutzt haben. Im Wege der Diskussion um private Vollmacht, Gewalt in Familien und Heimen, Zustand und Behandlung in Krankenhäusern ist es natürlich auch ein Thema der Medien, Missbrauch von gesetzlicher Betreuung aufzuzeigen. Und auch dieses Forum gibt ein gutes Panorama über Missstände, wie auch über sehr viel soziales Engagement und Mitmenschlichkeit. Heinz |
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#5 |
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Admin/Berufsbetreuer
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,294
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Moin Moin zusammen.
Ich muss doch mal Heinz unterstützen. Bevor das Betreuungsrecht im Jahr 1992 das Vormundschaftsrecht abgelöst hat, hatten die Amtsvormünder auch gerne 200 - 300 Mündel. Manche sogar noch mehr. Vormundschaften gibt es jetzt nur noch für Kinder unter 18 Jahren, und da sieht es nach wie vor noch ziemlich mau aus. Fragt den Vormund von Kevin in Bremen. Seit dem 1.7.2005 wurde das Betreuungsrecht geändert und die Finzierung pauschaliert. Vater Staat denkt oder hofft damit günstiger wegzukommen. Die Justizkasse vielleicht, die Kassen für Soziales und Gesundheit zahlen einVielfaches drauf. Wer ein guten Gedächtnis hat, kann sich sicherlich noch erinnern, wie lschon 2 oder 3 Jahre vor der letzten Betreuungsrechtsänderung über das Fernsehen Stimmung gegen Betreuer gemacht wurde. Plötzlich war in allen Sendern ein und der selbe Fall zu sehen, in dem eine Betreute schlecht behandelt wurde. Ich streite nicht ab, dass es bei Betreuern Schwarze Schafe gibt - die gibt es in jedem Beruf: z.B. 13% aller Bundeskanzler kümmern sich einen nassen Dreck um die Gesetze und geben die Namen derjenigen nicht Preis, die sie mit Geld beglückt (bestochen????!!!!) haben. Diese Hetzkampagne hat den Regierenden mit Sicherheit wunderbar in den Kram gepaßt, um den Widerstand von Betreuern und Betreuten gegen ein Gesetz, dass hauptsächlich zur Einsparung von Geld gedacht war und ist, zu torpedieren. Wenn jetzt schon wieder gehetzt wird, so geschieht das vielleicht vor dem Hintergrund, dass die nächste Gesetzesänderung schon in Arbeit ist, und wenn man die Quellen in Berlin richtig versteht, weiter gestrichen werden soll. D.h. Eigentlich wollen die Regierenden wunderbare Arbeit von den Betreuern verlangen, aber nur im Rahmen der alten Vormundschaften bezahlen. Es ist also für alle - Betreute wie Betreuende - wichtig genau hinzuhören und auch darauf zu achten, welches Interesse hinter solchen Nachrichten wie im Titel steht. Gut geführte Betreuungen werden auch von den Betreuten überwiegend positiv erlebt. Sie funktionieren nur dann, wenn Betreute, Betreuende, Gerichte und Betreuungsstellen gut zusammenarbeiten und vor allem auch die Zeit für gute Zusammenarbeit ermöglicht bekommen. Das mag zwar die Justizkasse etwas mehr Geld kosten, aber Soziales und Gesundheit sparen im Gegenzug ein Vielfaches ein. Zahlen tun letztlich ein und die selben SteuerzahlerInnen - aber die sind ja nur melkvieh! Machen wir das beste draus Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
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