Dies ist ein Beitrag zum Thema Stromsperre droht, Rente ok, überschuldet. im Unterforum Vermögensverwaltung/Geldangelegenheiten , Teil der Rechtsfragen im Rahmen des Betreuungsrechts
ich berichte von einem komplexen Fall.
Betreuung am 16.6. begonnen- Beschluss. Künstler mit beginnender Demenz, Kurator. Vermögenserfassung beginnt soeben.
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 23.12.2010
Beiträge: 9
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ich berichte von einem komplexen Fall.
Betreuung am 16.6. begonnen- Beschluss. Künstler mit beginnender Demenz, Kurator. Vermögenserfassung beginnt soeben. Rahmen: Wohnt in eigenem Haus (dieses beherbergt im EG eine Ausstellung und Verlagsräume bis zur Coronakrise) mit seiner thailändischen Frau (diese lebt mittlerweile in Thailand, es gibt keine Adresse von ihr, nur eine emailadresse- sie reagiert jedoch nicht) er hat ein weiteres Grundstück in der Nachbarschaft, das durch einen Notarvertrag aus dem Dez. 2021 verkauft werden sollte (genauer Stand wird ggw. noch ermittelt) In der Post fanden sich diverse Mahnungen. schon 2 Stromsperrungs-Androhungen. KK-Schulden, (Pflichtbeiträge zurückliegend), keine nennenswerten Verbraucherschulden. Grundsteuer, Wasser, Abwasser. Er ist 81 Jahre alt und hat offensichtlich seine Rente immer abgeholt, dadurch Rücklastschriften. Das Renten-Geld hat er verbraucht. (mtl. 1000 Eur) Der Wohnort abgelegen, keine Einkaufsmöglichkeit. Kirche und eine Schlossgesellschaft. Mobil ist er nicht mehr, KFZ war wirtschaftlicher Totalschaden. Beide Grundstücke sind mit hohen Schulden belastet. (GBuch-Auszug) Es gibt auch weitere Sicherungshypotheken darin. Das bewohnte Haus beheimatet einen Ausstellungsraum mit etwa 400 Gemälden und einigen Skulpturen. Der Betreute ist Eigentümer einiger Werke, allerdings kenne ich bereits zwei Künstler, die ihre Werke mehrfach zurückgefordert haben, er hat sie aber nicht geschickt. Der bauliche Zustand des Hauses ist schlecht, das Dach ist defekt, offen. Eine Außentreppe aus Holz als Zugang zur Wohnung im OG ist kaum noch nutzbar und musste mehrfach repariert werden. Nun plant er wiederum eine Ausstellung und es kann sein, dass er das eine oder andere Werk verkaufen möchte, um seine Stromschulden zu tilgen. (!) Ob jemand diese Ausstellung besuchen wird, ist unklar. Wir haben einen guten kommunikativen Kontakt, von großem Vertrauen kann ich angesichts der jungen Beziehung noch nicht sprechen. Eine andere Wohnform lehnt er bisher kategorisch ab, obwohl seine Rente das hergeben würde. Er möchte in diesem Haus wohnen bleiben. Die Stromschulden belaufen sich auf >8000 Euro, im Laufe der Jahre waren immer wieder Zahlungen ausgefallen. Die Envia droht nun mit der Sperre des Anschlusses (das dritte mal) und wie es aussieht, im Telefonat wurde mir gesagt, dass kein Weg daran vorbei führen wird, wenn der Klient nicht die 8000 Euro bezahlt. NUN also meine Frage: Sieht jemand von den KollegInnen einen Weg, die drohende Sperre zu verhindern? |
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Gehört zum Inventar
Registriert seit: 25.06.2021
Ort: Balkonien
Beiträge: 2,598
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Bei bestimmten Härtefällen wie z.B. jemandem mit Sauerstoffgerät oder ähnlichem darf nicht abgestellt werden, das muss aber dem Anbieter mitgeteilt werden, ggf. kommt es bei sowas zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung...
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Routinier
Registriert seit: 29.10.2018
Beiträge: 1,508
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Bei dem beschriebenen Zustand des Hauses macht mir ehrlich gesagt eher die drohende Obdachlosigkeit Sorgen. Wenn der Strommann (der ohnehin für die Stromsperre vorbeikommen muss) das Haus in dem Zustand sieht und das Ordnungsamt ruft und die eine Nutzungsuntersagung wegen Einsturzgefahr aussprechen ist das Haus vermutlich ganz weg, da kommt es auf den Strom dann auch nicht mehr an.
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#4 | ||
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Gesperrt
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 14,097
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Zitat:
Bei deiner Schilderung fehlen leider deine AK`s sowie die Gründe/Diagnosen die hier zu einer Betreuung geführt haben. Das Ganze liest sich für mich wie ein Kapitel aus dem Horrorkabinet der Betreuungen- ehrlich, du tust mir leid ![]() Der Mann-total verschuldet Das Haus-absolut baufällig Geld-weit und breit nicht in Sicht Ist ein Betreuer ein Zauberer? Zitat:
Ich gehe mal davon aus- auch dazu hattest du leider nichts geschrieben- das er unter diesen Verhältnissen gesundheitlich nicht in Top Form sein wird. Wer versorgt ihn mit Lebensmitteln wenn es im Ort nichts gibt und das Auto defekt ist? Dein grösstes Problem können doch nicht nur die Stromschulden sein. ![]() Was mir auf jeden Fall einfällt, ich würde unbedingt einen Antrag auf Grusi stellen und diesen auf keinen Fall zurückziehen. Damit bist auf jeden Fall du selbst, und im Zweifelsfall er auch, abgesichert wenn alle anderen Stricke reissen sollten was ich angesichts der Schilderung für eher wahrscheinlich halte. Pardon für meine ausnahmsweise sehr pessimistische Antwort. |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 23.12.2010
Beiträge: 9
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Zitat:
von der Einsturzgefahr ist das Haus noch nicht betroffen, das Ordnungsamt wird es nicht sperren. Es müssen aber am Dach und an der Treppe zur Wohnung Instandsetzungen erfolgen. Das Dach könnte eine Haftpflichtsache (Baum) werden, aber alles andere... |
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#6 | |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 23.12.2010
Beiträge: 9
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Zitat:
Strom wäre Hauptgrundlage für ein Verbleiben in der Wohnung, das ist in der Pampa, nachts ist alles dunkel, kein Strom wäre für ihn lebensgefährlich. Für den Rest müsste eine Schuldenbefreiung angeschoben werden, ob er das noch erlebt, sei dahingestellt. übrigens, ja ich wünsche mir manchmal Zaubern zu können... Ich werde die Envia fragen, wie wir mit kleinen Zahlungen die Sperre verhindern können. |
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#7 | |||
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Gesperrt
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Darmstadt
Beiträge: 14,097
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Sei doch so nett und schau mal hier rein:
https://www.forum-betreuung.de/ankue...tml#post134866 Aber jetzt zur Sache. Zitat:
Zitat:
Zitat:
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#8 |
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Moderator
Registriert seit: 24.03.2005
Ort: Duisburg, Ruhrgebiet, NRW
Beiträge: 7,489
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Der Betroffene hatte ja offenbar bessere Tage, wenn er sich das Haus mit Atelier, Ausstellungsräumen und einer Frau aus Thailand leisten konnte. Also ein echter Künstler (nicht etwa nur in der Fantasie?) Um eine Vernissage zu veranstalten, scheint es doch an jeglichen Mitteln zu mangeln. Dafür muss Werbung gemacht werden, da müssen Getränke (Sekt) und Catering da sein. So etwas geht doch nur, wenn man da einen finanziell potenten Galeristen findet, an den dann letztlich ein guter Teil der Verkaufspreise gehen wird. Ist sowas machbar?
Denn sonst läuft das doch auf Insolvenz samt Zwangsversteigerung des Grundstücks und aller Kunstwerke hinaus.
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Mit vielen Grüßen Horst Deinert Weitere Infos: https://www.lexikon-betreuungsrecht.de |
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#9 | |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 23.12.2010
Beiträge: 9
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#10 | |
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Ich bin neu hier
Registriert seit: 23.12.2010
Beiträge: 9
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Zitat:
Selten kompliziert, komplex, egal wo ich lese, mache ich neue Minenfelder auf. ![]() und ja er ist ein echter Künstler, Kurator, Professor Dr. 62 Bücher etc. |
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| demenz, kã¼nstler, schulden, stromsperre |
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