Dies ist ein Beitrag zum Thema Software-Wechsel: Dauervergütung ohne "Geister-Anträge"? im Unterforum Technik, Arbeitssoftware , Teil der Offenes Forum gesetzliche Betreuung
Ich verfolge die Entwicklungen und die hiesige Diskussion mit großem Interesse. Hier sind meine 50 cent.
Dass neue Softwareanbieter auf ...
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Berufsbetreuer
Registriert seit: 21.02.2008
Ort: Hessen
Beiträge: 1,431
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Ich verfolge die Entwicklungen und die hiesige Diskussion mit großem Interesse. Hier sind meine 50 cent.
Dass neue Softwareanbieter auf den Plan getreten sind, begrüße ich. Konkurrenz dürfte die Qualität der Angebote verbessern und womöglich die Preise im Griff halten. Die neuen Anbieter aber auch der bisherige Platzhirsch kommen mit Komplettangeboten, die -wie mir nach dem heutigen Webinar des großen Anbieters scheint- nur eine sinnvolle Anschaffung sein können, wenn man wirklich alle seine Bürotätigkeiten in diese eine Software verlegt. Und, dass dies tatsächlich sinnvoll wäre, bezweifle ich. Die neuen Anbieter und auch der bisherige Platzhirsch werben mit der Möglichkeit, von nun an von jedem internetfähigen Gerät aus arbeiten zu können. Mein "Problem" bei der Sache ist dass ich weder darauf gewartet habe, bis der Platzhirsch mal ein zeitgemäßes Programm anbietet noch darauf, dass neue Anbieter mir diese Möglichkeiten verschaffen. Ich habe das alles schon längst. Mein Büro ist seit 2014 jeweils im Rahmen der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten durchdigitalisiert und in der eigenen Cloud abrufbar. Ich bin für keine meiner Tätigkeiten auf nur eine bestimmte Software festgenagelt. Jeden Techniksprung habe ich auf der Höhe der Zeit mitgemacht und damit meine Arbeit effizienter gestaltet. Aber ich bin bleibe auch bei unterbochener Internetverbindung arbeitsfähig. Wir haben nun eine ganze Fülle von eierlegenden Wollmilchsäuen auf dem Markt, die allenfalls neuen KollegInnnen wirklich dienlich sein können. Aber auch diesen würde ich wirklich davon abraten, alles in eine Hand zu legen. Technische Innovation ist immer gut, die KI ist grundätzlich eine solche. Aber man muss sich doch mal klar machen, dass für solche Anwendungen der Büroteil Betreuerarbeit doch schlicht zu popelig ist. Da wird schon sehr mit der fast schon blinden Technikbegeisterung der Konsumenten gespielt. Das eBO ist ein gutes Beispiel. Es ist eine segensreiche Innvoation für unsere Arbeit. Die KI-Funktion bei eBO connect ist hingegen ein kleines bisschen lächerlich. Ich werde weiterhin jeden Buchstaben jedes Gutachtens, jedes Beschlusses und jedes Bescheides lesen und zwar selbst. Das ist meine Verantwortung. Niemals würde ich mich dabei auf eine Maschine verlassen. Mein Betreuerprogramm habe ich bisher nur für Rechnungslegung und Vergütungsmanagament einigermaßen gebrauchen können . Letztendlich hat es dabei im Hintergrund vermutlich nichts anderes gemacht, als Tabellen zusammengestellt und sie optisch aufbereitet. Und die KI könnte für mich in der Betreuerarbeit auch nichts anderes tun. Daher habe ich nun letzte Woche mal spaßhalber einen versierten Kumpel gebeten, mir Buchungslisten und Rechnungslegungen im Stile meines derzeitigen Programms zu basteln. Es hat exakt ein Bier lang gedauert, das in Libreoffice (Excel für andere) herzustellen, noch ein Bier, Sternengeld Geschäft beizubringen, die Umsätze in einem optimalen Format auszugeben und noch ein weiteres Bier, mich in der Handhabung der Rechnungslegung zu unterweisen. Die Rechnungslegung kann ich jetzt mit einem frei verfügbaren Programm für umme haben (freilich spende ich). Da das Vergütungssystem mittlerweile stark vereinfacht wurde, läuft nun der parallele Versuch, das auch ohne Betreuersoftware zu machen. Man braucht dazu einen guten digitalen Kalender, trägt einmal die vier Vergütungsfälligkeiten pro Kunde und Jahr ein und lässt sich das jährlich wiederholen. Und für jeden Kunden muss ich ein Textdokument anlegen, um dieses immer wieder zu verwenden und händisch ein paar Zahlen am Datum zu ändern. Heißt für mich letztendlich: die ganzen Entwicklungen am Markt haben mich zu Überlegungen und Versuchen gebracht, die wahrscheinlich bei mir zur kompletten Abschaffung der Betreuersoftware führen werden. Insgsamt werden ein paar Dinge dadurch etwas länger dauern. Das wird sich jeweils in sehr geringem Umfang abspielen. Aber mein Büro wird sehr unabhängig, sehr digital, sehr mobil, sehr datensicher und sehr viel weniger kostspielig sein. Und wenn sinnvolle technische Innovation passiert, kann ich sie weiterhin direkt implementieren, ohne dabei auf meinen Softwareanbieter warten zu müssen. Die Alleskönnerprogramme brauche und will ich nicht. Hingegen würde ich gerne mal den Anbietern der Finanzsoftwaren zurufen, dass sie alle eigentlich nur ein paar minimale Funktionserweiterungen davon entfernt sind, Rechnungslegung, Buchungslisten und Vergütungsmanagement inklusive automatische Verbuchung der Vergütungseingänge mit anzubieten. Das wäre für mich dann attraktiv. |
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Forums-Geselle
Registriert seit: 09.10.2025
Ort: Steinbach(Taunus), Hessen
Beiträge: 166
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Zitat:
Das ist sicherlich ein interessanter Ansatz. Aus meiner Sicht ist es aber nicht die wirtschaftlichste Lösung. Man spart sich durch eigene Lösungen natürliche etwas Geld im Monat, bis zu 140 € wenn man es mit dem Rundum-Sorglos-Paket von Butler vergleicht. Aber: Man hat viele verschiedene Tools, die man vernetzen muss. Das führt ein Risiko ein, dass Daten bei Tool-Übergängen verloren gehen oder verfälscht werden, und man muss diese Übergänge sauber durchdenken und seine Prozesse darauf auslegen. Und dazu noch unter Umständen eigene Hardware und Software dazu basteln, die hier möglichst viel automatisiert. Und das ist keine Einmal-Investition. Es gibt immer wieder Änderungen, an die man seine aufgebaute Infrastruktur anpassen muss. Und auch wenn man "nur etwas" Zeit verliert, lohnt es sich nachzurechnen. Denn selbst die teuersten Komplett-Softwarelösungen kosten im Monat nicht mehr als ein Betreuter im Monat einbringt. Oder anders gesagt: Wenn ich mit der professionellen Software nur einen Betreuten mehr in der selben Zeit betreuen kann, dann habe ich den Preis schon wieder drin. Wobei ich es natürlich voll verstehe, dass das selbst designte und für die eigenen Bedürfnisse angepasste System einen ganz anderen Vorteil hat: Es ist einfach befriedigend, wenn man sieht, das etwas selbst gebautes so funktioniert wie man es will. Das lässt sich natürlich nicht direkt in Geld aufwiegen. Für mein Fahrtenbuch verwende ich z.B. eine Excel-Tabelle, die ursorünglich mal ein Weihnachtsgeschenk für meinen Vater war (wer wünscht sich denn keine Excel-Tabelle? ), und die Daten aus der Fahrtenbuch-App vom Handy in ein deutlich besser aufbereitetes Fahrtenbuch in Excel transformiert hat. Es mag nicht besonders Zeiteffizient sein, dies entworfen und gewartet zu haben, aber es hat Spass gemacht.Eine Betreuerkollegin hat heute bei einem Betreuertreffen aber auch noch eine gute Beobachtung bezüglich der Neuankömmlinge am Softwaremarkt gemacht, da wir auch dort über Software diskutiert haben: Es gibt in Deutschland etwa 20 000 Berufsbetreuer. Der Markt für Betreuersoftware ist daher sehr beschränkt. Was natürlich das Risiko mit sich bringt, dass einige der Anbieter wieder von diesem kleinen Markt verschwinden, weil die Margen dort nicht so gewaltig sind. Die neuen sind da vermutlich eher gefährdet, aber natürlich könnte es theoretisch auch die "Dinosaurier" wie Logo oder Prosozial treffen. Und gerade bei vollständigen Cloud-Lösungen wäre eine Pleite sehr problematisch für die Verwender der Software, die dann alle Daten erst mal lokal speichern und dann irgendwie in eine andere Softwareumgebung importieren müssen. |
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Admin/Berufsbetreuer
Registriert seit: 16.03.2004
Ort: Betreuungsbüro Herrlichkeit 6 in 28857 Syke
Beiträge: 9,592
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Moin moim
Mein halber Euro ist ingefähr so, wie der von Flafluff. Mit dem Unterschied, dass ich keine Lust habe weiter zu de-digitalisieren also Rechnungslegung und Vergütungen zukünftig mit kleinen selbstgemachten Programmen abzuwickeln. Abgesehen von den Aktennotizen, die für mich eine brauchbare inhaltliche Dokumentation meiner Arbeit darstellen, sind RL und Vergütung so ziemlich das einzige, wozu ich die Eierlegende Wollmilchwutz benötige. Sonst habe ich Mitte der 80er Jahre mit der Erfindung der PCs auch angefangen damit zuarbeiten und viele Programme und Vorlagen für die Arbeit selbst gestrickt. Erst mit der pauschalen Vergütung ab 2005 bin ich teilweise umgestiegen. Mit meiner Arbeitsorganisation am PC bin ich keinesfalls langsamer als andere mit den Profiprogrammen. Und nachdem komplett-digitalisieren meines Büros hat sich das auch nicht geändert. Die Orga-Struktur mußte umgestrickt und optimiert werden, was erst einmal Mehrarbeit war, aber inzwischen läuft es schneller als vorher. KI kann durchaus eine Hilfe sein, aber da bin ich auch bei Flafluff: Selber lesen der Gutachten und sonstigen Post hält fit und verantwortlich. Ich habe mir die Vorstellung der Wolke an der Arbeit angesehen und finde das Konzept interessant. Allerdings eher für KollegInnen, die noch lange Zeit betreuen wollen. So ein Programm lebt davon, dass es längere Zeit genutzt wird und sein Können dadurch aufbaut. Ob ich selber umsteigen will, weiß ich noch nicht. Ich will zwar noch nicht aufhören, aber die DRV drängelt schon etwas... Was die Datensicherheit angeht, gehe ich davon aus, das jeder einzelne User selber der größte Risikofaktor am PC ist. Da sollte man Fortbildungsangebote zum Erkennen der Sicherheitsprobleme und der problematischen eigenen Verhaltensweisen nutzen, um sauber zu bleiben. Auf aktuelle Virenschutzprogramme etc. sollte deshalb natürlich nicht verzichtet werden. Mit freundlichen Grüßen Imre
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Fehler sind dazu da, um sie zu machen und daraus zu lernen. Fehler sind nicht dazu da, sie dauernd zu wiederholen. |
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| dauervergütung, moderne software, vergütungsantrag |
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